Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- [1] (1898)
- Article
- Die Psalmen in der Weltliteratur
- Date
- 1898-01-01
- Page
- 49 (sequence 17)
- Language
- German
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49 Wir beginnen mit freundlichen Bildern. „Schmeckt und sehet, wie freundlich der Herr ist," sPs. 34, 9s lädt uns der Psalmist ein. „Wie groß ist Deine Güte, die Du aufgespart hast denen, die Dich fürchten, die Du angesichts der Menschen erzeigt hast denen, die bei Dir Zuflucht suchen," sPs. 31, 20] so ruft ein andrer anbetend aus. „Das Loos ist mir atifs Liebliche gefallen und mein Erbe gefällt mir wohl," vernehmen wir von einem Drittelt sPs. 16, 5]. „Herr, Deine Gnade reicht, so weit der Himinel ist, und deine Treue, so weit die Wolken gehn. Deine Gerechtigkeit ist wie die Berge Gottes, und Dein Gericht wie die große Fluth; Menschen und Thieren hilfst Du, Herr. Wie köstlich ist Deine Gnade, Herr, daß die Menschenkinder sich bergen im Schatten deiner Flügel. Sie laben sich am Fette deines Hauses und mit dem Stroinc deiner Wonne tränkst Du sie. Denn bei Dir ist die Quelle des Lebens, in Deinem Lichte schauen wir Licht. Breite Deine Güte aus über die, welche Dich kennen, und Deine Gnade über die, welche redlichen Herzens sind" sPs. 36, 6 —11]. Und seinen klassischen Ausdruck hat dieses Gefühl gesunden in dem weltbekannten 23. Psalm: „Der Herr ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln." Und wo das Herz sich gedrungen fühlt, dem Geber aller dieser guten Gaben seinen Dank darzubrntgen, wie kann das kurzer, schlichter und doch dabei nachdrücklicher geschehen als in dein Psalmenworte: „Danket dem Herrn, denn er ist freundlich, und seine Güte währet ewiglich" sPs. 118, 1]. Und die heilige Pflicht dieser Dankbarkeit, wo ist sie ergreifender und eindrucksvoller jedem Menschen ans Herz gelegt, als in dem Psalmenworte: „Lobe den Herrn, meine Seele und was in mir ist, seinen heiligen Namen! Lobe den Herrn, meine Seele und vergiß nicht, was er Dir Gutes gethan hat!" sPs. 103, 1—2]. Das Gefühl des Geborgenseins in Gottes starker Hand und seinem mächtigen Schutz, wo ist es energischer ausgesprochen, als in den Psalmenworten: „Der Herr ist mein Licht und tnein Heil, vor wem sollte ich mich fürchten? Der Herr ist meines Lebens Schutz, vor wem sollte mir grauen?" sPs. 27, 1] „Der Herr Zeaboth ist mit uns, der Gott Jakobs unsre Burg": sPs. 46, 8—12). „Gott giebt mir, daß ich sein Wort rühmen 4