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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1901-01-01 · 4 (1901) · p. Seite 158

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
4 (1901)
Article
Beim Patriarchen
Date
1901-01-01
Page
Seite 158 (sequence 27)
Language
German
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158 eine Form finden lassen wird, in der ich zu der Geburtstagsfeier Onkel Leopold's werde nach Rawitsch kommen können? Werde ich für diesen Tag im Kreise der Familie ausgenommen werden? Wird er selbst mich empfangen wollen? Ihre gütige Mithilfe wollte ich erbitten, mir das erreichen zu helfen. Kluge und edle Frauen sind in solchen Fragen, an deren Entscheidung das zarte Gemüth mehr Antheil hat, als der harte Verstand, die besten Mittler. Und feine Diplomaten sind sie auch. Darf ich also auf Sie zählen, gnädigste Frau . . . verehrte Cousine?" „Ich will darüber Nachdenken, Herr Rath . . . nur über das Wie! Denn in der Sache selbst bin ich ganz mit Ihnen einverstanden. Aber Sie wissen, in einer so großen Familie giebt es tausenderlei Rücksichten und Vorurtheile, die geschont werden müssen." „Ich begreife vollkommen." „Bis zu der. Geburtstagsfeier haben wir jedoch noch Zeit genug." „Diplomatische Actionen müssen langer Hand vorbereitet werden," lachte er. „Ich werde mir diese Anleitung gern zu Nutze machen für meine Sendung," ging sie gewandt auf seinen Scherz ein. „Und gestatten Sie mir wiederzukommen, um mich von dem Fortgang der Unterhandlungen zu überzeugen und diese durch persönliche Intervention zu unterstützen? Ich darf Ihnen wohl sagen, daß ich mich überaus behaglich in Ihrem Hause gefühlt habe, durchaus nicht fremd." Er hatte sich bei diesen Worten erhoben. „Ich danke Ihnen, Herr Regierungsrath," antwortete der Hausherr verbindlich und die Frau fügte hinzu: „Sie werden uns jeder Zeit willkommen sein." Hierauf verabschiedete er sich und Hugo gab ihm das Geleite bis'nach dem Vorzimmer, wo der Diener ihm in seinen Pelz hineinhalf und bis an die große Freitreppe des pompösen Vestibül geleitete.

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