Mannheim
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19271931
  1. 1928-03-01 · Heft 3 (März 1928) · p. Seite 75

    …lichtete. Das war der Beginn der Heilung der ansteckenden Krankheit, der Furcht vor dem Handeln, der Angst vor der Tat. Achad Haam sagt irgendwo, daß das jüdische Volk als Gesamtheit ein proletarisches Volk ist, da es mit fremdem Kapital und mit Werk…

  2. 1928-03-01 · Heft 3 (März 1928) · p. Seite 76

    Verantwortung au! sich nimmt. Ein solcher Mensch ist zu jeder Fronarbeit bereit, wenn er nur nicht verantwortlich zu sein braucht. Das ist eine Krankheit des Willens, die zur Kraftlosigkeit führt, und die Angst vor der Verantwortung lastet …

  3. 1928-03-01 · Heft 3 (März 1928) · p. Seite 77

    jedem Augenblick unbewußt Tausende von Problemen, und unter uns, die wir von allem Bauen und besonders vom Aufbau eines Landes weit entfernt waren, da wir uns mit Gedanken und Abstraktionen begnügten, erstanden Männer, die mit ihren eigenen…

  4. 1928-03-01 · Heft 3 (März 1928) · p. Seite 78

    …, denn einen andern Platz gibt es für uns nicht. Aus der Hechaluz-Jubiläumsnummer des „Dawar11 übersetzt von Max Meyer. MARTIN BUBER: DIE EROBERUNG PALÄSTINAS Als man mir sagte, die Engländer hätten Judäa erobert, habe ich es nicht geglaubt. Ich bin ge…

  5. 1928-03-01 · Heft 3 (März 1928) · p. Seite 79

    Er aber, der Jude, ist er nicht indes durch Niedrigkeit und Verworfenheit gegangen? Hat er nicht in der Hölle des Unrats als gelehriger Lehrling gestanden und gelernt, daß man die Güter der Erde verkaufen und kaufen könne? Verkaufen und kau…

  6. 1928-03-01 · Heft 3 (März 1928) · p. Seite 80

    Als Räuber, als Käufer wird der Jude jenen andern, die das Land einnahmen und nicht eroberten, besetzten und nicht besaßen, nicht überlegen sein; nur als Arbeiter am Land wird er kraft seines Zusammenhangs mit ihm, kraft seiner Liebe zu ihm…

  7. 1928-03-01 · Heft 3 (März 1928) · p. Seite 81

    er muß erkennen und wissen, daß derjenige, der den einen gewählt hat, niemals auf dem andern gehen wird. Die Gallith ist ewig Galuth, und in Palästina nicht weniger als anderswo. Und wer die Erneuerung will, muß das Galuthleben von sich abw…

  8. 1928-03-01 · Heft 3 (März 1928) · p. Seite 82

    …nen Tagen war die jüdische Kolonisation im Galil noch in ihren Anfängen. Das Netz der Kolonien und Farmen im Gebiet von Tiberias war damals noch nicht vorhanden. Auf dem Kinnereth-Boden lagerten die Beduinen des Scheichs Isa, in Migdal hatten sich …

  9. 1928-03-01 · Heft 3 (März 1928) · p. Seite 83

    Nach Juda war mir Sedjera, was mir Petach Tikwah nach der Galuth war. Hier fand ich Erez JisraeL Die Natur, die Menschen, die Arbeit waren hier ganz anders. Die Berge schließen hier die Kolonie von allen Seiten ein. Im Osten, aus den Fernen…

  10. 1928-03-01 · Heft 3 (März 1928) · p. Seite 84

    einem persischen Effendi gehörte, und einzelne bewässerte Oliven in Zemach und Abadiah1). Alle unsere Pflanzungen waren also eine Art Versuchsstation. Wenn v/ir noch die Dürftigkeit unserer praktischen Erfahrung in diesem Fach in Rechnung s…

  11. 1928-03-01 · Heft 3 (März 1928) · p. Seite 85

    Boden besonders schlecht. Dieser Ort war sehr gefährlich: Räuber und Mörder lauerten hier auf Vorüberziehende. Dieser schlechte Boden quälte seine Bewohner lange Zeit, bis er sich uns erschloß und nun ist er in einen Gän-Eden verwandelt. Ni…

  12. 1928-03-01 · Heft 3 (März 1928) · p. Seite 86

    …chter in den Zelten sind erloschen. Die Insel der Arbeit ist eingeschlummert. Stille. Ben-Nissen, 1921, CHAtM HOFFMANN: MARTIN BUBER Um Bubers Bedeutung in der Entwicklungsgeschichte der zionistischen Bewegung voll zu verstehen, müssen wir uns den geis…

  13. 1928-03-01 · Heft 3 (März 1928) · p. Seite 87

    die „Mission" predigte, folgte der naive Nationalismus der HerzTschen Periode: Israel möge werden wie alle Völker. Diesem naiven Nationalismus, der sich erschöpfte im Anstreben der formalen Merkmale der Nation, der Staatsgewalt, ohne die re…

  14. 1928-03-01 · Heft 3 (März 1928) · p. Seite 88

    in den meisten Fällen auf dem Vorhandensein einer niederen ausgebeuteten Klasse der Sklaven, der hörigen Bauern auf), sie sind unmöglich geworden in der Periode der kapitalistischen „Freizügigkeit" und Anarchie. So wenig wir auf die Technik…

  15. 1928-03-01 · Heft 3 (März 1928) · p. Seite 89

    Freiheitsgedanke in der heutigen Erziehung eine größere Rolle spielen, als Buber annimmt. Martin Buber ist Führer zum Judentum geworden, er vermochte es nicht, Führer des Judentums zu werden. Das neu entstehende Judentum b…

  16. 1928-03-01 · Heft 3 (März 1928) · p. Seite 90

    …odernen — ich will sie Intellektualismus nennen —, die an aller Ganzheit und Wirklichkeit vorbeitreibt. Hiergegen setzt Martin Buber die „Konkretheit" und bezeichnet damit die Aufgabe des geistigen Menschen in seiner Persönlichkeitsgestaltung. Es ist m…

  17. 1928-03-01 · Heft 3 (März 1928) · p. Seite 91

    …es jüdisches Volk in der Galuth möglich sein, wie kann der Golüs die Geschichte fortsetzen? Dieses Leben und Geschehnis Martin Buber scheint mir die Antwort zu geben (wie sie uns auch die Geschichte gibt). Not tut Sicherung der jüdischen Person, unerlä…

  18. 1928-03-01 · Heft 3 (März 1928) · p. Seite 92

    der zur Jugend die herrlichen Worte des Anfanges der Rede „Cheruth" sprach, kann gerade der Jugend Entscheidendes bedeuten. Wenn ich mit einer Bitte an ihn schließen darf, so ist es die, daß er über seine Schriften hinaus mehr noch als bish…

  19. 1928-03-01 · Heft 3 (März 1928) · p. Seite 93

    Bildungsarbeit ist die systematische Ueberlieferung dieser Kulturwerte. Zeiten, intellektualistischer Bildungsideale werden notwendig in der Bildungsarbeit die Ueberlieferung intellektueller Werte sehen. Das romantische Bildungsideal wird i…

  20. 1928-03-01 · Heft 3 (März 1928) · p. Seite 94

    den „Kameraden" steht das Erlebnis" im Mittelpunkt des jugendlichen Lebens und auch hier bildet die Fahrt mit den mannigfachen Erlebnissen die Quelle der dauernden Kraft. Freilich setzt sich sehr bald in der jüdischen Jugendbewegung der Wil…