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Einladungsschrift zu der am ... stattfindenden öffentlichen Prüfung der Real- und Volksschule der Israelitischen Gemeinde zu Frankfurt am Main · 1875-01-01 · 1875 · page 12

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Journal
Einladungsschrift zu der am ... stattfindenden öffentlichen Prüfung der Real- und Volksschule der Israelitischen Gemeinde zu Frankfurt am Main
Volume
1875
Date
1875-01-01
Page
– (sequence 12)
Language
German
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IRI
…/9643684-3089704--0491-3090294
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- 13 — Eltern! die Ihr für Eure Kinder fühlt, seht mit einem unparteiischen Auge die Sache an, und Ihr werdet finden, daß Eure Jugend ohne gehörige Herzensbildung beständig in der Wahl der Grundsätze, wie sie gegen ihren Nebenmenschen handeln sollen, schwankt, daher bald lasterhafte, bald tugendhafte Züge, die sie in der Geschichte des Tages sieht, zum Muster wählt. Es ist blos Zufall, wenn sie dem besseren Beispiele folgt. Das, was in religiöser und moralischer Hinsicht zu erinnern war, ist auch in politischer Rücksicht zu erinnern nöthig. Statt daß wir das Jndustriöse anderer Staatsbewohner uns eigen machen sollen, vernachlässigen wir die Industrie. Auch hiervon liegen die schädlichen Folgen deutlich am Tage. Mangel an Beschäftigung, Unthätigkeit, Müßiggang, haben schon manches Uebel unter uns erzeugt. Dieses einzusehen ist ebenfalls Zeit, und jeder Vater, der Liebe für sich selbst und für seine Kinder hat, wird in der Folge vernünftig genug sein, seine Kinder, welche er nicht in seiner Handlung anzustellen weiß, oder wo er Mangel an Handelsgeist wahrnimmt, in dieser Schule in irgend einem industriösen Geschäfte unterrichten zu lassen, und hierdurch sein und und das künftige Wohl der Kinder sichern." — Ein weitere Sorge war auf die Beschaffung eines Schulfonds gerichtet. Der Fürst Primas war mit gutem Beispiele vorangegangen, er hatte wiederholt der Schulsection Spenden für denselben zukommen lassen; aus Braunschweig sandte Israel Jacob söhn, der Begründer der Seesener Schule, 200 Gulden zur Einrichtung einer Schulbibliothek, aber die ergiebigste Quelle versprach aus den innerhalb der hiesigen Gemeinde vorhandenen Stiftungen zu fließen, welche theils dem Jugendunterricht, theils Zwecken bestimmt waren, die sich bei den veränderten Zeiten unerreichbar zeigten und denen deshalb eine andere Verwendung gegeben werden sollte. Die Schulsection hatte, in Ausführung einer in der Stättigkeit enthaltenen Bestimmung, in umständlicher Begründung diejenigen Stiftungen bezeichnet, welche zu einem für die Carlsschule zu begründenden Schulfonds gezogen werden könnten, und nachdem hiefür am 8. Juli 1809 ein zustimmender fürstlicher Erlaß ergangen war, schien die neue Schule auch finanziell gesichert. Es fehlte aber noch ein geeignetes Schullokal und hier schon mußte Stern von der Verwirklichung seines Ideals absehen und sich mit dem wirklich Erreichbaren begnügen. Ein von Grund auf neues Schulhaus auf einem geeigneten, frei gelegenen Platze herzustellen, davon mußte er wegen Unzulänglichkeit der verfügbaren Mittel absehen. Die Gemeinde war von der Pmnatischen Regierung veranlaßt worden, das Compostell zu kaufen und obgleich von einsichtsvollen Männern die Gebäude desselben als durchaus unzweckmäßig für Schulzwecke bezeichnet wurden, so fand sich doch ein Baumeister, der dem widersprach und dem von dem Gemeinde- Vorstande der Umbau des Hauptgebäudes zur Carlsschule übertragen wurde. Auch ein Director scheint für die neue Schule schon designirt gewesen zu sein, es wurde als solcher der in Rödelheim lebende Gelehrte Wolf Heidenheim genannt, es meldeten sich auch bereits Lehrer. ^) Man hatte Anfangs geglaubt, schon im Mai 1810 die neue Schule eröffnen zu können, das erwies sich aber als völlig unmöglich und je länger man Zeit gewann, den ganzen Plan der Carlsschule mit allen seinen Consequenzen zu prüfen, desto mehr Bedenken erhoben sich gegen den- *) Unter diesen der Mathematiker Clemens Stix, der Vater unseres College», des Zeichenlehrers Herrn A. Stix.

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