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306 der sich dagegen sträubte, stärker als ihre Vernunft, die sie bedenklich machte und bange. Dann wieder durchdrang es ihr Inneres mit nie geahnter Seligkeit. Sie wußte, daß es die Liebe zum-Manne sei, die von ihr Besitz genommen und mit …
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307 ohne daß sie die Worte hören konnte, die zwischen ihnen gewechselt wurden, ahnte sie doch, wovon sie sprachen. Sie sah, Laß das junge Mädchen erregt war und daß er sie zu beschwichtigen suchte. „Das glaube ich seit einigen Tagen auch ni…
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308 mein Haus Hab gehalten in guter Jidischkeit, hält' ich auch mein einzig Kind erhalten sollen. Liebe Frau Dr. Schiffen ... wenn sie nix gewußt hält' von „seire" Geschichten und von Lieb, bevor man unter de Chuppe geht, und von „geistigen…
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309 Leid auserkoren sein sollte, erfüllte ihr Herz mit unendlichem Weh. War sie es nicht, die es gewünscht und befürwortet chatte, daß Recha mit den beiden jungen Leute verkehrte . . vielleicht gerade weil sie vor beiden sie sicher glaubte.…
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310 nicht gelernt Französisch und Mathematik und Fillosofieh und Littratur und gelesen Alles, was schön un theuer is? Un se is gar nich reingefahren nach Wien in die „Burg" und zu de Concerte? Un se hat nix reiten gelernt und kutschiren un …
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311 es natürlich, daß Zweifel und Fragen sich chrem Geiste ausdrängen. Der erweiterte Horizont giebt ihnen neue Gesichtspunkte, der Zusammenhang mit der Welt drängt sie zu Vergleichen, dennoch fürchte ich nicht, daß dies den Jahrtausende al…
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312 und Wissen und Wirken bedenke. Eine Persönlichkeit, in derem schwachen Körper ein freier, vornehmer Geist lebt, eine Individualität ..." „Ich bitt' Sie, lassen Sie mich mit de Jndividuwalitäten aus und wenn Sie Stern sprechen, sagen Sie…
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313 er dem geliebten Mädchen fest und wie beschwichtigend in die Augen, bevor er sich anschickte, ihren Vater aufzusuchen. Als er die Terrasse verlassen hatte, sank Recha laut aufschluchzend ihrer treuen Beschützerin in die Arme. * Jacob Be…
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314 Blatt, ein rührendes, ruhmvolles Blatt von der Standhaftigkeit und Ausdauer seines Volkes? Und soll es die Errungenschaften dieser geduldig ertragenen Leidenszeit als Fluch empfinden, statt als Segen? Wofür unsere Väter gekämpft haben u…
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315 Thatsache, daß sich kein Hinderniß in den Weg gestellt hätte, das herrliche Geschöpf sein zu nennen. Wie eine Versuchung umschlich es ihn mit geheimnißvollen Lockungen und Verheißungen . . . wenn der Andere nicht im Wege stand . . . wen…
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316 schlicht, fröhlich und so voll schöner, gewinnender Manneskraft . . „Aber er ist ein Christ," stöhnte der tieferschütterte Jude. , „Merkwürdig, mir ist er nie wie ein Fremdling erschienen. Ich bekenne es offen, daß auch ich über dieses …
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317 Kind, bei einer jüdischen Hebeamme gebockn, die sich mit solchen, in jener Zeit der Knechtung menschlichen Willens und menschlicher Triebe nicht seltenen Fällen befaßte, wurde am 8. Tage nach seiner Geburt in's Findelhaus gesteckt. Vorh…
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318 Mühselig hatte Berger sich von seinem Stuhl erhobene „Das war die Folge von dem unnatürlichen Gesetz. Nur der Staat war Schuld an dem Unglück. Eure Mutter war gewiß brav und daß Euer Vater ein ordentlicher Mann ist, das sieht man an dem…
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319 Wie richtig Frau Marjam Recha beurtheilt hatte, zeigte sich in Dem, was zwischen ihnen sich abspielte, nachdem Stern die Veranda verlassen hatte. Liebevoll hatte die treue Freundin das sunge Geschöpf an sich gezogen und es zu beruhigen …
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320 Wie er kam und ging, wie er lachte und sprach, was er that und dachte. Das war der Inhalt ihres ganzen Denkens. Sie konnte sich darüber nicht täuschen und sie wollte es auch nichts denn sie fand, daß es sie beglücke, so ganz nur in ihm …
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321 vor die Villa. Der Vater und Marjam mußten heimgekehrt lein. Noch einmal umschlossen sie seine Arme, wieder preßte er sie an sich und flüsterte leise: „am nächsten Samstag Abend bitte ich Deinen Vater um seinen Segen". ... Dann drückte …
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322 Sie richtete sich empor und blickte Marjam an, als diese auf ihre Frage nichts erwiderte, und was sie in ihren Augen fand, war so trostlos, daß sie aufs Neue ihr Gesicht in den Händen verbarg und leise schluchzte. Es war fürchterlich, d…
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323 Marjam war neben sie getreten und sah sie mit thränenvollen Blicken an. Da raffte Recha sich auf, wie zu heldenhaftem Entschluß, und sagte mit fester, setzt ganz klarer Stimme: „Ich werde meinem Vater keinen Kummer bereiten. Ich werde d…
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324 „Ich erwarte Sie mit Ungeduld, lieber Freund. Zch muß sie sprechen, ich habe Ihnen eine wichtige Mittheilung zu machen ..." „Jetzt? gleich?" Er trat auf die Schwelle des Zimmers. In diesem Augenblicke fühlte er erst, wie ihn die Unterre…
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325 „Und . .. ja und . .. weiß er, daß auch Recha ..." er stammelte in höchster Verwirrung diese Worte und dann, wie zur Ruhe sich zwingend, brach er aus: „Ach, Stern . .. Stern . . . lieber, guter Stern ... ich bin ja ein so grenzenlos glü…