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286 „Was schreit Ihr, Reh Schmul? Warum? Kobele ist kein braver Jung? Un fleißig und bekowetfl? Un grad gewachsen. Gott behüt, sie soll'n nich derwischen für die Balmechomes3).. Das wär ä Unglück for euch." ... „Wie so for mich? Ich krieg g…
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287 Kobele Stern und Lea! Und so jäh und plötzlich trat es vor ihn hin. Dieses fürchterliche Geheimniß! Schmul Feiertag stöhnte tief auf und griff, wie um einen Haltepunkt zu finden, nach den Seitenlöckchen, die ihm sauber gedreht vor den O…
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288 hätte er es jemals möglich machen können/ von den Competenzbehörden, dem Kreisamt, vielleicht gar der Landesstelle und endlich der Studienhoskommission eine Heirathserlaubniß zu erlangen, selbst wenn er Kobele Stern zum Eidam hätte mach…
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289 wäre, sich damit befassen zu müssen. Wenn er nach „Kebolas Schabbes" aus Schul kam, stand sie hübsch und bescheiden da, um seinen Segensspruch zu empfangen und immer mit besonderer Emphase sprach er über ihrem geneigten Haupt die Worte:…
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…Chirurgen holen, der durch einen Aderlaß Schmul Feiertag wieder zu sich brachte. Er entfernte die unruhigen, geschäftig allerhand überflüssige Dienstleistungen verrichtenden Männer von dem Erkrankten. Er erkannte sogleich richtig, daß, so gut gemein…
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291 nahm er Lea sanft bei der Hand und geleitete sie hinaus nach ihrem kleinen Stübchen. Mit einem herzzerreißenden Blick sah sie ihn an und tiefer Gram drückte sich auch in seinem Antlitz aus. Kein Wort aber wurde zwischen beiden gewechsel…
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292 sommerlichen Behagens ruhte über Allem. Sabbathruhe! Jakob Berger hielt darauf, daß der Sabbath heilig gehalten werde in seinem Hause. Er hatte der Väter Sitte mit hinübergenommen in die neue Welt, die den Juden sich erschlossen, nachde…
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293 Prokurist Samuel Stern die kaufmännische Seite des umfangreichen, bedeutenden Unternehmens leitete. Es war ein musterhafter Organismus in diesem Geschäfte, dessen Reellität und materielle Machtstellung in ganz Oesterreich wohl bekannt u…
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294 Versprechen zu halten. Und wenn er zur „Jahrzeit" heimfuhr nach Eibenschütz, die Gräber von Vater und Mutter zu besuchen, konnte er reinen Herzens aus „Kewer owes“1) gehen. Er hatte sein Wort gehalten. Seine Nachbarn und Geschäftsfreund…
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295 irdische Güter zu sammeln. Als er nach dem Kriege von 66, Len er als Militairarzt mitgemacht, der Choleraepidemie erlag, die in den Städten Böhmens wüthete, war seine Frau ganz mittellos zurückgeblieben. Sie erwarb ihren Unterhalt Lurch…
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296 Hauses vollzogen, mit so verfeinerten Formen und so traulichem, innigem Behagen, daß auch ihr ästhetisches Gefühl volles Genügen (fand und beste Anregung. Wie schön erschienen ihr die jüdischen Feste! Wie weihevoll und innerlicht Wie rü…
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297 sicht nach gut gewesen sein für eine Zeit, wo die Daseinsbedingungen der Juden jede selbständige Regung niederhielten. Alles nivellirten und von eigenen Entschließungen und einem Selbstbestimmungsrecht bei dem armen, unterdrückten Volke…
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298 Unterdrückung, unter der -sie Alle seufzten, - der schweren Bürde, die sie Alle keuchend durch chr verhetztes Leben schleppten. Als Berger dann, nachdem der Ruf der Freiheit ertönt war, mit andern die enge, dumpfe Gasse zu Eibenschütz v…
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299 Als die Hebeamme und die Gevattern die Eltern Zu ihrem „Erstgebornen" beglückwünschten, sahen diese sich stumm an und wie ein schwerer Schatten zog es über das Gesicht der Wöchnerin. Diese war sehr schwach und schon vorher leidend gewes…
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300 Warum? Er hoffte immer auf ein Wunder, das eine Aenderung bewirken könne. . . . Als der Tag seiner „Bar mizwah" b bevorstand, hatte er eine Anrede an die Angehörigen und die Gäste ganz selbstständig ausgearbeitet. Das sollte die Seelen …
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301 die Mutter führte die Wirthschaft und sorgte für sie beide — es machte sich Alles viel besser als er je zu hoffen gewagt hätte. Und als er dann nach einigen Jahren nach Wien ging, um auf der Universität seine Studien fortzusetzen, da ve…
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302 getheilt, daß er, um schneller vorwärts zu kommen, sich entschlossen habe, Kaufmann zu werden, und so kam er in daA Haus von Jakob Berger. Dort hatte er von einem anfänglich bescheidenen Posten in verhältnißmäßig kurzer Zeit zu seiner h…
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303 Toleranz erschien und gewissermaßen den Grundpfeiler ihrer modernen Anschauungen bildete. „Es wird nie anders werden, Herr Stern," sagte sie mit leiser Stimme, „was Dichter und Denker darüber auch sagen, die Glaubensunterschiede sind ni…
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304 Sie - ahnte nicht, mit - wie grausamem Schmerz diese Worte ihn treffen mußten. Sie wußte nicht, wie heiß und stark auch in chm das Feuer der Liebe lohte und wie es seiner ganzen, gewaltigen Willenskraft bedurfte, um es niederzudrücken u…
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305 Väter erzogen, sie wurzelte viel zu tief in der Familie, als daß man überhaupt an so etwas hätte denken können. Martin war eben nichts, wie ein liebenswürdiger Gesellschafter, frisch, heiter, anregend. In seinem quellenden Lebensmuth so…