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  1. 1898-01-01 · [1] (1898) · p. 46 · Die Psalmen in der Weltliteratur

    46 sogenannten apostolischen Bekenntnisse sich selbst als die Gemeinschaft der Heiligen, und kein Christ nimmt Anstoß hieran, obwohl er weiß, daß diese Gemeinschaft durchaus nicht aus lauter Heiligen besteht, ja daß in ihr sich auch nicht e…

  2. 1898-01-01 · [1] (1898) · p. 47 · Die Psalmen in der Weltliteratur

    47 tischen Religion ruht. Es ist das Einsetzen der ganzen Person für die Sache Gottes, das völlige Aufgehen in ihr, gerade die gewaltige Energie des religiösen Empfindens. Der Israelit sieht in sich seinen Gott verfolgt, gehaßt, unterdrückt…

  3. 1898-01-01 · [1] (1898) · p. 48 · Die Psalmen in der Weltliteratur

    48 auch hier ist die'Wurzel keine schlechte: wir haben nur das trübe Gähren eines Mostes, der ans edlen Trauben gekeltert ist. Wir alle wissen, daß auch die Sonne Flecken hat, und dennoch ist und bleibt sie uns das Symbol der Reinheit und H…

  4. 1898-01-01 · [1] (1898) · p. 49 · Die Psalmen in der Weltliteratur

    49 Wir beginnen mit freundlichen Bildern. „Schmeckt und sehet, wie freundlich der Herr ist," sPs. 34, 9s lädt uns der Psalmist ein. „Wie groß ist Deine Güte, die Du aufgespart hast denen, die Dich fürchten, die Du angesichts der Menschen er…

  5. 1898-01-01 · [1] (1898) · p. 50 · Die Psalmen in der Weltliteratur

    50 kann; auf Gott vertraue ich, fürchte mich nicht: was kann mir Fleisch anthun?" sPs. 56, 5]. Und die Ruhe uud der Frieden, die dann in das Herz einziehen, schildert uns das Wort: „Ja, zu Gott ist stille meine Seele, von ihm wird mir Hülfe…

  6. 1898-01-01 · [1] (1898) · p. 51 · Die Psalmen in der Weltliteratur

    51 wohl tritt uns dies entgegen in dem Kehrverse des 42. Psalms, wo wir in dem vertrauensvoll ausschauenden Auge des Sängers noch die Thräne schimmern sehen, die das Weh ihm ausgepreßt hat: „Was betrübst Du dich, meine Seele, und bist so un…

  7. 1898-01-01 · [1] (1898) · p. 52 · Die Psalmen in der Weltliteratur

    — 52 — Hauses, Deine Söhne wie Oelbaumsetzlinge rings um Deinen Tisch. Ja siehe, also wird gesegnet der Mann, der den Herrn fürchtet." Noch einen Blick müssen wir werfen aus die Naturpoesien in dem Psalter, die kein Geringerer als Alexander…

  8. 1898-01-01 · [1] (1898) · p. 53 · Die Psalmen in der Weltliteratur

    53 Kammer tritt, und sich freut wie ein Held zu laufen den Weg! Auch von einer andern Art der Dichtung finden wir in dem Psalter Juwelen ohne Gleichen, von der gnomisch-didaktischen Dichtung. Eine ganze Anzahl von Psalmen gleichen Perlensch…

  9. 1898-01-01 · [1] (1898) · p. 54 · Lehre uns unsere Tage zählen

    Kehre uns unsere Tage zählen. Der Psalm 9V. Von H. Steinthal. ^)ieser Psalm wird in der Tradition dem „Mose, dem Manne Gottes" zugeschrieben, wodurch wohl ausgedrückt werden sollte, daß derselbe aus der ältesten dichtenden Zeit stamme und s…

  10. 1898-01-01 · [1] (1898) · p. 55 · Lehre uns unsere Tage zählen

    55 Propheten- und Psalmen-Dichter erreicht hat. Die Erhabenheit, die sich hier aussprickt, ist jene schroffe, welche den Gegensatz zwischen Gott und Mensch in aller Herbheit ausspricht, wie wohl nirgends sonst geschieht, wenn nicht etwa in …

