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Die Kreatur · 1929-01-01 · Heft 3 · p. Seite 273

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Kreatur
Volume
3 (1929-1930)
Issue
Heft 3
Date
1929-01-01
Page
Seite 273 (sequence 24)
Language
German
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Gedanke gläubig, d. h. die Grundentscheidung des existentiellen Denkens stellt sich der Kritik dar als eine vom Menschen behauptete Wirkung des Absoluten in einer Erkenntnisbedingung des Paradox. Bleibt das absolute Moment ein gedachtes, so verbirgt sich hier ein Rest von Idealismus. Da in die Grundentscheidung alle Widersprüche hineingenommen sind, wie Idealität und Realität, Form und Inhalt, so erscheint die Haltung dieser Erkenntnis konkreter als der Idealismus, daher als ein Realismus; aber das ist in Wahrheit nur Schein. Wir befinden uns zwar nicht betonterweise auf dem Boden des logischen Gedankens und seiner theoretischen Entfaltung, sondern auf dem Felde des Willens. Was uns dort vorwärts trieb, das bewußtseinstranszerulente Ding an sich, das befindet sich jetzt nur in unserem Rücken als treibendes Motiv. Es veranlaßt uns in dem kausalen Verlauf der Dinge in jedem Augenblick nach dem Sinn des Seins, nach dem. was ich jetzt und hier tun kann, zu fragen. Aber mit solcher voluntaristischen Erkenntnis des Menschen und einer solchen auf einer dogmatischen Grundentscheidung aufbauenden Problematik ist im letzten Grunde nicht mehr und nicht weniger gesagt als im abstrakten transzendentalen Idealismus. Denn das Motiv des Willens ist ebensoviel und ebensowenig ein bewußtseinstranszendentes, wie das Ding an sich. Es ist in der Tat nur eine andere Theorie des Denkens angeboten, vielleicht eine dialektisch vertiefte, aber sie deutet und erklärt nur prinzipiell anders das Gedachte, die Natur und die Geschichte. Das neue Denken gibt also eine andere mögliehe Begründung der Wissenschaft. Es bedeutet in dem Wettstreit der Systeme eine Reaktion gegen die idealistische Methode. Zugegeben also: Eine andere Wissenschaft vermag sich auf das angeblich existentielle Denken zu gründen, auch eine andere neue Bildung wird von hier aus gefordert werden können. Aber für die Verantwortung in Gegenwart und Gemeinschaft kommt der Standort des neuen Denkens und seine Grundentscheidung nicht in Betracht. Der paradoxe Standpunkt ergab auch nur ein geschlossenes Zirkelsystem, das nicht dadurch zur Lösung des Existenzproblems tauglicher wird, daß das Absolute in die Grundentscheidung vom Menschen hineingetragen wird. Der Gegensatz im menschlichen Wesen ist somit vielmehr voreilig aufgelöst. In der Einheit und Harmonie nehmen alle Prinzipien der Dialektik nur scheinbar einen erbaulichen Charakter an. Sie sind einander gegensätzlich und O C

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