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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1900-01-01 · 3 (1900) · p. Seite 152

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
3 (1900)
Article
Wie Steinthal und Lazarus Brüder wurden
Date
1900-01-01
Page
Seite 152 (sequence 5)
Language
German
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153 mit Ausnahme der ersten grünen Jugendfreundschasten (z. B. mit Oberstabsarzt Rosenthal in Magdeburg)— keine Duzbrüderschaft mehr geschlossen hat. Am 14. Dezember 1852 schreibt er aus London: „Die letzte Zeit war mein Gemüthsleben sehr ruhig. Ich schwankte rau:, und thue es noch, ob bleiben oder gehen und wenn letzteres: wohin? und wohin zunächst? Je länger ich hier bleibe, desto besserkönnte es mir Hier gefallen. Geldverhältnisse, d. h. nicht die Theuerung, sondern der Verdienst durch Arbeiten für Mahn (Mahn, der bekannte Sprachlehrer und Forscher, für welchen St. provenzalische Manuskripte in der Pariser Bibliothek copirte), treiben nach Paris- und endlich ist diese Dreckstadt für meine chinesischen Studien doch unumgänglich. Ich hoffe Dir noch in diesem Briefe einen festen Entschluß mitzutheilen.- Gedacht, lieber Lazarus, habe ich eben auch nicht Besonderes. Einiges habe ich in einem noch nicht abgesandten Briefe an Mahn niedergeschrieben über Grammatik und Logik was mir besser scheint, als was in den stüheren Briefen stand. Die Leute haben wirklich die Sache so verwirrt, daß Du Dir kaum vorstellst, wie schwer es Jemanden wird, der Jahre lang in dieser Verwirrung gelebt hat, wie ich, dieselbe auseinander zu legen und dafür die bestimmten Ausdrücke zu finden. Aber ich will mich schon durcharbeiten! und solch ein Wegbahnen durch verwirrtes Gestrüpp hat seinen Vortheil. Von deinen Arbeiten habe ich seit unserer Trennung noch gar nichts gehört. Was macht Spinoza? Die Darstellung des Herbartschen Systems? Die Psychologie? Ich glaube rücksichtlich der Vorstellung im Gegensätze zu Anschauung und Begriff auf etwas gekommen zu sein. Angedeutet ist die Sache in meiner neuesten Schrift. Du hast ein Exemplar derselben erhalten, gegen meinen Willen, aber zu meiner rechten Freude, denn ich steue mich immer, wenn der Zufall, d. h. eine mir äußerliche Macht, etwas thut, was ich für gut finde und doch aus Rücksichten nicht wollte. — Nicht wahr, die Vorstellung ist keine verwirrte Anschauung? Gute Nacht." -Am 19. Abends, nach einer hochinteressanten aber hier nicht hergehörenden Auseinandersetzung über die

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