Mannheim
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19261929
  1. 1926-01-01 · Heft 3 · page 115

    LEHRER ODER FÜHRER?1) ZWEI STIMMEN AUS DER JUGENDBEWEGUNG 1. Ein Brief an Eugen Rosenstock Heidnisch nennen Sie den Lebensstil der Jugendbewegung. Das ort schreckt und läßt deshalb überlegen. Wir sind gefallene Engel, ausgeschlossen aus der…

  2. 1926-01-01 · Heft 3 · page 116

    2. Lehre und Führung Es gilt: wer von außen die deutsche Jugendbewegung erkennen will, darf sich nur an das Bild der Jungengruppe halten (die nicht „natürlich", sondern wesentlich geistiger Art ist). Wer andere Erscheinungen ihres Lebens al…

  3. 1926-01-01 · Heft 3 · page 117

    in der Sinnlosigkeit an den Sinn zu glauben - und wär's auch nur der, mit dem Opfer des eigenen Lebens die Sinnlosigkeit bis zum Ende zu leben, daß Raum frei wird für ein Neues. - Dies Motto, als letzte Burg des Glaubens vor sicherem Tode g…

  4. 1926-01-01 · Heft 3 · page 118

    Eine neue Schar steht heute dort, wo 1914 ihre Führer der Übermacht des Schicksals erlagen, das keine Zeit zur Reife ließ. Um so härter steht sie heute nach diesem Bild jüngster Erfahrung, je stärker sie selbst in Gefahr steht, sich nicht d…

  5. 1926-01-01 · Heft 3 · page 119

    gilt es ernst zu nehmen, nicht ihre „Führermacht" oder die vorgeschobene Surrogatphilosophie, mit der sie sich selbst zu täuschen verbuchen. Auf dieses schlechte Gewissen sind heut alle anzusprechen - denn die Gruppe ist Wirklichkeit - jede…

  6. 1926-01-01 · Heft 3 · page 120

    lichkeit erneuende Gruppe, die diesen Sinn ständig als lebendige Wirklichkeit verbildlicht, nie der Einzelne. Das Gesetz gilt völlig unabhängig von der Größe, Reinheit und Reife dieses einzelnen Führers als ein Gesetz des geistigen Werdens …

  7. 1926-01-01 · Heft 4 · page 1

    FLORENS CHRISTIAN RANG INTUITION Aus nachgelassenen autobiographischen Aufzeichnungen Jenes, was man Intuition nennt, habe ich zweimal in überwältigender Stärke gehabt. Das zweite Mal, als ich seelisch erschüttert der Entscheidung nahte, de…

  8. 1926-01-01 · Heft 4 · page 2

    leeren unendlichen Raums; zur konstruierbaren Linie und ihrem Körperkristall gewann ich auf einmal die Anschauung des Lebens, des organischen, das den Kristall und sein mathematisches Gesetz hinter sich läßt. Und das ganze Reich der christl…

  9. 1926-01-01 · Heft 4 · page 3

    Ameise fiel. In diesem Augenblick sah ich - ohne wie gesagt von den modernen Naturwissenschaften mehr als Schlagworte zu wissen - die Bewegung als solche, ohne Bewegendes noch Bewegtes, - die Idee der Substanz als Energie, den actus purus, …

  10. 1926-01-01 · Heft 4 · page 4

    RUDOLF EHRENBERG GOTTESREICH UND ORGANISCHES LEBEN 1. Das Geheimnis - oder, wie man heute wohl sagt, das Irrationale - ist in der Predigt wie in der Religionstheorie der meistgebrauchte Begriff, um den Ort der im Glauben erfaßten Wirklichke…

  11. 1926-01-01 · Heft 4 · page 5

    bildung geworden. Sie ist auch über alle praktischen oder abstrakt theoretischen Motive hinaus der Grund, der die Lebensforschung zu der wichtigsten Angelegenheit des menschlichen Erkennens macht. Nicht etwa, um dem Geheimnis den Charakter …

  12. 1926-01-01 · Heft 4 · page 6

    sondere Fassung ausdrücklich bewahren soll. Das wäre der Versuch einer natürlichen Gotteserkenntnis, einer Metaphysik des Schöpfers aus der Physis des Geschöpfes. Auf der anderen Seite des Gleichnisses darf nur das Reich Gottes, ■/) ßaoikti…

  13. 1926-01-01 · Heft 4 · page 7

    Glaubensgegenstand ins Auge fassen. Wenn wir vermeinen würden, in der Gottheit selbst unmittelbar etwas erkennen zu können, so würde Offenbarung inhaltsleer, Glaube gegenstandslos. Die Polarität von Sehöpfer und Geschöpf wäre umgekehrt, uns…

  14. 1926-01-01 · Heft 4 · page 8

    Über unserem Unternehmen steht also das Wort vom Himmelreich, das gleich ist einem Senfkorn, oder - in der Ubersetzung in die profane, aber nicht ungläubige Sprache des lebensnächsten Dichters: Ist nicht der Kern der Natur Menschen im Herze…

  15. 1926-01-01 · Heft 4 · page 9

    „Organisches Leben44 besagt, daß lebende Teile zu einem lebenden Ganzen zusammenwirken. Wenn diese Definition gilt, ist dann nicht der Zusatz „organisch44 zu „Leben" überflüssig, gibt es Leben, das nicht organisch wäre? Es ist mehr eine Kon…

  16. 1926-01-01 · Heft 4 · page 10

    zellige Gebilde gibt, deren Leib deutlich sichtbare organartige Bildungen in sich aufweist, auch die einfachste Zelle läßt ein Zusammenwirken verschiedener Teilvorgänge zum Ganzen erkennen. So hat der Kern deutlich andere Aufgaben und Fähig…

  17. 1926-01-01 · Heft 4 · page 11

    Wenn es gestattet ist, diese Beschreibung eines Naturvorganges sprachlich zu übersetzen, so wird, wie ich glaube, die Einheitlichkeit des Lebenswirklichen deutlich. Das Ei ist gewissermaßen aus seinem eigenen, selbstgewirkten Schicksal hera…

  18. 1926-01-01 · Heft 4 · page 12

    Zelle ebenfalls ein aus vielerlei Teilgeschehen zusammengewirktes Ganze darstellt. Ist es nun wirklich nicht möglich, zu einer wahren lebenden Einheit zu gelangen, in der Zelle schließlich auf das unterste lebende Etwas zu stoßen, in dem si…

  19. 1926-01-01 · Heft 4 · page 13

    Natur und Geist faktisch ist. Im Menschen wird Leben sein selbst bewußt, und dieses Selbstbewußtsein heißt in der Sprache des Glaubens Sündenbewußtsein, Erlösungsnot, also Gefühl der Geschöpflichkeit. Wäre, wie jedem Lebensträger, so doch d…

  20. 1926-01-01 · Heft 4 · page 14

    ratur - mit dem Erweis der Unzulänglichkeit dieser mechanistischen Annahme brauchen wir uns nicht mehr aufzuhalten. Es kann auch kein vitalistisches Apriori des Lebens sein, eine übermaterielle Präexistenz der materiellen Wirklichkeit des I…