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— 70 — Feuer! Mutter und Tochter laufen davon. In wenigen Augenblicken hat der über seinen gelungenen Streich verschmitzt lächelnde Paris des Ghettos den Umtausch der gekochten Meisterwerke bewerkstelligt. Gnendel selbst ist die Eichterin u…
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— 71 — Ach dü heilige Blume, Bist ewig jüng ün schön, Nor Menschen die dumme, Willen dich gur nischt verstehen. Ün wenn ich wer bei mir gefallen, Wenn mein Seele werd verschlafft, Schlugst dü auf mir deine Strahlen, Beküm ich wieder neue Kr…
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— 72 — leben lassen, sondern unablässig zum Tragen der uralten Last und des täglich sieh erneuernden Kampfes dressieren. Wölwels Muse kennt, ebenso wie die anderen Haskaladichter, weder die Frau als Geliebte noch die Frau als Mutter. Die ei…
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— 73 — A Mittel, an alles zü vergessen, Is nor clus Gläsel Wan. In Bezug auf Sänger und Gesang gibt uns Wölwel, dieser arme Sänger des Ghettos, kaum minder kostbare Selbstbekenntnisse, als die allermodernsten Dichter. Mannigfach ist die Art…
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— 74 — liehe Dichtergaben schnöde ablehnen und mit brutalem Nachdruck für ihre Waren Geld fordern: — Sugt der Schneider, er darf kein Lieder, Es braucht nischt a jeder, Gib mir Geld guter Brüder, Un na dir Kleider. Wus toig mir Lieder, as k…
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— 75 — erbarmungsvolles Mitleid mit jeglichem Elend, Klage und entrüstete Aufwallung, hoffnungsloses Auflehnen und Anprallen gegen mitleidslose Naturgesetze, die sinnlose Weltkomödie von Glück und Unglück, die tiefen Lehren des Todes und am…
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— 76 — Oi wei, a Rüch1) in der Welt, Wemen sie benscht2) ün weinen sie schelt, Weinen sie legt, wemen auf die Füß sie stellt, Wemen sie hot feind ün vün wemen sie quellt, Wer es is bei ihr nimis3) ün wer ihr gefällt, Der Klüger, der Berie4)…
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— 77 — weg in altjüdischer Anschauung wurzeln. Im Garten der Natur, führt Wölwel aus; irrt seit vielen Jahren ruhelos und unstet ein Mann umher, der ob der ihm auf jedem Schritte begegnenden Leiden der Kreatur fortwährend mit tränendem Auge…
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— 78 — großen allegorischen Gedichte Langeweile und Unverständlichkeit fernzuhalten. Ein weises, lächelndes Verstehen aller Naturnotwendigkeit endlich bewundern wir in „Alles klugt, einer singt" (IV. 56). Schließlich ist Wölwel der Dichter …
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— 79 — Sprache. In seinem Werkelten Sifse jscheno (Przemysl, 1874 s. oben) enthüllt uns Wölwel die geheimsten Fächer seiner Seele, das, was er der schaulustigen und unterhaltungssüchtigen Menge nicht preisgeben mochte, die Liebe zu seinem V…
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— 80 - sanftem Stabe das Volk leiten wolle. Ich haue, aber ich liebe! würde ein Moderner sagen. Die Aufschriften von Wölwels Schriften belehren uns auch über die Arten seiner Satiren und über das qualitative und quantitative Verhältnis ders…
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— 81 — Klaus wenig Verständnis zeigt. Auf die begeisterte Schilderung seines „Leinens"x) in der Thora, seines „Roseh-chodesch-Benschens"2), seiner Nginim3) — „es hot geklüngen in der Klaus // ineine Nginim // züzübrümmen // senen alleNwinim…
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…e seiner Meinung nach allem Schönheitsgefühl hohnsprechender Wunderlichkeiten der deutschen Religionsgebräuche auf. Der Chasan heißt Kantor, der Schülschames ist ein „Diener". Gekleidet sind die Chasanim — Gott sei es geklagt — wie die Geistliche…
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— 83 — Wus plaudern die Reschuim1), Verlüsehen2) gur die Oiren, Beweinen sich wie in Jumim-noruim8) Dem Tug, wus sennen geboiren. — Wie lang kränkt er, zü hot er geweint, Ün noch ernst derzu gemeint, Selichos4) ün Rosch-haschonoh5). — Is er…
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— 84 — Mit gesalzene Fisch wet sein brükiert1) Un güter Wein vün alle Ecken. Die Wänd mit Dreles2) ausgeschmiert, Alle Chassidim sollen lecken. — Diese vortreffliche Satire, welche in manchen Einzelheiten an eine bekannte Phantasie von Hein…
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— 85 — In dem is nischt schuldig keiner, Nor*dus wüste Wien!1) Der Kabbi, der Zaddik erscheint bei Wölwel in seinen beiden Spielarten: in seiner Urgestalt, in der Gestalt des frommen Dieners Gottes, der freiwillig Armut und Demütigungen ert…
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… aller Herren Ländern zusammengelaufenen rumänischen Glaubensgenossen schildert. Bilder aus Halbasien zwanzig Jahre vor Karl Emil Franzos! Durch seine unnachahmliche Kunst, durch Kontrastierung zu charakterisieren, läßt er vor unseren Augen lebenswahre Gest…
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— 87 — an den Türpfosten angebrachten Gebetkapseln — und ohne vor dem Einschlafen das Schma hergesagt zu haben. Sogar 15 jährige Backfische spazieren an Samstagsabenden herum, ohne von irgend einem „Deutschen" mit langer Eeitgerte den minde…
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— 88 — und Eltern zu beantworten. Am Schluß ist aller Liebe Mühe vergebens. Er verflucht seinen undankbaren Beruf. Er verschelt sich seine Beiner, Ün Geld hot er Makes,1) Es is nischt du kein rechter einer Vün die Schreiber, die Lajdakes.2)…
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— 89 — höchsten künstlerischen Realismus, findet er den prägnantesten Ausdruck für die charakteristischen Erscheinungen des jüdischreligiösen Lebens. Die Helden des unsterblichen Werkes sind — Gott und sein Volk Israel. Der erstere, das ist…