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217 Robert, der in tiefes Nachdenken versunken war, schlug die Augen auf und blickte zur Höhe. Ein fester Wille leuchtete aus seinen Mienen. „Sie sollen nicht mehr davonlaufen, sie dürfen nicht! Rabbi Salomon Jehuda tröstete sich damit, daß…
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218 opferten? War jener nicht auch ein Ganzer, ein Gottsucher gewesen? Nicht frevler Uebermuth hatte ihn der Mehrheit zugetrieben, sondern der Zweifel am Judenthum und der Glaube ans Christenthum. So hatte er es gehört von Unparteiischen, d…
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219 Friedhofes anvertraut ist, meinte zwar, man solle auch den Preis des Grabes angeben, aber da kam er schön an. „Wenn er Geld hat, wird er zahlen, wenn nicht, wird Gott es zahlen." „Seh' an, der da!" ries ein anderer Beisitzer. „Wagram ha…
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220 gingen sie alle. Es blieben nur jene, die die Geschäfte zu bewachen hatten. „Aber jetzt kommt ja doch Niemand einkaufen", meint Einer und schließt die Thüre. Kaum sehen das die Anderen, so folgen sie seinem Beispiele und wandern der Gem…
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221 Diese Augen! Robert konnte ihren Ausdruck nie wieder los werden. So trocken und brennend blickten sie hinaus, suchend, hungernd-- Erstaunen malten sich in dem verfallenen Gesicht bei den Worten des Rabbi, als aber der Gesang anhob und d…
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222 keine Nahrung. „I g'hör' neam'd mehr zua, i geh' nach Amerika!" Da war Reb Joine vorgetreten und in seiner heftigen, heißen Weise hatte er gerufen: „Warum nach Amerika, warum nicht in die „Heimath"? Die anderen Leute suchten den hageren…
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223 Thier zu essen, beide Tauben verbrennen? Und nun, oh Schrecken, wenn die Tauben entflogen waren und ihrem Schlage zueilten, sind alle Tauben desselben Schlages vom Genüsse ausgeschlossen? Und wenn man nicht genau weiß, welchem Hause sie…
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224 . Einstens galt es als Ziel einer reichen Familie, einen Talmudjünger „einzusetzen". Sie wurden die Schwiegersöhne der reichsten Männer und studirten weiter in der Lehre Gottes, um Gotteswillen, oder sie wurden Kaufleute. Aber Reb Joine…
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225 Wir passen uns an, wir geben um unseretwillen uns selbst auf. Die Starken werden schief, verkrüppelt, und die Kleinen stumpf oder bös, und Alle bleiben halb. Und was wollte er, der Halbe, unter den Bösen? Nein, sie sind nicht bös, nur a…
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226 Bund mit dem Vater im Grabe und mit allen seinen Vatersvätern in den bekannten und unbekannten Ruhestätten. Dann ging er zur Treppe der Frauengallerie und wartete demüthig seines alten Mütterchens. Wie stolz sie blickte, als ihr die män…
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227 etwas in diesem Lachen, und sie lachte so oft und so häufig ohne Grund, und er liebte es sonst, dieses Lachen. Heute schmerzte ihn es, jetzt, wo — Sollte Eduard ihr nichts gesagt haben? Verstand sie so wenig von jüdischem Gebrauchthum? …
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228 „Oh, wie spät!" rief Martha schmollend. „Seyen Sie, Frau Seeliger, so macht er es immer; die alten todten Leute sind ihm lieber als die jungen Lebendigen, die ihn erwarten." „Wir hatten heute die erste Seelenfeier nach dem Vater," wehrt…
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229 Frau Ehrenstein hoffte durch die Erinnerung an'den verstorbenen Vater eine Ablenkung zu schaffen. „Wie schade, daß Sie nicht vor einem Jahre daran dachten, uns in Ihre Heimath einzuladen, Herr Doktor, wir hätten dann noch das Glück geha…
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230 sich so kindisch gehabe. Und auch der junge Gelehrte fühlte, daß er sich lächerlich mache, lächerlich vor diesen Leuten. Seiner Mutter aber standen die Thränen der Rührung in den Augen, als sie die trauten, alten Melodien vernahm. Wie e…
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281 auf die armseligen polnischen, russischen und rumänischen Juden zurück? Du allein kannst ihnen nicht Helsen. Warum läßt Du Dich vom großen Mitleid verzehren? Hast Du Deinen Nietzsche so ganz ohne Nutzen gelesen? Den auserlesenen Naturen…
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282 Gedanke als offene Frage in seiner Seele hängen. Wie ein Lächeln stieg es in ihm auf. Er, der starkgeistige Gelehrte, der bekannte logische Kops, der aus den Vibrationen der Nerven den ganzen Menschen errieth, er wandelte den Weg Reb Jo…
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233 len in Verbindung mit dem Ghetto, es war schon schlimm genug, daß er keine Familie hatte — aber gar — Und ihre Tochter? Nein, die sollte nicht einem Hirngespinnst geopfert werden! Nun erschien ihr alles anders, als am Vormittag, das eng…
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— 234 hohen, eleganten Manne. Wie schön sich ihr volles Gesichtchen, das üppige schwarze Haar von seinem länglichen Kopfe mit dem wohlgepslegten Blondbart abhob! Sie wiegte sich an seinem Arme und fühlte im gleichmäßigen Fortschreiten die H…
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285 versinken! Wer den Sabbath schändet, ist dem Götzendiener gleich." Dazwischen ertönte ein Geheul wie von einem verwundeten Thiere. „Seien sie verflucht," erscholl es wild. Im Nu fanden sich eine Anzahl Leute, die den streitenden Stimmen…
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236 Aufregung, die Augen glühten in heftigem Zorn, die Stimme klang heiser. Aber noch abstoßender, fast grauenerregend schaute „der Stumme" drein. Die Augen waren von innerer Wut aus der Höhle getreten, der Mund schäumte, die Brust keuchte …