Mannheim
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19261929
  1. 1926-01-01 · Heft 2 · page 87

    sachern der Kirche drohen; auch was im Anbeginn friedlichen Sinnes scheint, das schlägt, wie die Bewegung des Peter Waldes, in Ketzerkampf um. In Spannung und Widerstreit lebt die Zweiheit von formendem Geist und lebendigem Stoff, von gesta…

  2. 1926-01-01 · Heft 2 · page 88

    empfiehlt Francesco als einen, durch den Gott in der ganzen Welt den Glauben der Kirche wiederherstellen wolle. Innozenz bedenkt sich: ihn schrecken die Spuren der Ketzereien und er erwägt die Schwere solch unbedingten Lebens für eine mensc…

  3. 1926-01-01 · Heft 2 · page 89

    und Lernen, zeichnet die Zeit ihre Charaktere: ihr Lied, ihr Sehnen und ihr Streit klingt und blitzt in seine erwachende Seele. Neben der den La'enkreisen zugänglichen Bildung formt französische Sprache und Kultur den Geist des Heranwachsen…

  4. 1926-01-01 · Heft 2 · page 90

    läßt, ichbetonte Antworten auf Fragen einer Weltlichkeit, deren bunte Ströme in ihn eingegangen sind. Den Gehalt der Zeit hat dieser Mensch nicht als Lehre und geordnete Wissenschaft, sondern wie ihn der Lebensalltag ihm zutrug, empfangen; …

  5. 1926-01-01 · Heft 2 · page 91

    Straße stehenbleibt, versinkt endlich der Weg zu weltlicher Lust völlig vor seinen Augen. Versuche und Vorübungen zu einem noch unerkannten Ziel setzen ein; er unternimmt eine Wallfahrt nach Rom und spielt dort an geweihter Stätte, im einge…

  6. 1926-01-01 · Heft 2 · page 92

    eine irdisch-zeitliche und eine jenseitig-ewige Welt. Er selber aber hat sich als den Einer und Mittler zwischen die beiden Welten gestellt. In der Absage des Francesco geschieht etwas Ähnliches - nicht das Gleiche: er legt seinen welthch-b…

  7. 1926-01-01 · Heft 2 · page 93

    die sich zu ihm gesellen. Mit elf Genossen begibt er sich als Haupt einer neuen Bruderschaft auf jene Fahrt nach Rom, wo das Jawort des Papstes sein Beginnen segnet; das Hohnlachen über den Sonderüng verstummt. ★ * ★ Jetzt wird das Leben de…

  8. 1926-01-01 · Heft 2 · page 94

    Weisheit Salomos besäße und träfe in einem Dorf einen armen niedren Priester - ich würde nicht predigen ohne seine Erlaubnis", sagt Franziskus in seinem Testament; und er will diese Männer lieben und ehrfürchten und nichts von der Sünde seh…

  9. 1926-01-01 · Heft 2 · page 95

    zu werden und ihm anzugehören, ist die Lebensgewißheit dieses Mannes für die Völker, die genau ebenso starkist, wie seine Heilsgewißheit in der Kirche. Was bisher der Kirche unmöglich schien, weil sie es mönchischem Geist vorbehalten und sc…

  10. 1926-01-01 · Heft 2 · page 96

    … (zeitungsgemäß verflacht Theorie und Praxis) in der Neuzeit. Luther versuchte in den zwei lapidaren Eingangssätzen der Freiheit eines Christenmenschen die Spannung zu brechen und nur die beiden Pole ohne das verbindende Und stehen zu lassen. Es ergab sich daraus in der …

  11. 1926-01-01 · Heft 2 · page 97

    sam werden, wenn ein drittes Jahrtausend die nachchristliche Geschichte sinnvoll fortsetzen soll. So kommt es darauf an, den welthistorischen Sinn dieser Spannung herauszustellen, um für ihre zeitliche Bedingtheit und ihre Lösung offen zu w…

  12. 1926-01-01 · Heft 2 · page 98

    Papst und Kaiser, Mönch und Ritter, der zölibatäre Geist und das nicht - vergeistete Blut. Aber das geistliche Schwert hatte den Primat. Das Blut wurde dem Geiste dienstbar gemacht und dadurch indirekt in die geistige Aufgabe einbezogen. Es…

  13. 1926-01-01 · Heft 2 · page 99

    bei Führer und Gefolge, war es keineswegs so, daß jedes Geschlecht sich trunken in den Abgrund der Zeit stürzte. So wenig, daß hier natürlich gleichnishaft das Geheimnis des Lebens sich andeutet: nämlich, daß es überlebendes, den biologisch…

  14. 1926-01-01 · Heft 2 · page 100

    Vergangenheit viel weniger zu tun hat als mit - eben dem römischen Imperium. So einzig kann Rosenstocks Unterschied einaltriger und mehraltriger Zeit (wir sagen trotz aller Einwände lieber: mythischer und geschichtlicher Zeit) von allen Miß…

  15. 1926-01-01 · Heft 2 · page 101

    begingen, Menschen von Fleisch und Blut zu sein. Das Schreckensregiment der Tugendmänner von 1794 lehrt es ein für allemal, daß die Herrschaft des abstrakten Geistes nur einen Moment der Selbstvernichtung erfüllen kann, wo die Herrschaft de…

  16. 1926-01-01 · Heft 2 · page 102

    das Blut. Entweder der abstrakte, zerstörende Geist vermehrt das Chaos, dem sie wenigstens für ihr Alter steuern wollen, oder, wenn er wirkender Geist der Wiedergeburt wäre, würde er sie zu einer geschichtlichen Aufgabe berufen, die sie nic…

  17. 1926-01-01 · Heft 2 · page 103

    Leben umsetzt, kurz eine „fröhliche Wissenschaft*4 ist (man beachte die Verwandtschaft dieser Bezeichnung mit „Evangelium"). Weil aber der prädestinierte Denker Nietzsche nicht in solche neue Form des Denkens einleben, keinen Boden finden, …

  18. 1926-01-01 · Heft 2 · page 104

    mehr beruhigen bei den Qualitäten dessen, was er denkt; es wird entscheidend, daß gerade diesen Menschen gerade jetzt, gerade dieses, durch gerade diesen zu sagen not tut. In dieser Werbung aber der Lernenwollenden um ihre Läuterung und ges…

  19. 1926-01-01 · Heft 2 · page 105

    das Prädikat Jugend anreden und fand es ganz in der Ordnung, daß man als Äquivalent für die billige Anerkennung der „ Jugendbewegung nun das Ende der Bewegung mit dem Ende der Jugend, also mit zwanzig, spätestens fünfundzwanzig Jahren, als …

  20. 1926-01-01 · Heft 2 · page 106

    war auch die intimste Beziehung nur und gerade Kernzelle des Bundes und geschwängert von der Luft des Gerichtes. Und andererseits war auch die sachlichste Anweisung, der trockenste Dienst, nur Geschehen zwischen den benannten und gekannten …