Mannheim
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486
19261929
  1. 1926-01-01 · Heft 3 · page 95

    muß ihre Meinung sein; sie ist nicht lediglich Methode, die von der Welt, von Gottes Schöpfung, hinwegführt, sondern sie gehört zur Offenbarung und ist Gestalt der Erlösung. Gegenwartswirklich fassend, was zu seinem Heil ein für allemal ges…

  2. 1926-01-01 · Heft 3 · page 96

    Menschen das geistige Wesen solcher Armut mitten in eine Welt hineinstellt, in der sich gerade neue Formen des Wirtschaftslebens weit und breit zu entfalten beginnen. Wie eine Mahnung durch die wortlose Tat steht diesem gesteigerten Erwerbs…

  3. 1926-01-01 · Heft 3 · page 97

    weltlichen Adel strebte. Vom geistigen Hochmut des in gesicherter Zelle Erlösten will er nichts wissen; nicht als einsamer, „,in Gott isolierter", Mönch erreicht er die Höhe seiner persönlichen Vollendung. Und wenn ihn, trotz aller Verehrun…

  4. 1926-01-01 · Heft 3 · page 98

    Art ist Leone, das,, Schäflein Gottes", des Franziskus besonderer Liebling. Er bewahrt schriftlich die Worte des Meisters und trägt als Amulett das Blättchen bei sich, auf das jener mit geheiligter Hand den Priestersegen geschrieben hat, mi…

  5. 1926-01-01 · Heft 3 · page 99

    sogleich auf jeden Erreichbaren ausdehnt. Und so wird den Brüdern eine Begnadung zuteil: Aufbruch ihrer Herzen zueinander. Alle Sonderung durch Besitz, Stellung, Wissen, alle im Herkömmlichen und Gewohnten wurzelnde Lebensform ist hinter ih…

  6. 1926-01-01 · Heft 3 · page 100

    über der alten engen Portiuncula die Riesenkuppel eines Domes sich wölbt, das Herzstück eines neuen Sanktuariums liegend und schützend, das von des Meisters eigenen Händen erbaut und in die Kirche hineingetragen worden ist. Ihr geweihter Ra…

  7. 1926-01-01 · Heft 3 · page 101

    die er mit seiner Gemeinschaft in die Wirklichkeit von K rche und Welt wandert, über der Entwicklung der neuen Bruderschaft zum anerkannten Orden, schattet der schwere Ernst alles äußersten christl chen Kampfes um das Heil. Die gegebene For…

  8. 1926-01-01 · Heft 3 · page 102

    Aussätzigen zu schaffen und gar der Besitz eines Hauses in Bologna, das wissenschaftlicher Beschäftigung dienen soll, streifen hart an Ketzerei gegen den Meister: mit Entschiedenheit wehrt er diese Dinge ab. Mehr als ein Jahrzehnt vergeht, …

  9. 1926-01-01 · Heft 3 · page 103

    Sammlung und Verfassung wird jetzt unterm Einspruch des lenkenden Geistes die Lebensweise gegründet, aufgezeichnet, verfestigt. Vorwurf aus Privatoffenbarung wird losgelöst und umstilisiert in Gegenwurf der Regel - aus der Uberhelle heimlic…

  10. 1926-01-01 · Heft 3 · page 104

    raten, ihre heiligen und vom Herrn Papst bestätigten Satzungen44, erzählt Jakob de Vitry. Von Franziskus selber aufgerufen, mischt, skandierend, die Kirche ihre Stimme in den Chor; als irdische Bauherrin tritt sie, den Plan ausdeutend und d…

  11. 1926-01-01 · Heft 3 · page 105

    Aber die Stimmen der anderen schweigen nicht. Gesetz verlangt die Welt, formstrenge Satzung, Deutlichkeit der Gestaltung wünscht die Kirche. Denn die Welt der Menschen will für immer geordnete Welt sein und die Kirche will ewig aus ihr selb…

  12. 1926-01-01 · Heft 3 · page 106

    sten und zweiten Regel lebendig ist und was geradezu endlicher Vollziehung der geschehenen Erlösung gilt, das schweigt in dem endgültigen Gesetz - bis auf die eine Bemerkung, daß die größte Armut die Brüder „zu Erben und Königen des Himmelr…

  13. 1926-01-01 · Heft 3 · page 107

    ich vertraue auf die Henker des Herrn, durch die Gott euch bestrafen und in großer Wirrnis zu eurem Stand zurückführen wird - ihr mögt wollen oder nicht!66 Und wie es immer irgend einmal aus den Herzen der Wahrhaftigen aufschreit, wenn Wide…

  14. 1926-01-01 · Heft 3 · page 108

    christliche Charakter kund. Keine abgezogene Lebensregel, sondern das in strenger Linienführung durchgeformte Leben selber trägt das Gesetz des Heils und wird zum Muster für die Glieder der brüderlichen Gemeinschaft. So vergegenständl cht s…

  15. 1926-01-01 · Heft 3 · page 109

    tas dei und der humana civilitas, hat jenen Menschen des äußersten Lebens ihren Platz, ihre berufliche Stelle als Glieder des Gottesstaates anzuweisen. Der Gehorsam des Franziskus beruht auf der tatsächlichen Gewißheit, daß das corpus chris…

  16. 1926-01-01 · Heft 3 · page 110

    macht, ist, neben der Schaffung des irdisch-regelnden Rechtssatzes die zweite der Kirche wesentliche Sonderung ihres elementaren Bestandes. Diese Arbeit am Dogma, die fast gleichzeitig mit der Kodifizierung des römischformalen Kirchenrechts…

  17. 1926-01-01 · Heft 3 · page 111

    Dominikus. Es kennzeichnet Art und Wirken des spanischen Theologen, daß seine erste Gründung eine Zufluchtsstätte für Mädchen ist, die in Gefahr sind, unter ketzerischen Einfluß zu fallen; ist Franziskus der Helfer, so Dominikus der Streite…

  18. 1926-01-01 · Heft 3 · page 112

    gehalt der Kirche, das die Lehrpredigt rein herausstellt, ist dokumentarisch und nicht an ein persönliches Dasein verhaftet, nicht exemplarisch, wie das Tun evangelischen Lebens. Weniger stark zur Schau gestellt, mittelbar, im Sachlichen wi…

  19. 1926-01-01 · Heft 3 · page 113

    apostolische Leben jenes einen Mannes als segnendes ideales Bild; seiner Fürsorge vertrauen sie sich mit allem Um und An ihres Daseins, ihrer Augenblicklichkeit, ihrer Relativität. Franziskus antwortet den drängenden Bitten, die zu ihm komm…

  20. 1926-01-01 · Heft 3 · page 114

    übend, schon in der Frühzeit: ihren tiefsten Instinkten entspricht dies jenseitige Heldentum wie jenes diesseitige. Mitteninne zwischen dem gegebenen unableitbaren, materialen Gesetz des Einen Volkes und der späteren erdachten, aus der Idee…