Der junge Jude
- Journal
- Der junge Jude
- Volume
- 1 (1927-1928)
- Issue
- Heft 3 (März 1928)
- Date
- 1928-03-01
- Page
- Seite 76 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 98% known words query
- IRI
…/3497353-3497354-3497357--086-3497447- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Verantwortung au! sich nimmt. Ein solcher Mensch ist zu jeder Fronarbeit bereit, wenn er nur nicht verantwortlich zu sein braucht. Das ist eine Krankheit des Willens, die zur Kraftlosigkeit führt, und die Angst vor der Verantwortung lastet auf den Juden in der Galuth, Das ist vielleicht das Geheimnis, warum es uns so schwer wird, uns dort zu entwurzeln, nämlich wegen der Furcht, ohne Herrn und für unsere Arbeit verantwortlich zu bleiben. Die Bewegung des Hechaluz ist die erste, die nicht vor dieser Verantwortung Angst hatte und nicht fürchtete, die Last der Verantwortung für das Werk und seine Ergebnisse auf ihre jungen und schwachen Schultern zu nehmen. Und darin finde ich das Wesentliche ihrer moralischen Kraft. Diese Jungen, die während dieser zehn Jahre ununterbrochen einströmten, trotz aller Hindernisse und Hemmungen, deren Augenzeuge ich auf meinem Wege nach Erez Jisrael war — ich begegnete kleinen Abteilungen, die von dem großen Strom durch Hemmnisse aller Art in den europäischen Metropolen und besonders in Konstantinopel abgerissen wurden, sah das Vergehen der Seele, das mächtige Strömen, den starken Willen, das stürmische Verlangen, um jeden Preis nach Erez Jisrael zu gehen; Junge, die sich nicht einen Gan-Eden ausmalten, sondern gut wußten, was ihnen bevorsteht; als ich diese sah, überzeugte ich mich, daß in der Tat ein großer Augenblick gekommen ist, daß ein Heilmittel für unsere Hauptkrankheit gefunden ist, daß unsere Werkzeuge wieder lebendig und — der verantwortlichen Tat entgegen — bereit werden, zu straucheln, zu stürzen und selbst ohne Furcht und unter Tragung der ganzen Verantwortung zu sterben. Das ist die Hauptkraft des Hechaluz. In der Galuth haben wir große, weltumspannende Denker gestellt, aber größer als dies ist das Schaffen in jeder kleinen Tat in Erez Jisrael. Wenn wir Helden waren in der Lösung von Problemen auf Papier und in Abstraktion, so war darin keinerlei Behebung unseres großen Mangels enthalten. Nur der Mann der Tat löst in I I Die Pioniere in Erez Israel bauen das Heim für das jüdische Volk auf dem Boden, den der KEREN KAJEMETH LE J ISRAEL als unveräußerliches Eigentum erwirbt. Die Pioniere der Galuth, die zehntausende freiwillige Mitarbeiter und Helfer sammeln die Volksspenden für den Bodenerwerb in Erez Isr a e I. 76