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Der junge Jude · 1928-03-01 · Heft 3 (März 1928) · p. Seite 80

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Journal
Der junge Jude
Volume
1 (1927-1928)
Issue
Heft 3 (März 1928)
Date
1928-03-01
Page
Seite 80 (sequence 10)
Language
German
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Als Räuber, als Käufer wird der Jude jenen andern, die das Land einnahmen und nicht eroberten, besetzten und nicht besaßen, nicht überlegen sein; nur als Arbeiter am Land wird er kraft seines Zusammenhangs mit ihm, kraft seiner Liebe zu ihm, kraft seiner Sehnsucht nach ihm vermögen, was ihnen versagt blieb und versagt bleiben muß: es zu erobern, indem er es erlöst. Diese dem Juden allein innewohnende Fähigkeit, das Land Israel zu erlösen, begründet die Forderung, die wir allen fremden Besitzrechten und Besitzansprüchen gegenüber erheben. Nicht den ,,historischen Rechtsanspruch", diesen durch alle Gossen des Imperialismus und Chauvinismus geschleiften Mißbegriff machen wir geltend, sondern den aus dem höchsten Menschenrecht fließenden, den Anspruch der Produktivität. Wir sind die, die aus diesem Land sein Höchstes zu schaffen vermögen, wir allein: uns gehört es. Aber um so ungeheures Vertrauen heischen zu dürfen, müssen wir mit kämpferischem, rücksichtslosem Ernst die Forderung an uns selber stellen: den hindernden Ungeist des Merkantilismus zu besiegen und jenes Seint das wir zu schaffen vermögen, nunmehr zu schaffen. Schöpferischem Geist, schöpferischer Arbeit, schöpferischem Opfer gilt die Forderung. Aus „Der Jude", II. Jahrgang. AUS DER „MESSILA" Vorbemerkung: Die Meßila ist ein Sammelbuch, das vor einigen Jahren von der Histadruth Haowdim herausgegeben worden ist, und die Anfänge der neuen palästinensichen Arbeiterbewegung schildert. Es besteht zum größten Teil aus kurzen Aeußerungen, die schon in der Zeit getan worden sind, von der sie berichten. — Die Chaluzbewegung stellt sich gerade, aus diesem Buche gesehen, in ihrem ursprünglichen Sinne wieder dar: Wir haben uns daran gewöhnt, unter Chaluz denjenigen zu verstehen, der sich hier für Palästina vorbereitet. Chaluz ist aber auch derjenige, der Erez Israel für ein neues jüdisches soziales und nationales Leben bereitet. — Aus vielen der Berichte geht die Erneuerung unmittelbar hervor: als Erneuerung der Sprache und des sprachlichen Ausdrucks, die zu einer früher nicht gekannten Einfachheit — und durch die Beschäftigung mit den Dingen — Gegenständlichkeit drängen. Zwei Wege Es muß uns vollkommen klar sein, daß wir hier, in Erez Jisrael, zwei Wege vor uns haben: den Weg des „Lebens", d. h. den Weg des Galuthlebens mit all seiner Galuthklugheit und seinem Galuthbewußtsein, mit all seinem Galuthempxinden und Galuthgeschmack, mit all seinen Galuthtaten und der Potenz zu seinen Galuthtaten, oder den Weg der Erneuerung, d. h. den Weg des rechten Lebens, den Weg des ganzen und vollen Lebens, das wir wünschen. Jeder möge sich den Weg wählen, den er gehen will, aber 80

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