Mannheim
Compact Memory
1,405 pages · page 63Sort: oldest first · newest first
Pages per year (click a year to narrow down)
486
19261929
  1. 1929-01-01 · Heft 3 · p. Seite 273

    Gedanke gläubig, d. h. die Grundentscheidung des existentiellen Denkens stellt sich der Kritik dar als eine vom Menschen behauptete Wirkung des Absoluten in einer Erkenntnisbedingung des Paradox. Bleibt das absolute Moment ein gedachtes, so…

  2. 1929-01-01 · Heft 3 · p. Seite 274

    nicht gegensätzlich, ähnlich und unähnlich. Zur ästhetischen Betrachtung der Geschichte mag eine solche zweifelhafte Problematik ausreichen, für die Verantwortung in Gegenwart und Gemeinschaft aber bedeutet sie eine Gefahr, denn die Versöhn…

  3. 1929-01-01 · Heft 3 · p. Seite 275

    kennt ihn von alters her. Er kann auch heute ebensowenig wie früher mit dem absoluten Siege einer Partei enden, auch rieht, wenn eine Kirche oder eine Theologie der einen oder anderen Seite aus bestimmten politischen Gründen den Vorzug gibt…

  4. 1929-01-01 · Heft 3 · p. Seite 276

    Erkennenden ist überhaupt noch nicht das Problem der endlichen Wirklichkeit, sondern die menschliche, erinnerte Gegenständlichkeit einer natürlichen Welt und einer ontologisch begründeten Geschichte. Wenn Sie selbst diese als wirklich beurt…

  5. 1929-01-01 · Heft 3 · p. Seite 277

    Partei als absolut ermächtigte, die andere aber nur mit wissenschaftlichem Rechte streitet. Trotz aller Bannflüche kann das kritische Denken erweisen, daß die Ermächtigung eine selbstgenommene und eingebildete Vollmacht ist, daß der Mensch …

  6. 1929-01-01 · Heft 3 · p. Seite 278

    EIN BRIEF VON FLORENS CHRISTIAN RANG Braunfels, 10. August 1921. Liebe Freunde der Gelnhaarer Zusammenkunft. Insbesondere Herrigel, Buber und Spira. Herrigel hat in dem mir zugegangenen Brief an Buber (der sich mit einem von mir an Herrigel…

  7. 1929-01-01 · Heft 3 · p. Seite 279

    Herrigel selbst folgt in seinem Brief einem solchen Ultimatum. Er folgt der Paradoxie des Widerspruchsrechts, daß er um der Gemeinschaft willen gegen die Gemeinschaft protestiert. Aber dieser Protestantismus darstellt nur die Negative. Und …

  8. 1929-01-01 · Heft 3 · p. Seite 280

    nur als Gebot und Gehorsam, muß der Punkt der tangentialen Berührung oder der Kreissehnitt gesucht werden im Wort und Wort-Verstehn. Wir brauchen unter uns nicht mehr prinzipiell uns zu verständigen, daß Wort und Wort-Verstehn ganz der Sphä…

  9. 1929-01-01 · Heft 3 · p. Seite 281

    gebenen andrängen; sie sind Prinzipien, die sich ihr Kriterium prinzipiell nicht können dahingestellt sein lassen und es finden können doch nicht in der Spontaneität, in der auch das einzelne untergebene Subjekt (diese beiden Wörter sind me…

  10. 1929-01-01 · Heft 3 · p. Seite 282

    kommen er ersehen. Aber zunächst handelt es sich um die ersten Schritte. Es ist Elementar-Schule. In der die ersten Elemente zu lernen sind und die selbst das erste Element der Volksbildung: der Bildung nicht Einzelner, sondern eines Volks …

  11. 1929-01-01 · Heft 3 · p. Seite 283

    rüttet und zerteilt, statt aufzuerbauen und allgemein zu machen. Die Elementarschule sind Elementarschulen, und keine einzelne, keine Art von einzelnen, kann den Anspruch erheben, ihre Ergebnisse: die Gebote, die zunächst sie sich fand, pro…

  12. 1929-01-01 · Heft 3 · p. Seite 284

    als Gebot wirken kann — beileibe nicht muß!, es kann ebensowohl wie ein Naturgesetz in seiner anderen Sphäre eine Geordnetheit bezeichnen —, befähigt uns nicht, es, weil es Gesetz ist, als Gebot hören zu wollen. Auch zum Gesetze, als zum Ge…

  13. 1929-01-01 · Heft 3 · p. Seite 285

    ein reales Wort seine Macht, die Gehorsam heischt - zunächst den einer Prüfung — je einer Gemeinschaft so zwingend machen wird, daß dieser es nicht an Aufgaben fehlt. Es ist nicht ein beliebiges irres Herumsuchen unter den Schein- und Halbs…

  14. 1929-01-01 · Heft 3 · p. Seite 286

    erste Schritt in sich ist! —: es kann hieraus eine religiöse Bank sich entwickeln, ein „Temper4 im antiken realistischen Sinn, der die Überschüsse der Gemeinschaftsangehörigen konzentriert, um nicht dies oder jenes Wohltätige zu tun, sonder…

  15. 1929-01-01 · Heft 3 · p. Seite 287

    150000. Aber sie taten das Gebot des Worts (das sie als „inneres Lieht" auffaßten, um es von dem formulierten Wort der Kirchen deutlieh abzuheben) — und taten es ohne System, aber rückhaltlos, so wie das Gewissen es ihnen vorschrieb. Dieser…

  16. 1929-01-01 · Heft 3 · p. Seite 288

    geschichtlichen Kirchen entzogen; ja mehr: den Segen eines Bekenntnisses, darin auch das historisch Bedingte seine Ewigkeit hat. So schwanken sie zwischen Gesetz und Subjektivismus. Ihre Entstehungsgeschichte macht dieses begreiflich. Wir D…

  17. 1929-01-01 · Heft 3 · p. Seite 289

    Beispielsweise habe ich drei solcher Fragen genannt, alle drei ganz aus dem Reich der Bedingtheit erwachsen: aus den gegenwärtigen deutschen Zeitumständen: die der Kriegsteilnahme, der Erziehung und der (ieldzinswirtschaft. Daß ich sie beis…

  18. 1929-01-01 · Heft 3 · p. Seite 290

    EI^ BRIEFWECHSEL ÜBER DIE ZEHN GEBOTE Von dem nachfolgenden Briefwechsel zwischen Willy Haas, Herausgeber der Wochenschrift „Die literarische Welt", und Martin Buber ist die Antwort in der Literarischen Welt vom …

  19. 1929-01-01 · Heft 3 · p. Seite 291

    Ich meine, daß die geschichtliche und gegenwärtige Lage der zehn Gebote sich aus einer doppelten (von Ihnen bereits, aber nur ihrer negativen Seite nach, angedeuteten) Tatsache erklärt: 1. Die zehn Gebote stehen nicht in dem personfreien Ko…

  20. 1929-01-01 · Heft 3 · p. Seite 292

    Moral" zu überführen, das heißt, aus der Sprache der persönlichen Imperativ- Rede in die der unpersönlichen Soll-Satzung zu übertragen, und sie, statt von dem in seiner Wirksamkeit so problematischen Willen Gottes, von der einigermaßen kont…