Mannheim
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18221823
  1. 1823-01-01 · 3 (1823) · p. Seite 426

    426 Folgende Momente sind noch rücksichtlich der Mosaischen Ehe anzumerken. Die Berechtigung sich ju verheirathen, fällt nicht innerhalb der Parlheien selbst, sondern sie steht lediglich den Eltern zu.^) Doch giebt es eine Art der Ehe/ welc…

  2. 1823-01-01 · 3 (1823) · p. Seite 427

    427 scheine vollkommen ungegründet, weil Moses weder gegen Institute tolerant gewesen/ die dem Geiste seiner Einrichtungen nicht zusagten, noch auch der tiefe Grund der Lehre, daß der Name des Verblichenen nicht aus Israel schwinde,^) auf e…

  3. 1823-01-01 · 3 (1823) · p. Seite 428

    428 nicht auch milde Bestimmungen in derselben Lehre ihren Platz haben sollten. Dahin gehört das Gesetz, daß die im Kriege erbeutete Frau, welche, nachdem ihr Zeit zum Beweinen ihrer Eltern und der nun verlorenen Heimath gelassen worden, de…

  4. 1823-01-01 · 3 (1823) · p. Seite 429

    429 mar zum Tode,") und Abraham verjagt seinen Sohn Jsmael, und stößt ihn von der Familie aus.^) Dieses unbedingte jus vitas ae necis scheint jedoch vott Moses gemildert worden zu seyn: der Vater muß nach Mosaischem Rechte den widerspenstig…

  5. 1823-01-01 · 3 (1823) · p. Seite 430

    430 in Beziehung auf sie höher steht, als jedes andere Verhältnis Eine andere Weise der väterlichen Gewalt, als die auf dem Wege der Ehe, kommt im Mofaischen Rechte nicht vor. Die einzige Art, wie man auch ohne Zeugung zu einem Sohne und Er…

  6. 1823-01-01 · 3 (1823) · p. Seite 431

    431 der Affinität haben im Mosaischen Recht weder jene "Ueberladung und Beschrankung/ von der hinterher dennoch die Freiheit des Dispenses retten muß, noch <mch irgend eine Bestimmung, gegen die fich eine fortgeschrittene, und ihrer sich be…

  7. 1823-01-01 · 3 (1823) · p. Seite 432

    432 tragt jener Weiterbau die fremdartige Erscheinung eines nicht der Grundlage entnommenen Gedankens in sich. Ohne uns in der folgenden Darstellung an jene kleinliche Casuistik zu halten, worin der Hauptreichthum des Talmudischen Rechtes b…

  8. 1823-01-01 · 3 (1823) · p. Seite 433

    4Z3 Asses, ^V^N ^V^2 NoiVr^O INN. erklärt,") fty vollkommen hinreichend. Diese symbolische Natur der Talmudischen eoemric» wird nicht dadurch entkräftet, daS in der Misch na Kid uschin, unmittelbar «ach der Darstellung dieses ehelichen Kauf…

  9. 1823-01-01 · 3 (1823) · p. Seite 434

    434 jährige Ersitzung;^) N55^ will aber auch nichts aus. drücken, als daß die Frau durch den Gebrauch derselben erworben werde. Was im usux a!Z nothwendig fortgesetzter Gebrauch erscheint, ist in der Nd^2 bloß durch einen einmaligen Aktus b…

  10. 1823-01-01 · 3 (1823) · p. Seite 435

    435 läge nur noch scheinbar in Berührung gebracht, ein vollkommen Anderer geworden ist. Der Consens der Frau als solcher, wenn auch nicht vollkommen hervortretend, ist doch in der Talmudischen Ehe mehr sichtbar, als in irgend einem Oriental…

  11. 1823-01-01 · 3 (1823) · p. Seite 436

    436 propter vuxtia8 geben möchte.") Maimonides spricht davon, daß auch für den Reichsten eine Sclbstbeschränkung auf vier Frauen löblich sey,^) und während dieses auf…

  12. 1823-01-01 · 3 (1823) · p. Seite 437

    437 sowohl die <üc»8 als die donatio proprer vuptiA8, und zwar ist nicht zu verkennen, daß diese Lehre zum Theit Griechischen Gewohnheiten/ und dem Römischen Rechte entlehnt ist. Der Talmud scheidet ausdrücklich das/ was die Frau dem Mann z…

  13. 1823-01-01 · 3 (1823) · p. Seite 438

    438 bass es der Preis für die Jungferschaft sey,°°) erinnern daran, daß auch die Griechische nvi-ilpetzvot) F,oö <rnv gegeben wird.^) Bekanntlich ist nun^das Minimum der Ketuba für eine Jungfrau, nach Talmudtschem Recht auf zweihundert Susi…

  14. 1823-01-01 · 3 (1823) · p. Seite 439

    439 Erst später mußte sie in Europa mit der Polygamie zugleich verschwinden, und die für den Uebertreter hmzugefügte Strafe Chalizah/ Ordnung und Regel werden.^) Was die Ehescheidung betrifft, so ist der Mosaische Grundgedanke, daß sie inne…

  15. 1823-01-01 · 3 (1823) · p. Seite 440

    440 V'NIN NLW. wie sie genannt wirb,") eine unbegründete Ehescheidung höchlich gemißbilligt. So weit geht der Talmud indessen noch nicht/ daß auch der Frau eine Berechtigung sich zu trennen gestattet würde. Ich brauche hier nur in dieser Hi…

  16. 1823-01-01 · 3 (1823) · p. Seite 441

    einem Rechte und einem Volke angemessen, in welchem her abstracte Gedanke der Religion und ihres Werths, fich zu dem Natürlichen als ein Gegenüber verhält, oder auch wie bei den Hindu einem solchen/ dem die bestimmte und feste Besonderheit …

  17. 1823-01-01 · 3 (1823) · p. Seite 442

    442 mm entnommen/ (Labans Töchter beklagen sich darüber, daß sie nicht erben,'^) sondern sie beruht auf einem Gesetze Mosis, welches durch einen bestimmten Fall, durch die bekannte Klage der Töchter Zelophchods veranlaßt^) wurde. Diesem Ges…

  18. 1823-01-01 · 3 (1823) · p. Seite 443

    …ch in der nachmosaischen Zeit findet Michaelis Spuren eines Testaments. In dem Kriege Davids gegen den Absalom wird vom Ahitofel gesagt, daß er heimgegangen sey, und seinem Hause die letzten Befehle gegeben habe ^N^V^I.^) und dem sterbenden Hiskias…

  19. 1823-01-01 · 3 (1823) · p. Seite 444

    444 Die Beispiele aus der antemofaischen Zeit, denen Michaelis auch noch das des Hiob hätte hinzufügen können, welcher seinen Töchtern ein Erbtheil unter seinen Söhnen giebt,^) zeugen sämmtlich nur von einer Erbtheilung innerhalb der Famili…

  20. 1823-01-01 · 3 (1823) · p. Seite 445

    446 kann wahrlich nicht als Beweis für ein Institut gelten/ das im Allgemeinen dem Geiste der Mosaischen Gesetzgebung so völlig entgegen ist. Wenn so, weder die vor - noch die nachmosaische Zeit irgend etwas zur Rechtfertigung der eben wide…