Mannheim
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  1. 1870-01-01 · 1870 · page 9

    — 10 — Jahr 1531 „von unserer gemainen Teütschen sprach", „von lang gewohntem brauch der teüischen Wörter" redet i); so Oelinger, der in seinem lateinisch geschriebenen „Underricht der Hoch Teütschen Svraach" im Jahr 1573 sagt: „das Idiom, …

  2. 1870-01-01 · 1870 · page 10

    — 11 — In demselben Jahre 1578 erschien aber des Clajus ^(^i-ammatiea. Kerraauieae lin^uae", welche, wie schon der Titel sagte, die deutscher Sprache „nach Luthers deutscher Bibel und seinen übrigen Schriften" lehrte. Und schon Fabian Frang…

  3. 1870-01-01 · 1870 · page 11

    — 12 — würde ganz und gar irrig sein. Auf sämmtliche Sprachen der Culturvölker der Gegenwart hat die Literatur einen mindestens ebensogroßen Einfluß geübt, und sie alle stehen in einem ähnlichen, meistens noch stärkeren Gegensatze, sowohl g…

  4. 1870-01-01 · 1870 · page 12

    — 13 — die zu ihrer Bildung beigetragen hab-n, gehören auch ganz verschiedenen Svrachstämmen an, während Normannen und Angelsachsen doch mindestens beide Jndogermanen sind. Ja es siegelt sich in jenen orientalischen Sprachgemengen die ganze…

  5. 1870-01-01 · 1870 · page 13

    — 14 — ziehen; niemals erwächst der Gattung aus einem solchen ausgezeichneten Individuum ein Gewinn. Aber der Mensch wirkt auf Andere seines Gleichen, seine Gaben verzehren sich nicht ungenutzt, sie fördern seine Umgebung, ziehen sie mit em…

  6. 1870-01-01 · 1870 · page 14

    15 - Ennius geschrieben, nicht 80I1W8 sum, wie der große Haufe, das voIZuL sage. Man sieht, wie unrichtig es wäre, die lateinische Schriftsprache, sei es in Hinsicht auf Mitwirkung des Schriftstellerthums bei ihrer Feststellung, sei es in H…

  7. 1870-01-01 · 1870 · page 15

    …n Latein des 6. Jahrhunderts vergleichen, das in vieler Hinsicht mehr dem alterthümlichenLatein, als dem des Virgil nnd.Cicero glicht)." Die Bemühungen der Araber um die grammatische Richtigkeit der Sprache steigerten sich mit der Verbreitung der…

  8. 1870-01-01 · 1870 · page 16

    — 17 — den Chatai Frieden schloß, sah ich beim Eintritte in die Moschee zu Kaschgar einen lieblichen Knaben, der die Syntax des Samachschari in der Hand hatte und las: „Seid schlug den Amr, Amr ist das Object." Ich sagte: „O Knabe, Charism …

  9. 1870-01-01 · 1870 · page 17

    — 18 — Das einzeln aufwachsende Kind steht aber diesem Resultate, immer nur lernend gegenüber; es empfängt das Vorhandene, und dies ist ihm Gesetz. Es ist ganz und gar nicht so, als ob aus dem Kinde neue Formen durch inneren Naturtrieb herv…

  10. 1870-01-01 · 1870 · page 18

    — 19 — deutsche innerlich übersetzt werden, sondern sofort hochdeutsch in ihm entstehen. Darum und aus keinem anderen Grunde wird es von dem natürlich kindlichen Gefühl lächerlich gefunden, und wie ich glaube, mit Recht, wenn eine superklug…

  11. 1870-01-01 · 1870 · page 19

    — 20 - Theil von Wahrheit nicht verkennen, der in der analytischen Methode liegen mag. Es ist gut, nicht todten Stoff zu überliefern, die Selbstthätigkeit anzuregen, auffinden zu lassen, wo es eben angehen will. Aber thöricht wäre es, sich …

  12. 1870-01-01 · 1870 · page 20

    … anzuschließen, wohl die überwiegende Zahl practischer Schulmänner gegen sich vereinigt^)." Es ist allerdings wahr, daß Homer keine griechische Grammatik gekannt hat, und daß Sophokles keine Ahnung davon hatte, daß, und warum er hier einen Conju…

  13. 1870-01-01 · 1870 · page 21

    …och überhaupt einen Unterschied zwischen Richtigem und Unrichtigem gibt. Jeder von selbst das Richtige verstehe und als Homer über seine Sprache walte, sondern wir haben, wenn wir die Sprache jedem Jnstincte überlassen, nur Verwilderung zu erwar…

  14. 1870-01-01 · 1870 · page 22

    Prof. Herling, ein bedeutender, um die deutsche Syntax sehr verdienter Jünger dieser Schule, ein Mann, dessen ich im Uebrigen nur mit der höchsten Verehrung gedenken kann, sagte mir einst, als der gänzliche Mangel der Flexionen im Chinesisc…

  15. 1870-01-01 · 1870 · page 23

    — 24 — der Natur der deutschen Sprache begründet und mit den Gesetzen der Wortfolge verknüpft; sie sind daher nicht zu entbehren. Erst auf sie kann die Lehre von dem Gebrauch der Modi und Tempora begründet werden. Dagegen ist z. B. die Eint…

  16. 1870-01-01 · 1870 · page 24

    — 25 — schöpfe, Schöffe, Löffel, lösche, Löwe, zwölf, Gewölbe sagen, anstatt schwere, gewöhne u. s. w. Denn so heißt es im Mittelhochdeutschen. Aber in diesen Wörtern ist es der Lippenlaut w oder f, meist unter Mitwirkung eines l, n, r, woz…

  17. 1870-01-01 · 1870 · page 25

    — W — Die Unterscheidung Raumer's zwischen historischen und physiologischen Verändemngen in der Sprache, nnd die Bezeichnung der in der neuhochdeutschen, als einer Schriftsprache vorgegangenen für zugleich historisch, kann ich nicht richtig…

  18. 1870-01-01 · 1870 · page 26

    — 27 — Beurtheilung unserer eigentümlich gestalteten Schriftsprache mit ihrer verwilderten, aber doch in langsamer Verbesserung begriffenen Schreibung habe ich mich bemüht, den Leser in den Stand zu setzen;" macht jedoch in einer Anmerkung …

  19. 1870-01-01 · 1870 · page 27

    — 28 — Ansicht von der Sprache als Naturproduct, sammt dem Gegensatze des Künstlichen oder Unorganischen, ist unrichtig. Die Sprache ist Product der Entwickeln ng; und diese Entwicklung ist eben das, was wir als Abweichung von dem Früheren,…

  20. 1870-01-01 · 1870 · page 28

    — 29 - doppelung desselben Zeichens gewesen wäre. Im Inlaut steht dagegen ss für beides, doppeltes s und ß, eben weil ß nicht verdoppelt werden sollte; das ß in bewußt ist ebenso zu verstehen, wie das in Nuß; indem nach Analogie von beweist…