  11. 1898-01-01 · [1] (1898) · p. 56 · Lehre uns unsere Tage zählen

    — 56 sprichst (dann): „Kehret zurück Menschen-Söhne" (wie Ps. 104, 29—34). Man möchte hier gerne Tieferes lesen, Geistiges*); .aber das Folgende V. 4. „Ja, tausend Jahre sind in Deinen Augenwie der gestrige Tag, wenn er vergeht, und eine Na…

  12. 1898-01-01 · [1] (1898) · p. 57 · Lehre uns unsere Tage zählen

    57 der Menschheit den Grund an, der ihm aber so selbstverständlich erscheint, daß er gar nicht als etwas besonderes ausgesagt wird. Der Zorn Gottes gehört zum Elend des Menschen, .wie der Schatten zum Körper. Darauf aber sagt nun der Dichte…

  13. 1898-01-01 · [1] (1898) · p. 58 · Lehre uns unsere Tage zählen

    58 Gott solle die Kürze des menschlichen Lebens bedenken, damit der Mensch noch Zeit habe, auch das Glück zu erlangen. Unser Dichter aber ist fern davon, uns ein Memento mori zuzurufen (wie Luther in völlig unbegründeter Weise übersetzt), s…

  14. 1898-01-01 · [1] (1898) · p. 59 · Lehre uns unsere Tage zählen

    59 eine sichere Handhabe für solche Operationen. Auch Olshausen kann keine Strophen-Abtheilung erkennen; aber Delitzsch theilt je vier Verse einer Strophe zu. Ich lasse die Sache dahingestellt, und wiederbole nur eine schon früher ausgespro…

  15. 1898-01-01 · [1] (1898) · p. 60 · Kohélet

    Kohvlet. Von Georg Brandes. der Spitze des kleinen Buches im alten Testamente, das wir den „Prediger" nennen, findet man einen Namen, bestehend au…

  16. 1898-01-01 · [1] (1898) · p. 61 · Kohélet

    61 daß alles Lebende, was unter der Sonne wandelt, mit dem Jüngling hält, mit dem andern, der seinen Platz einnehmen wird. (4, 13.) Man höre doch besser auf, was der Weise ruhig sagt, denn was der Herrscher in seiner Thorheit schreit. (9, 1…

  17. 1898-01-01 · [1] (1898) · p. 62 · Kohélet

    62 die keinen Tröster haben und von der Hand ihrer Unterdrücker gehet Gewalt aus und sie haben keinen Helfer." <4 1). Oft ist die Kritik Satire und die Satire mit Ironie durchgeführt: „Siehst Du im Lande den Armen unterdrückt und Raubbegier…

  18. 1898-01-01 · [1] (1898) · p. 63 · Kohélet

    63 Der Verfasser hat deutlich einen lebhaften Unwillen gegen diejenigen gehegt, die mit Trauermienen die Wege der Entsagung gingen. Bei solchen Ausfällen scheint man die Essäer besonders vor Augen zu haben. Die Sekte verlangte das Abwenden …

  19. 1898-01-01 · [1] (1898) · p. 64 · Kohélet

    64 Ein einziger Hirte gab sie den Meistern zum Schalten und Walten. Nun ist's genug. Mein Sohn, macht Jemand den Versuch, Zu reichen Dir ein andres, neues Buch, ' So lies es nicht. Was soll das Ende werden Der Schreiberei auf unserer Erden!…

  20. 1898-01-01 · [1] (1898) · p. 65 · Kohélet

    65 hältnisse und eine Abhilfe der Beschwerden und Nebel des Erdenlebens ist unmöglich. Die Gesetze, die das Menschenleben lenken, sind so fest wie die Gesetze, die die Natur beherrschen, und bewirken die gleiche Einförmigkeit. Welchen Vorth…