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Einladungsschrift zu der am ... stattfindenden öffentlichen Prüfung der Real- und Volksschule der Israelitischen Gemeinde zu Frankfurt am Main · 1875-01-01 · 1875 · page 16

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Journal
Einladungsschrift zu der am ... stattfindenden öffentlichen Prüfung der Real- und Volksschule der Israelitischen Gemeinde zu Frankfurt am Main
Volume
1875
Date
1875-01-01
Page
– (sequence 16)
Language
German
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IRI
…/9643684-3089704--0495-3090298
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- 17 — mit der uneigennützigsten Hingebung seiner Vorsteher lediglich dem Wohle des Ganzen diente. Der Fortbestand dieser Anstalt schien aber gefährdet. Obgleich nämlich die Anzahl der zahlenden Schüler von Jahr zu Jahr gewachsen war, so hatten die Schulgelder doch niemals die gesammten Kosten gedeckt, die Anstalt war immer auf Zuschüsse angewiesen. Diese waren ihr von zwei Seiten geworden: durch freiwillige Beiträge hiesiger und auswärtiger Israeliten und seit 1806 durch einen jährlichen Beitrag des Fürsten Primas*). —Die Verpflichtung zu den freiwilligen Beiträgen, für welche 1804 eine Subscription eröffnet worden war, die Anfangs das einzige Mittel zur Erhaltung der Anstalt boten und die sich im Ganzen auf 1000 fl. jährlich beliefen, ging aber mit dem Jahre 1812 zu Ende und der Großherzog hatte, nachdem die Gründung eines allgemeinen Schulfonds im Großherzogthum in Aussicht genommen war, vom Jahre 1812 an seinen Beitrag zurückgezogen, ja, er hatte schon im Jahre 1811 die 1000 fl. nicht gezahlt. Von einer neu zu eröffnenden Subscription versprach man sich, wegen der drückenden Zeitumstände und weil man im Publikum die Eröffnung der gesetzlich vorgeschriebenen öffentlichen Schule nahe bevorstehend glaubte, keinen günstigen Erfolg. Auf eine Unterstützung Seitens der Verwaltungsbehörde der israelitischen Gemeinde war schon deshalb nicht zu rechnen, weil diese den großen Kostenaufwand zu decken hatte, welcher die Herstellung der Schulräume im Compostell erforderte. Die Vorsteher des Philanthropin kamen nun auf den Gedanken, sich an die Ober-Schul- und Studien-Jnsvection um eine Unterstützung aus dem allgemeinen Schulfond zu wenden. Diese Behörde, welcher oblag, die Bestimmungen des Unterrichtsgesetzes vom 1. Februar 1812 zur Aussühnmg zu bringen, faßte die Sache principiell und allgemein und nahm von dieser Petition Veranlassung eines ihrer Mitglieder, den Studien und Schulrath vi-. S. I. Oppenheim mit der Berichterstattung nicht blos über das Philanthropin, sondern über die hiesigen öffentlichen Lehranstalten der Israeliten überhaupt zu beauftragen. vr. Oppenheim entledigte sich dieser Aufgabe und bezeichnete in seinem Berichte als „die einzige vernünftige öffentliche Anstalt zur Bildung der Jugend der Israeliten, ursprünglich nur für diese, neuerlich aber auch für die christliche Jugend bestimmt," das Philanthropin; er gab einen historischen Rückblick über dessen Entwicklung und eine umständliche Darstellung seines Lehrplanes, wies auf die tüchtigen Leistungen dieser Schule hin, in Folge deren die Frequenz in einem Zeitraum von 6 Jahren von 20 auf 229 gestiegen sei und die noch beträchtlicher wäre, wenn nicht das Schulgeld für manche Väter zu hoch käme. „Man bemerke," sagte er, „daß die Musterschule nur etwa 300 Schüler hat, bedenke, wie gering die Menge der israelitischen Einwohner gegen die der christlichen ist, erwäge, daß für erstere noch ein zahlreiches Privat-Jnstitutexi- *) Zum ersten Male leistete ihn der Fürst im November 1806 und versprach ihn jährlich zu leisten. Als er 1808 nicht gezahlt wurde und die Vorsteher des Philanthropin deshalb petitionirten, erging folgende Verfügung: „Der General - Commission wird die Eintreibung derjenigen 3000 fl. bestens empfohlcn, welche jährlich die Frankfurter Juden in der alten Verfassung dem teutschen Kaiser als Schutzgeld entrichteten und die nunmehr der Souveraine Fürst zu beziehen hat, auch wirklich einmal bezog. Die Beschleunigung ist um so zweckmäßiger, als ich entschlossen bin, nicht nur 1000 fl. sür das Juden-Philanthropin zu verwenden, sondern auch die andern 2000 fl. dazu bestimmen werde, um Judenknaben in Künsten und Manusacturgegenständen unterrichten zu lassen, vstur eoxia von diesem Jnscripte den Supplikanten. — Aschasfenburg 23. September 1808. Carl." **) Das I. Sachs'sche Institut. 3

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