Mannheim
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19261929
  1. 1926-01-01 · Heft 3 · page 15

    pflegt. Er sagte durchaus nicht das, was er dachte, und zw ar tat er dies recht oft. Es ist nicht wahr, daß er seine Philosophie nicht für die beste, sondern nur für die wahre gehalten habe. Es ist auch nicht wahr, daß er, als er sie schuf,…

  2. 1926-01-01 · Heft 3 · page 16

    Trunkenen, wie einstmals Anaxagoras für Aristoteles. Und er wurde auch zum Heiligen kanonisiert - wir brauchen uns nur an die begeisterten Worte Schleiermachers zu erinner…

  3. 1926-01-01 · Heft 3 · page 17

    …Schlummer, ein weiterer Glauben an das Verstehen, an das intelligere unmöglich und unnütz werden würde und daß sie, wie Tertullian, sich der Gewalt der Einflüsterungen desTeufels entwindend und zur endgültigen \\ irklichkeit erwacht, alle ihre Fessel…

  4. 1926-01-01 · Heft 3 · page 18

    bilde des höchsten Kriteriums der mathematischen Wahrheiten schuf. Und eine solche Philosophie erschien allen als eine „erhabene" par excellence. Die Moral, ebenso wie ihre Mutter, die Vernunft, oder das, was man Vernunft nannte, wurde auto…

  5. 1926-01-01 · Heft 3 · page 19

    ausgedrückt: man darf nicht ungestraft den gesunden Menschenverstand und die Wissenschaft mißachten. Gerade deshalb hatten es Hume und Kant so eilig, die gesehenen Wunder zu vergessen, und gerade deshalb klammerten sie sich so fest der eine…

  6. 1926-01-01 · Heft 3 · page 20

    wohl man mir dies nicht verzeihen wird - ein Wille. Dieser Wille nun schafft jenes enchantement et assoupissement surnaturel, jene offenkundig übernatürliche Bezauberung, von der bei Pascal die Rede ist und die weder Kant noch die Erkenntni…

  7. 1926-01-01 · Heft 3 · page 21

    „Wunderbare44 aus ihrem Blickfeld verschwindet („das Wunder schwindet64). Bei einer solchen freiwilligen Selbstbeschränkung, wie sie das menschliche Denken offenbar in keiner historischen Epoche gekannt hat, identifiziert sich die Wissenseh…

  8. 1926-01-01 · Heft 3 · page 22

    FLOREINS CHRISTIAN RANG VOM WELTBUCH DER PERSON Das 59. Sonett Shakespeares übersetzt und erklärt1) If there be nothing new, but that which is, Hath been before, how are our brains beguiPd, Which, labouring for invention, bear amiss The sec…

  9. 1926-01-01 · Heft 3 · page 23

    1. Das Einzig-Ewige ist neu, das Einzig-Ewige ist alt; neu dem, der es erlebt, alt dem, der es bedenkt. Wie kann aber Neues sein, wenn, wohl bedacht, es schon alt ist? Dadurch, daß das Denken - in seinem Schoß, dem Gehirn (brains, V. 2) - d…

  10. 1926-01-01 · Heft 3 · page 24

    durch eine Naturgeburt nicht aus der Bahn; die bloße Tatsache - ,das was ist4 daß ein herrlicher Mensch ward geboren - den Mitlebenden ein Wunder beweist nicht, daß ein ebensolcher nicht schon war - und verging; beweist nicht, daß auch er n…

  11. 1926-01-01 · Heft 3 · page 25

    …chte selb schichtet über sie hoch und aufruft zum Zeugen, daß eben sie Trägerin des übergeschichtlichen Kinds. Fran^ois Victor Hugo (Sohn Victor Hugos) hat in seiner sonst reichlich romanhaften Erklärung der Sonette dem unsern folgende Anmerkung gewid…

  12. 1926-01-01 · Heft 3 · page 26

    zur Seelenkraftsammlung. Auch das, was als Phylogenese den Heutigen Entdeckung ihrer heutigen Wissenschaft von Entwicklung zu sein scheint, ist-und wahrlich tiefer, weil als Geistarbeit gefaßt! - Shakespearen, wie allen Großen, längst inner…

  13. 1926-01-01 · Heft 3 · page 27

    staben (character): des der Welt-Vernunft. Verwechseln wir ja nicht dies Bild vom Weltbuch mit den elenden uneigentlichen Vergleichen wie ,Buch der Geschichte4, ,Buch der Natur*! Shakespeare v ergleicht nicht die Welt einem Buch; nein, sieh…

  14. 1926-01-01 · Heft 3 · page 28

    nen fortlaufenden Text von Erzählung: Geschichte also als zum Weltwesen gehörig, Geschehen als den Ausdruck von Sein. Piatos schaubildliches Sein bedarf keines Werdens und drückt in ihm sich nicht aus. Shakespeare aber schaut nicht nur, son…

  15. 1926-01-01 · Heft 3 · page 29

    gen die damalige Juden-Lehre von den Engeln des Gesetzes: daß sie den Christus jenen vergesetzlichenden kosmischen Elementargeistern, dem Buchstahengebot des Schicksal gewordenen offenbarten Gesetzes als den Träger der Freiheit auch für den…

  16. 1926-01-01 · Heft 3 · page 30

    des Buchstabenbands zu verbinden; wie ihr ,Sefer Jezira4, die Grammata statt auf Moses auf Abraham zurückleitend, mit dem wunderbaren Satz schließt: „Als unser Vater Abraham geschaut, betrachtet, eingesehen, eingegraben, eingezeichnet und e…

  17. 1926-01-01 · Heft 3 · page 31

    denn wahrlich ihre Mühe ist nicht verloren gewesen: -, daß das Buch der Einheit dennoch geschrieben werden muß. Shakespeares Beitrag zum Weltschöpfe-Buch vermißt sich nicht, es zu schreiben, den ganzen Entwurf. Auch lesen will er nur einen …

  18. 1926-01-01 · Heft 3 · page 32

    den-Gewissen kämpfte, und eine Schrift sich ersehn, die in Freiheit abgrenzte : die der Freiheit Form goß und sie einschuf in Charaktere, Gesetzmäßigkeit, Weltelemente. Und noch haben wir die Tiefe der Shakespeareschen Schrift-Einsicht nich…

  19. 1926-01-01 · Heft 3 · page 33

    sind! -; wird sich bestätigen als das ewige Buch; und jeder Buchstab wird den andern bestätigen und auf ihn zurückweisen, und es wird Wahrheit sein, was Jesus gesprochen und der Talmud auch sagt (unlebendiger zwar, da er die Erfüllung nicht…

  20. 1926-01-01 · Heft 3 · page 34

    apostolischen Worte urtextlich aber eben die Engelgeistbuchstaben, die Weltelementargeister, bezeichnen - entleert haben wird, der ausgeredete und ausgeschriebene Logos -, alles versinkend in den Gott der Schrift, auf daß ER all-ein sei: ,d…