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Einladungsschrift zu der am ... stattfindenden öffentlichen Prüfung der Real- und Volksschule der Israelitischen Gemeinde zu Frankfurt am Main · 1875-01-01 · 1875 · page 11

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Journal
Einladungsschrift zu der am ... stattfindenden öffentlichen Prüfung der Real- und Volksschule der Israelitischen Gemeinde zu Frankfurt am Main
Volume
1875
Date
1875-01-01
Page
– (sequence 11)
Language
German
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IRI
…/9643684-3089704--0490-3090293
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- 12 — Unterrichtszwang am gelindesten und zweckmäßigsten fahren werde."'") Ihm wuchs der Muth, er faßte den Gedanken, auf einem freien Platze, umgeben von Gartenanlagen, die Raum zur Erholung und zu gymnastischen Uebungen darböten, ein großartiges Schulgebäude für 600 Kinder zu errichten, er wollte darin „dem Regenten ein Nationalwerk vor Augen stellen, welches Höchstdemselben von dem Willen des Ganzen sich zu bessern überzeugen und dadurch zum Heile der Juden auf die Gesetzgebung wirken sollte".^) Die neue Schule, meinte er, müsse so ausgestattet werden, daß sie eine Musterschule und die Frankfurter israelitische Gemeinde durch dieselbe allen andern ein Vorbild werde; er dachte nachmals daran, der Regierung einen Plan für alle im Großherzogthum zu errichtenden israelitischen Schulen vorzulegen. Zunächst freilich nahm ihn die Sorge für die Carlsschule noch ganz in Anspruch. Es galt, die Gemeinde für dieselbe zu gewinnen. Die Schulsection veröffentlichte zu dem Zweck den von dem Fürsten genehmigten Schulplan mit einem Rückblick auf die früheren Schulverhältnisse und forderte sämmtliche Gemeindemitglieder auf, nach dem Beispiele des Fürsten für das Gedeihen der Anstalt mit allen Kräften mitzuwirken. „Nicht die Natur", so heißt es in jener Schrift,^) „hat uns zu dem bestimmt was wir in den meisten Staaten gegenwärtig sind, nicht unsere ursprüngliche mosaische Religion in ihrer Reinheit hat Mißtrauen gegen uns erregen können, sondern die einzelnen Auslegungen und Meinungen der Gelehrten der verschiedenen Zeitalter, deren Doctrine in dem Ablauf von Jahrhunderten Anhänger gefunden, und so nach und nach Sanction und Autorität erhalten haben. Die Reihe hält nun an uns mit dem Zeitgeiste fortzurücken, und so lange dieses nicht geschieht, werden alle wohlthätigen politischen Verbesserungen keine heilsamen Wirkungen auf uns haben. All' unser Streben nach bürgerlichen Rechten wird ein ewiges Streben bleiben, wenn wir nicht auch bürgerliche Tugenden besitzen; diese, und diese ganz allein, können uns in den Staaten wo wir wohnen zu Kindern des Vaterlandes machen. Nur durch diese können wir die Liebe und Achtung des Regenten und der Staatsbürger gewinnen. Unsere reine Religion so wie jede andere, heischt die Beförderung der Moralität und Sittlichkeit, bis zur Gottes - Aehnlichkeit, und was ihr, durch die Länge der Zeit, der Moralität und Sittlichkeit widerstrebendes aufgedrungen worden, führte, wie natürlich, zu Aberglauben und Verdorbenheit. Die erstere wieder herzustellen, indem man sie der Jugend in ihrer Reinheit lehrt, ist daher eine Haupterforderniß zu unserm irdischen Wohl. Die Unzulänglichkeit der bisherigen Lehrart, um zur Religiosität und Sittlichkeit zu gelangen, zeigt unser wirklicher Zustand. *) Aus einem Briefe Stern's an den Geheimrath Jtzstein. **) Stern an Jtzstein. Das Schulhaus sollte enthalten: 20 Unterrichtszimmer, außerdem 4 Zimmer für den Zeichen- und Schreibunterricht und zum Aufbewahren der Utensilien, 3 Säle für Konferenzen, Bibliothek und zum Aufbewahren von Apparaten, 3 Lehrerwohnungen, eine Regenpumpe und Waschküche, „weil die Mädchen waschen und bügeln lernen sollen," endlich 4 Holzplätze. ***) Unterrichtsplan zu der für die hiesige jüdische Gemeinde zu errichtende Carlschule, so wie solcher Sr. Hoheit dem souverainen Fürsten Primas vorgelegt wurde und dessen höchste Sanction erhalten hat. Herausgegeben mit Genehmigung des sürstlichen Herrn Special-Commissarii von der Schul- und Studien-Section des Vorstandes der Juden-Gemeinde zu Frankfurt. Uon sibi seä toti Zemtum se ereäere muoäo. Frankfurt a. M. Varrentrapp u. Wenner 1309.

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