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Die Kreatur · 1926-01-01 · Heft 3 · page 103

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Kreatur
Volume
1 (1926-1927)
Issue
Heft 3
Date
1926-01-01
Page
– (sequence 103)
Language
German
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Sammlung und Verfassung wird jetzt unterm Einspruch des lenkenden Geistes die Lebensweise gegründet, aufgezeichnet, verfestigt. Vorwurf aus Privatoffenbarung wird losgelöst und umstilisiert in Gegenwurf der Regel - aus der Uberhelle heimlicher Schauung wird das zerstreute Tageslicht öffentlicher Sicht. Dem unter den Augen der Brüder aufgeschlagenen Evangelienbuch ist die erste Fassung der Grundsätze entnommen; entsprechend verlangt sie von den Brüdern das gleiche, was der Traum in Spoleto von Franziskus verlangt hat: die willige Dienstfolge gegenüber dem höchsten Herrn. Das Leben nach der Weise der frohen Botschaft und ihrer Träger steht in den drei Sätzen aus Matthäus und Lukas fest: mit ein paar schlichten eigenen Worten dazu, die kaum mehr sind, als ein Hinweis auf die Zweckbestimmung oder eine Überschrift, schreibt sie Franziskus einfach ab. Damit setzt er sein und der Seinen Leben und Treiben dem Vorgang und \\ andel des Nazareners und seiner Jünger gleich, und das bleibt in Geltung, solange diese Schar auch der weihenden Zahl nach dem Kreis des Anfangs entspricht. Aber in dieser neuen Folge wird die apostolische Zwölfzahl ganz von selbst überschritten; für die größere Menge seiner Gefolgschaft muß Franziskus die erste Formel durch Einfügungen und Anweisungen ergänzen, die „zur tJbung in der saneta conversatio"'- diese Benennung der heiligen Gemeinde ist noch ein Merkmal ihrer Intimität, ihres Zwiegesprächscharakters - „nötig sind". Die erste und wesentliche derartige Einfügung ist die Bestimmung des Ordensnamens der „Minores** als Kennwort und Rufzeichen in aller Welt; eine zweite richtet das innere l eben der großen Familie durch die Mahnung, „daß die Brüder keine Kopthänger sein sollen, sondern fröhlich im Herrn, heiter und freudigen Sinnes." So umfassen und umhegen, nur betonend, was schon im \\ esen besteht, gegebener Name und verlangte Haltung die heiligen Kernsätze. In S. Damiano hat nur die göttliche Stimme zu dem ums Ziel Betenden gesprochen. Da er längst nicht mehr allein wirkt, wie damals in wortlicher Befolgung des Bauauftrags, sprechen nun die Menschenstimmen der am Werk beteiligten Bauleute fragend und verlangend mit. Auf den Generalkapiteln sagen auch die Brüder, die Minister und Vikare, ihr menschliches., dem Meister oft wohl allzuirdisches Wort und neben dem bescheidenen Meinen und Bitten der Einfältigen klingt Rat und Anspruch der Geistigen auf. „Sie verfassen und verkünden dabei, von guten Männern be- SV)

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