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Die Kreatur · 1926-01-01 · Heft 3 · page 109

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Kreatur
Volume
1 (1926-1927)
Issue
Heft 3
Date
1926-01-01
Page
– (sequence 109)
Language
German
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tas dei und der humana civilitas, hat jenen Menschen des äußersten Lebens ihren Platz, ihre berufliche Stelle als Glieder des Gottesstaates anzuweisen. Der Gehorsam des Franziskus beruht auf der tatsächlichen Gewißheit, daß das corpus christianuin der Völkerwelt von heiligen Rechts wegen dem corpus mysticum Christi, der Kirche, gehört und daß ohne den Gehorsam der Apostolat unmöglich wäre, durch den er in christlicher Weise die Herzen der Söhne mit dem Willen der geistigen Väter, den Glauben mit dem Recht vereinigen soll: Bleibt getreu und ergeben den Leitern und Priestern unserer heiligen Mutter, der Kirche'* - dies Wort spricht der Sterbende als letztes Vermächtnis zu seinen Brüdern. Gerade in seinem Gehorsam zeigt er sich als Mensch der ökumenischen Epoche, als echter Sohn der großen romanischen Kulturkirche, deren Machtrund die christliche Weltpflege umgreift, als Stützer der sakramentbehütenden und erdbeherrschenden Gottesburg, die durch das Gesetz des Gehorsam;* gegen jeden stürmischen Endzeitwillen gesichert werden soll. In dem. was Franziskus will und in die kirchliche Tat umsetzt, zeigt sich also noch kein Widerspruch zwischen „Religion" und „Kultur"4, der ja für die Kirche als Gestalt ebensowenig bestehen darf, wie er für das Eine Volk bestehen kann; in der Atmosphäre und im Stil franziskanischen Lebens haben diese Worte jedenfalls keinen streitenden Gegensinn. ★ k k Da, wo in seinem Testament, der Summe seines Lebens, Franziskus den Gehorsam gegen die Kirche und ihre Priester aus ihrem besonderen Amt begründet und von der mystischen Gott-Gegenwart in Fleisch und Blut spricht, finden sich die Worte: „Alle Theologen und die den Dienst an dem hochheiligen göttlichen Wort versehen, müssen wir achten und ehren, weil sie uns den Geist und das Leben vermitteln.u Damit bekennt er sich zum christlichen Gott-Glauben im Geist und in der Wahrheit, läßt neben der sakramentalen Gegenwärtigkeit des Menschgewordenen die kirchliche Auslegung des Gottoffenbarenden, neben dem geschehenden Wunder der Wandlung das deutende Wissen um die Erlösung bestehen; er erkennt die Arbeit an, die die Geister der Kirche zu leisten haben, um ihren heiligen Sinn in der Gestalt des Gedankens, in der Form der Lehrbarkeit für alle Christen herauszustellen. Die Formulierung des Glaubenssatzes, der die Gott-Weltbeziehung der Offenbarung und Erlösung christlich verfestigt und deren einmalige Vollkommenheit zur sicher beruhenden Idee

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