Mannheim
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486
19261929
  1. 1926-01-01 · Heft 2 · page 107

    hinter allen Worten eigentliche^Realität und überzeugende Kraft aus dem Geist, ihrer Gemeinsamkeit. Das Wissen um einander aus Blick, Gebärde, Andeutung genügte. Der streng gehütete Innenraum aber schützte diese restlose Bloßlegung und Heß …

  2. 1926-01-01 · Heft 2 · page 108

    das Noch-nicht eines zweiten Aufbruchs verbieten es dem Beteiligten, sich mit diesem Zwischenstadium der Not als einer endgültigen Gestalt zufrieden zu geben. Sie verbieten es allerdings auch Außenstehenden, dieses Zwischenstadium zum Subst…

  3. 1926-01-01 · Heft 2 · page 109

    4. Wir haben versucht ganz kurz die verschiedenen Situationen und Schicksale von Lehre und Führung anzudeuten, um zu zeigen, daß jeweils verschiedene Lösungen für ihr Verhältnis am Platze waren. Die Zweischwerterlehre des Mittelalters gilt …

  4. 1926-01-01 · Heft 2 · page 110

    Lernens und Einsatzes des Bundes der Älteren, die politische Lehre aber die Form, in der eine geistige Führung ihren Auftrag an eine werdende geistige Führung folgender Generation weitergibt. Die Wesensschranken zwischen Lehre und Führung s…

  5. 1926-01-01 · Heft 2 · page 111

    FRANZ ROSENZWEIG EIN GEDICHT DES JEHUDA HALEVI1) Der Name Jahraus, jahrein in Deinem Haus faßt Lagerstand das Glücksvolk, wo Dein Name d…

  6. 1926-01-01 · Heft 2 · page 112

    …rhabne Schöpfer schlägt „Wohnung" auf, und der abstrakteste Gott der Philosophie hat „Sein" im zerschlagnen Herzen. Als Hermann Cohen noch in Marburg war, setzte er einmal einem alten Marburger Juden die Gottesidee seiner Ethik auseinander. Der hörte eh…

  7. 1926-01-01 · Heft 3 · page 1

    LEO :SCHESTOW WISSENSCHAFT UND FREIE FORSCHUNG C'est un enchantement incomprehensible et un assoupissement surnaturel . . . pascal Dann aber muß man glauben, Es geschaut zu haben, wenn die Seele plötzlich (t^uicpi'r^) ein Licht durchleuchte…

  8. 1926-01-01 · Heft 3 · page 2

    zu denken, daß es den Philosophen gegeben sei, „frei" zu denken und zu forschen. Der Philosoph wächst, wie eine Pflanze aus dem Erdboden, aus der Vergangenheit hervor. Und während Thaies bei dem Gelächter und den beleidigenden Worten der Th…

  9. 1926-01-01 · Heft 3 · page 3

    und tatsächlich gemeint hätte, man könne sich mit einer so leichtsinnigen Überlegung über die von Kant aufgestellten Fragen hinwegsetzen. Alles spricht dafür, daß der Gedanke Hegels viel tiefer und ernster war, und gerade deshalb, weil er t…

  10. 1926-01-01 · Heft 3 · page 4

    …sse vor dem Willen dieses eigensinnigen, aber für ihn unüberwindlich bezaubernden Weibes — drdyxrj gt/J^cm, um sich mit Aristoteles' Worten auszudrücken. Und nun stellt sich plötzlich heraus, daß die oberste Instanz, die endgültig und ein für allemal …

  11. 1926-01-01 · Heft 3 · page 5

    Kant, Aristoteles einerseits und der liederliche Figaro anderseits. Aber ganz abgesehen davon, daß „Empörung" durchaus nicht als Einwand …

  12. 1926-01-01 · Heft 3 · page 6

    gewünschten Resultat führen wird? Wie aber, wenn wir zum entgegengesetzten Resultat gelangen w ürden, wenn der Wunsch, die Überzeugung zu begründen, diese nicht nur nicht festigen, sondern untergraben würde? Wir besitzen ein Wissen, und das…

  13. 1926-01-01 · Heft 3 · page 7

    Spinoza seine Wahrheiten einkleidet, haben ihren Dienst getan. Sie haben, wie einstmals ein Diener den König der Perser an die Athener erinnerte, Spinoza daran erinnert, daß die Metaphysik keine \\ illkür enthalten dürfe, sondern strenge Wi…

  14. 1926-01-01 · Heft 3 · page 8

    den menschlichen Leidenschaften so zu handeln, als sei von Flächen und Dreiecken die Rede, er legt das feierliche Gelübde ab, aus seinem philosophischen Wortschatz alle Worte auszumerzen, die auch nur im geringsten an menschliche Wünsche, m…

  15. 1926-01-01 · Heft 3 · page 9

    sich selbst ebenfalls die gleiche Sicherheit und Allgemeingültigkcit beansprucht, so gibt es für sie keinen anderen Ausweg. Sie muß nur das intelligere anstreben und alles, was nicht in den Rahmen des intelligere hineinpaßt, als nicht exist…

  16. 1926-01-01 · Heft 3 · page 10

    Dreieck zwei rechte beträgt -, ob es einen Gott gibt, sondern ob man die volle Frömmigkeit bewahren kann, an die sich im Laufe der Jahrhunderte die durch die Heilige Schrift erzogenen Völker gewöhnt haben. Spinoza, der an die Unfehlbarkeit …

  17. 1926-01-01 · Heft 3 · page 11

    der Winkel im Dreieck gleich zwei rechten ist, der Mensch gehören wird und alles das geschieht, was im Leben vorkommt. . . Und was auch immer die Geschichtsphilosophen sagen mögen. >o ist es den Nachfolgern Spinozas bis auf den heutigen Tag…

  18. 1926-01-01 · Heft 3 · page 12

    im Brunnen liegen sah, Susanna sagte ganz offen, daß für sie ihre Laune die einzige Wahrheitsquelle sei. Haben Sie jemals etwas Ähnliches aus dem Munde von Vertretern der Weisheit zu hören bekommen? Nicht einmal die Sophisten, die doch weiß…

  19. 1926-01-01 · Heft 3 · page 13

    …stlichen Wissenschaft zu bemühen. Doch war das, was er Versöhnung nannte, Verrat. Einige Kirchenväter, wie zum Beispiel Tertullian, gaben sich hierüber Rechenschaft. Aber nicht alle sahen, wie Tertullian, worin das esen des hellenischen Geistes und d…

  20. 1926-01-01 · Heft 3 · page 14

    … unsere Zeitgenossen oder für das Altertum: man darf nicht vergessen, daß auch das „religiös44 gestimmte Mittelalter in Aristoteles offen den praecursor Christi in naturalibus verehrte und insgeheim den Gedanken hegte, daß der Philosophus ein Vorläufe…