Die Kreatur
- Journal
- Die Kreatur
- Volume
- 1 (1926-1927)
- Issue
- Heft 3
- Date
- 1926-01-01
- Page
- – (sequence 107)
- Language
- German
- Belongs to
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ich vertraue auf die Henker des Herrn, durch die Gott euch bestrafen und in großer Wirrnis zu eurem Stand zurückführen wird - ihr mögt wollen oder nicht!66 Und wie es immer irgend einmal aus den Herzen der Wahrhaftigen aufschreit, wenn Widerhall der Welt ihnen das eigene Wort verfremdet, so kommt es von den Lippen des Mannes, dem die Mühe um das Heil der Menschen die Seele verwundet und die Strenge eigenen büßent? den Lebens den Leib zermürbt hat: ,,Wer sind sie, die mir meinen Orden und meine Brüder aus den Händen winden? Wenn ich bis zum nächsten Kapitel noch lebe, werde ich ihnen klarmachen, wie ich's meine!*" So fahren seine Worte auf, gewillt, das widerstrebende Rausehen der Zeitlich - keit zu übertönen und in die Ohren der Fernsten hineinzuhallen - derer, für die sein „Habt ihr's gehört?" aber nicht jenes ewig andere ..Höre. Israel!" erklungen ist. Solcher Zorn entstammt nicht der Gemütsart gerade dieses Sprechenden und das verweisende „Ihr!"" ist nicht der Ausbruch einer wenn auch noch so begründeten Gereiztheit; hier redet nicht einfach ein zornmütiger Mensch: die Unbedingtheit der Sache selbst, die mehr ist, als nur sein Anliegen, kleidet sich in das härene Gewand der Strenge und Unerbittlichkeit. Die zu zwingender Gewalt gesteigerte \\ ucht der Autgabe, dieser Wille zum ganz und gar Anderen, ersteht als prophetisch zürnendes Wort, als Wirklichkeit in dieser Welt des ewigen >u>ch-nieht, al> Feuersäule zwischen Künder und Gemeinde - ein fast selbständiges Wesen und nicht mehr nur Ausdrucksmittel dieses Menschen. Franziskus der Mensch, hat ja nichts vom eifervollen Fanatiker : der Materie seines Daseins wohnt der Eifer inne, der ihn nun, nachdem als Ergebnis seines Apostolats das geschlossene Gebilde des Ordens dasteht, das gesprochene Wort auch noch in geschriebenen Sendbriefen verfestigen läßt. An die Brüder und an die Oberen des Ordens ergehen diese Briete: mit ihrem Leben, jetzt und in Zukunft, soll die Gemeinde sie beantworten. .Nur in diesem Sinne sind sie paulinisch; theologische Gedanken erwartet niemand von ihnen. Auch neue leitende Gesichtspunkte geben sie nicht: sie führen lediglich das aus, was in der besiegelten Regel dem \\ ortlaut nach nicht steht; in ihren Sätzen gibt sich sachlich der Lebensinhalt, der noch einmal, in der persönlich bestimmten Prägung des wirklich letzten Willens, als Testament des Franziskus zur objektiven Darstellung kommt. Hier spricht der im irdischen Wandel vollendete Mensch; einmaliges Dasein hebt sich zu dauernder Gültigkeit; menschlich geklärt gibt sieh der ö n h