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… und alltäglichsten Verhältnissen abspielten, so steht er doch vor uns wie ein Wesen aus einer andern, höhern Welt. Der Gaon von Wilna hat niemals ein Amt oder eine Stellung bekleidet, er trug keine äußern Abzeichen seiner Würde. Wir besitzen noch immer …
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135 — Zurückgezogenheit, und wäre diese Bekanntschaft auch noch so genau, vermag uns keineswegs den Kern seiner Genialität und seiner geistigen Größe zu erklären, noch uns seine moralische Entwickelung zu versinnlichen. Das Genie ist ja im …
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136 gewoben, seine Gestalt über die Grenzen von Zeit und Raum hinweggehoben und ihm Unsterblichkeit verliehen. Moderne Leuchtapparate arbeiten unter großem Lärm, man vernimmt weichin das Rauschen der Maschinerie und das Knarren des Räderwer…
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187 heutigen Tag üblich sind, in die Oeffentlichkeit gebracht. Was er schrieb, schrieb er nur für sich allein in der Form von Marginalbemerkungen, die er an den Rändern der Bücher aufzeichnete, aus denen er studirte. Eine jede dieser Glosse…
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…ersicherte mir, daß die Bemerkung des Gaon, die wir zu Hilchot Kischuf (Schulchan-Aruch Joreh Dea Cpt. 17: § 13) lesen, Maimonides wäre der verdammungswürdigen Philosophie nachgegangen, . . . ebenso eine weitere Bemerkung zu Hilchot Kevod Rabbo (Cpt.…
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189 von dieser mächtigen Flamme aufsprühten, nur wenige Tropfen von diesem Urquell sind uns zu Theil geworden. Er, dessen Geist zu den klarsten und schärfsten unseres Jahrhunderts gezählt werden muß, besaß zugleich ein gütiges^ ein goldnes …
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140 Unvergleichlich war feine Keuschheit, feine Bescheidenheit, seine Herzensgüte und sein Edelmuth. Spinoza selber kommt uns hochmüthig und hartherzig vor, im Vergleiche mit ihm. Ihm wäre seiner ganzen Natur nach das Vergnügen unbegreiflic…
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… Pessachtage 1720, zu Selz, einem kleinen Städtchen im Wilnaer Gouvernement, als ältester Sohn seines Vaters Salomo aus Wilna. Nach der übereinstimmenden Aussage von Augenzeugen, war er „ein schönes und liebliches Kind." Der jüdische Genius klei…
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— 142 — selber angewiesen. Schon als Knabe führte er oft mit bedeutenden Gelehrten Disputationen über talmudische und hagadische Themata. „Sechs und ein halbes Jahr alt, hielt er in der Synagoge einen gelehrten pilpulistischen Bortrag, den …
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143 Den Juden seines Heimathlandes war zu jener Zeit Bildung und Wissenschaft, ja selbst die Kenntniß der Landessprache vollständig fremd. Sie bedienten sich im Umgänge des Jargons; die polnische Kultursprache verstanden sie nicht, mit den …
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144 Gute und Lichtvolle aus der Umwelt in sich aufzunehmen. Sein Wahlspruch lautete: „Wem ein Grad in der Kenntniß der Wissenschaften mangelt, dem mangeln hundert Grade in der Kenntniß der Thora". Dieses Wort war das Ferment zu der geistige…
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— 145 — sondern die eines Mathematikers und logischen Denkers im strengsten Sinne des Wortes. Hätte er einen geordneten Studiengang im europäischen Sinne durchgemacht, so wäre er unzweifelhaft einer der ersten Naturforscher seines Jahrhunde…
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…en gibt es keine Scharten und Risse. Wenn man dem seinigen das Leben eines Zeitgenossen und Landsmanns, des Philosophen Salomon Maimon, entgegenhäll, wird man der ganzen Harmonie und Einheitlichkeit inne, die den Ersteren kennzeichnet. In seinem Leben ga…
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147 Kräfte keinen Augenblick*). Er schlief ungleich weniger als Napoleon der Erste. Seine Schüler bezeugen, daß er kaum zwei Stunden die Nacht, und zwar nicht ununterbrochen, dem Schlafe ftöhnte. Trotzdem blieb sein Geist hell und klar, ges…
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148 Weihrauch. Schlichtheit, Keuschheit und Frömmigkeit waren die wesentlichen Merkmale dieses echt jüdischen Genies. Angezogen von der Schönheit der Gebote Gottes, von den Wonnen, welche das Forschen in der Thora und die Ergründung der Wis…
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Winthak Mö Hkt mtkn. 4f Ein biographisches Fragment von Kahiöa Nttth AaZarvs. i. Wie fie sich kennen lernten. W^eine Beziehungen zu den beiden allverehrten Männern waren mannigfacher Art. Sowohl unsere wiederholt gemeinsam verlebten Sommerf…
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150 wieder eine sachliche Mittheilung, selten eine Familiennachricht. Seine sonstigen etwa erhaltenen Briefe mögen herkömmlicher geartet sein, seine Briefe an Lazarus sind rücksichtslose Selbstbekenntnisse, oft erschütternd in ihren Naturla…
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…ch aufthaute und heiter wurde, wie ein glückliches Kind. Bald aber stellten sich der Freunde mehr zum Freitagabend ein: Paul Heyse, der zusammen mit Lazarus bei seinem Vater hörte, Friedrich Eggers, Jacob Bernays, wenn er durch Berlin kam, und Andere…
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…her und zwingender heraus und er beschloß nach Paris und London zu gehen. Vorher aber besuchte er sein Geburtsstädtchen Gröbzig, wo seine Mutter und mehrere Verwandte lebten. Er hing sicherlich mit seinen geheimsten Lebensfasern an dem bescheidene…
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153 mit Ausnahme der ersten grünen Jugendfreundschasten (z. B. mit Oberstabsarzt Rosenthal in Magdeburg)— keine Duzbrüderschaft mehr geschlossen hat. Am 14. Dezember 1852 schreibt er aus London: „Die letzte Zeit war mein Gemüthsleben sehr r…