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154 er das sagte und sie erwiderte einfach: „Sie werden dessen nicht bedürfen, Herr Doktor." „Bitte, sagen Sie — lieber Vetter!" Ein Moment des Zögerns. „Sie werden dessen nicht bedürfen, lieber Vetter!" „Aber ich kann auf Sie^ zählen, wenn…
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155 über das sie trotz all seiner weltmännischen Liebenswürdigkeit nicht hinaus zu kommen vermochten. Und Jeder von ihnen legte sich die Frage vor, was sein Besuch Wohl sür einen Zweck habe? Als empfände er diese unausgesprochene Frage, sag…
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156 wenn es mir auch auffiel. Ihnen und den Ihrigen niemals dort zu begegnen, wo gemeinsame Beziehungen uns hätten zusammenführen können, in gewissen Kreisen der Gesellschaft, der Sie doch eigentlich angehören ..." „Wir haben in den letzten…
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157 „Ich bitte Dich, Papa, mir scheint es viel angenehmer, nur ihre Werke zu kennen, als sie persönlich," warf Hugo schroff dazwischen. „Man weiß, was sie im Hause der reichen Juden suchen, und wenn Du ihre Leistungen und Werke bezahlst und…
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158 eine Form finden lassen wird, in der ich zu der Geburtstagsfeier Onkel Leopold's werde nach Rawitsch kommen können? Werde ich für diesen Tag im Kreise der Familie ausgenommen werden? Wird er selbst mich empfangen wollen? Ihre gütige Mit…
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159 Als Weilen auf die Straße trat, trieb ein Windstoß ihm die Schneestocken ins Gesicht, die lustig umherwirbelten. Kleine, spitze Eiskrystalle setzten sich in seinem Bart fest und blendeten die Augen. Er schlug den Kragen seines Pelzes ho…
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… nach . . . nach dem Ghetto!" Er nahm ein Buch. „Wer Dich so sähe, Victor ... die Herren vom Auswärtigen Amt etwa . . . allerhand Achtung! Ein Ghetto bleibts doch, in aller Freiheit und in aller Pracht! Ob man nun in den grandiosen Prunksalons in de…
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161 brächten. Rita war zunächst stillschweigend diesen Berathungen gefolgt. Endlich sagte sie: „Ich verstehe nicht, warum Du Dich in solche Ideen hineinredest, Hugo? Man hat nicht das Recht, unhöflich zu sein, wenn einem höflich begegnet wi…
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162 Familie entfremdet wurde, und sicherlich würde er auch das Weitere aufklären können, übrigens geht es uns nichts an" . . . erwiderte er ungeduldig. „Seine Art, sich zu geben, fein ganzes Auftreten war mir sehr angenehm. Gab es bei seine…
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163 Fall ist. Zudem war der Geheimrath im Allgemeinen so liebevoll, gütig und nachsichtig gegen seine Kinder, daß in den besonderen Fällen, wo er so bestimmt und energisch auftrat wie heute, jeder Widerspruch Völlig ausgeschlossen schien. R…
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164 zurück. Aber jedenfalls empfing Regierungsrath Weilen noch am selben Abende eine Einladung für nächsten Sonntag zum Diner. Dieses Diner hatte im ganzen einen sehr angenehmen Verlauf genommen. Weilen hatte sich mit weltmännischer Gewandt…
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165 bare Silber, die exquisiten Weine und erlesenen Speisen schienen ihnen so zu entsprechen, wie den aristokratischen Gesellschaften, in denen er sonst verkehrte. Der Glanz, von dem sie umgeben waren, erfüllte ihn mit Befriedigung, nicht u…
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166 widerte dann schlagfertig: „Es geht uns dann so wie den Negierung!" „Wir können uns keine angenehnieren Leidensgefährten wünschen," sagte Weilen galant und hob sein Glas, um mit ihr anzustoßen. Es war unvermeidlich, daß die Unterhaltung…
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167 „Dadurch büßt aber die Wohlthätigkeit sehr viel ein und die Oeffentlichkeit." „Freudenthal läßt die Wohlthätigkeit dabei nichts verlieren," sagte der Amtsgerichtsrath. „Er ist sehr reich und giebt mit vollen Händen, überall, nur der Oef…
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168 rathes, eine geborene Friedheim, hat eine herrliche Stimme, die bei den hervorragendsten Gesangsmeistern ausgebildet ist, und auch unter den übrigen Vettern und Basen wird die Musik gepflegt mit.großer Liebe und feinem Verständniß." „Es…
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169 hielt erschreckt inne. Wozu hatte sie sich sortreißen lassen? Das alte Leid, der alte Schmerz ihres Volkes, der in jeder Generation auf's Neue 'emporschießt, hatte sie überwältigt, und vor einem Fremden, vor diesem Fremden hatte sie das…
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170 Eine flammende Rothe bedeckte ihr Gesicht, und in ihren Augen schimmerte es von verhaltenen Thränen. Bis wohin hatte sie das Gespräch geführt? Bis an die äußerste Grenze, wo sie ihn verletzen und treffen mußte! Hilflos blickte sie ihn a…
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171 Nur das Dazwischentreten der Mutter hatte sie vor weiteren Unüberlegtheiten bewahrt. „Unsere Cousine Betti, Frau Amtsgerichtsrath Lesser, hat eine entzückende Stimme." „Das hat mir Fräulein Rita bereits erzählt." „O, Rita, Du unterhälst…
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172 „Er hat sich aber lange Zeit genommen, sich darauf zu besinnen" . . . spöttelte der Amtsgerichtsrath. „Gott, bis sich eine geeignete Gelegenheit fand. Woher sollte er auch wissen, daß sich unter den Namen Friedheim und Lesser Verwandte …
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173 in der leidigen Frage. Wirf die Katze, wie Du willst, sie fällt-immer wieder auf die Beine . . ." rief der Geheimrath ärgerlich. „Es drängt sich uns auf, ob wir wollen oder nicht," sagte der Baumeister, „der klarste Beweis, daß sie exis…