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Einladungsschrift zu der am ... stattfindenden öffentlichen Prüfung der Real- und Volksschule der Israelitischen Gemeinde zu Frankfurt am Main · 1875-01-01 · 1875 · page 24

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Journal
Einladungsschrift zu der am ... stattfindenden öffentlichen Prüfung der Real- und Volksschule der Israelitischen Gemeinde zu Frankfurt am Main
Volume
1875
Date
1875-01-01
Page
– (sequence 24)
Language
German
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IRI
…/9643684-3089704--0503-3090306
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- 25 — Dalberg, Herr von Frankfurt wurde. Nicht minder günstig war ferner, daß in der obersten Schulbehörde des Großherzogthums Frankfurt in der Person des vr. S. I. Oppenheim ein einsichtsvoller Jude saß, ebenso daß ein so einflußreicher Beamter wie der Geheimerath von Jtzstein, durch seine Stellung als Commissarius bei der hiesigen israelitischen Verwaltungsbehörde, sich eine genaue Kenntniß der jüdischen Verhältnisse verschafft hatte, endlich daß Heß mit diesen Männern und durch sie mit dem obersten Leiter des Unterrichtswesens im Großherzogthum Frankfurt, dem Staatsrath Pauli, in Verbindung kam und durch seine Einsicht und seine pädagogischen Erfahrungen zu einen: entscheidenden Einfluß gelangte. Diesen: Allem zusammengenommen, verdankt die hiesige israelitische Gemeinde die Gründung der Schule, die für die Bildung der folgenden Generationen von großer Bedeutung geworden ist. Für die Richtung aber, welche die Schule einschlug, war es entscheidend, daß das Philanthropin, aus dem sie hervorging, im Anschluß an Bestrebungen gestiftet worden war, gegen welche der hiesige Rabbiner den Bann ausgesprochen hatte. Wäre in dem damaligen hiesigen Rabbinat ein Verständniß sür die Bildungsaufgaben der Zeit gewesen, dann hätte es leicht einen Einfluß auf die Gestaltung der Schule gewinnen können. So aber entwickelte sich diese nicht blos unabhängig von dem Einflüsse der hiesigen Rabbinen, sondern geradezu im Gegensatz zu denselben. Die damaligen Rabbiner sahen in dem Aneignen deutscher Bildung den Weg zum Abfall vom Judenthum — die Männer, welche, seit dem Ende des vorigen Jahrhunderts für die Verbreitung von Bildung innerhalb der hiesigen israelitischen Gemeinde bemüht, die Schule gründeten und ihr vorstanden, sowie die Lehrer, welche an derselben wirkten, schrieben unbekümmert darum deutsche Bildung auf ihre Fahne und glaubten sich damit vom Judenthum nicht blos nicht zu entfernen, sondern waren vielmehr der Ueberzeugung, den einzig richtigen Weg zu dessen Belebung und Erhaltung eingeschlagen zu haben. Jene sahen in der Erhaltung der alten Lehr- und Erziehuugsweise und in dem Studium des Talmud das einzige Heil, diese glaubten nur durch einen geordneten, angemessenen Unterricht in der.biblischen und jüdischen Geschichte und in der Religionslehre Verständnis, Anhänglichkeit und Liebe für die Lehre des Judenthums in den jugendlichen Gemüthcrn wecken zu können, sie sahen in dem Talmud ein durch Inhalt und Form für den jugendlichen Geist durchaus ungeeignetes, den geraden Sinn des Kindes verwirrendes, seine Denkkraft überreizendes und darum für Kinder sogar schädliches Lehrmittel und glaubten durch einen methodischen, auf grammatischer Grundlage ruhenden hebräischen Bibelunterricht in kürzerer Zeit mehr für die Kmntniß und das einfache Verständniß unserer Religionsquellen erreichen zu können, als in den alten jüdischen Schulen erreicht worden war. — Wie diese Gegensätze rasch sich schärften und hier zu Frankfurt, unter Mitwirkung ungünstiger Verhältnisse, durch Verstocktheit auf der einen, durch Rücksichtslosigkeit auf der andern Seite, in Parteien aus einander gingen, die sich bald kaum mehr verstanden, dies zu verfolgen gehört nicht hierher. Eines aber muß hervorgehoben werden. Die Pflege wahrhafter Religiosität in allen und insbesondere der jüdisch-religiösen Gesinnung in ihren israelitischen Zöglingen wurde von jeher als eine der wichtigstell Aufgaben unserer Schule betrachtet; wir werden im Zusammenhange mit ihrem inneren Leben in dieser Beziehung unter Anderem von der Einrichtung von Andachtstunden, von der Veranstaltung der Confirmation durch den Seligionslehrer der Schule, von dem Bau eines besonderen Andachtsaales, endlich aber von der besonderen Sorgfalt zu berichten haben, 4

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