Mannheim
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  1. 1875-01-01 · 1875 · page 8

    — 9 — Aufmerksamkeit und das Interesse der Eltern und Kinder von den alten jüdischen Schulen und ihren Disciplinen ablenkte, desto mehr verfielen dieselben, bis sie endlich ganz verschwanden, um neuen Schulen Platz zu machen, welche den Leh…

  2. 1875-01-01 · 1875 · page 9

    - 10 — vierten (!) bis zum 15. Jahre durchzumachen hätten. Die Kinder der ersten und zweiten Klasse, d. h. die Kinder von 4—6 und von 6—8 Jahren sollten täglich von 8—12 und von 2—5 Uhr unterrichtet werden, in der dritten Klasse sollte der …

  3. 1875-01-01 · 1875 · page 10

    — 11 — überall in Deutschland bemerken kann, seitdem die Forderungen des Lebens gebieterisch an die ihnen völlig verschlossenen Pforten der gelehrten Schulen herantreten. Die erste deutsche Realschule, welche Christoph Semler 1739 in Halle …

  4. 1875-01-01 · 1875 · page 11

    - 12 — Unterrichtszwang am gelindesten und zweckmäßigsten fahren werde."'") Ihm wuchs der Muth, er faßte den Gedanken, auf einem freien Platze, umgeben von Gartenanlagen, die Raum zur Erholung und zu gymnastischen Uebungen darböten, ein gro…

  5. 1875-01-01 · 1875 · page 12

    …tor scheint für die neue Schule schon designirt gewesen zu sein, es wurde als solcher der in Rödelheim lebende Gelehrte Wolf Heidenheim genannt, es meldeten sich auch bereits Lehrer. ^) Man hatte Anfangs geglaubt, schon im Mai 1810 die neue Schule eröffne…

  6. 1875-01-01 · 1875 · page 13

    — 14 - selben. Einwendungen wurden zunächst gegen den Umfang erhoben, in welchem die vorhandenen Stiftungen für die Zwecke der neuen Schule verwendet werden sollten und es erfolgte im November 1809 ein fürstlicher Erlaß, welcher die in der …

  7. 1875-01-01 · 1875 · page 14

    — 15 - Enthusiasmus für die neu zu begründende Schule. Der für dieselbe begonnene Umbau des Compostell war noch lange nicht fertig, als die Gründung des Großherzogthums Frankfurt eine neue Situation schuf und als, gerade ein Jahr später, am…

  8. 1875-01-01 · 1875 · page 15

    — 16 - an: höchst besteuerten Gememdemitgliedern fünfzehn von der Regierung zu Notabeln ernannt^), deren Functionen darin bestanden, die Mitglieder zu den erledigten Stellen der Verwaltungsbehörden zu wählen und bei Erledigung der Ober- und…

  9. 1875-01-01 · 1875 · page 16

    - 17 — mit der uneigennützigsten Hingebung seiner Vorsteher lediglich dem Wohle des Ganzen diente. Der Fortbestand dieser Anstalt schien aber gefährdet. Obgleich nämlich die Anzahl der zahlenden Schüler von Jahr zu Jahr gewachsen war, so ha…

  10. 1875-01-01 · 1875 · page 17

    — 18 — stirt, ^erachte, daß der Ertrag des Schulgeldes für einen Vater vieler Kinder sehr beträchtlich ist, so wird man leicht den hohen Grad des Strebens zur Bildung, welches die Israeliten belebt, erkennen. Dieses Alle zum Guten führende …

  11. 1875-01-01 · 1875 · page 18

    - 19 — von dem Gedanken aus, daß „eine Schule auf die besonderen Verhältnisse des Publikums, für das sie errichtet werde, berechnet sein müsse". Da nun der größere Theil der jüdischen Gemeinde zum Handelsstand gehöre, so genüge ihm eine Vol…

  12. 1875-01-01 · 1875 · page 19

    — 20 — Vorliebe für irgend eine Idee, entworfen hätten und daß derselbe, als den Lokal-Verhälwissen vollkommen angemessen, nach erfolgter Genehmigung sicherlich die Zufriedenheit des ganzen aufgeklärten Publikums erlangen werde. Die großher…

  13. 1875-01-01 · 1875 · page 20

    - 21 - große Anzahl jüdischer Eltern für ihre Kinder eine höhere Bildung erstrebt, ist eine in der jüdischen Lebensauffassung begründete Eigentümlichkeit und uralte Uebung*). Nachdem nun durch die Begründung des Philanthropin und der andere…

  14. 1875-01-01 · 1875 · page 21

    — 22 — gebildet gewesen wäre, es gab in derselben auch Arme und die Zahl derjenigen, welche nur kümmerlich von ihrem Erwerbe lebten, war nicht gering, aber mit wenigen Ausnahmen war in Allen ein reges Vorwärtsstreben, ein Bildungsbedürfnis …

  15. 1875-01-01 · 1875 · page 22

    - 23 - Daß nun die großherzogliche Ober-Schul- und Studien-Jnspection, von den in dem eben erlassenen Unterrichtsgesetze enthaltenen Normen abgehend, den von Heß vorgelegten Lehrplan annahm, war jedenfalls ein günstiges Ereigniß; es war übr…

  16. 1875-01-01 · 1875 · page 23

    — 24 — Man war also, entgegen den Bestimmungen des Gesetzes vom 1. Februar 1812, schon im November desselben Jahres bei der confessionellen Realschule angelangt und so konnte man darein willigen, daß auch für die israelitische Gemeinde eine…

  17. 1875-01-01 · 1875 · page 24

    - 25 — Dalberg, Herr von Frankfurt wurde. Nicht minder günstig war ferner, daß in der obersten Schulbehörde des Großherzogthums Frankfurt in der Person des vr. S. I. Oppenheim ein einsichtsvoller Jude saß, ebenso daß ein so einflußreicher B…

  18. 1875-01-01 · 1875 · page 25

    — 26 — mit welcher man immer bedacht war, tüchtige, talmudisch und zugleich allgemein wissenschaftlich gebildete Religioslehrer für'die Schule zu gewinnen. Aber mit einer peinlichen Aengstlichkeit, als gelte es das Palladium ihrer Selbständ…

  19. 1875-01-01 · 1875 · page 26

    - 27 — und, wie vom Sturm verweht, zerstiebten der Rheinbund und all' die Staatengebilde, die das Machtwort des französischen Imperators auf deutschem Boden geschaffen hatte. Am 2. November 1813 besetzten die verbündeten Truppen die Stadt. …

  20. 1875-01-01 · 1875 · page 27

    — 28 — man sich abzufinden hatte, so daß man erst nach Jahr und Tag ein Verfassungswerk zu Stande brachte, das unter dem Namen „Constitutions-Ergänzungsakte" den Stempel der Zeit und die Spuren.seines Urspruna.es so wenig verleugnete, wie d…