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237 same, junge Kaufmann, dem die rituellen Gebote gleichgültig sind. Zwischen beiden der Kampf. Wer löst diese Wirrniß?" Eduard war rasch mit der Antwort. „Die Zeit Gottes ist vorüber wie die der Juden. Wir haben unseren Tod überlebt und s…
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238 eine Stütze. Aber die Stütze wankte jetzt. Was sollte sie chun, was lassen? Ihm folgen?- Ja, ihm folgen. Er war fest und sicher, er würde sie gut leiten. Und fester stützte sie sich auf seinen Arm, Schritt um Schritt, in rythmischem Wie…
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239 „Daß Du ihm keinen Korb giebst?" Martha schaute befremdet auf die Mutter.. „Ich dachte, Mama, es sei Dir recht, ja angenehm." „Ei, gewiß, es freut mich doppelt," — hier zögerte sie ein wenig — „daß ich Deinen Charakter nicht überschätzt…
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240 Wirkung nennt er das, Angewöhnung des Verrücktseins von den Patienten. Dann wäre es allerdings heilbar, dieses abgeschmackte Justament-Judenthum, wenn man ihn mit recht viel vernünftigen Leuten zusammenbrächte... Uebrigens wüßte ich ein…
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241 Aber „die Wahrheit zuerst, dann die Gescheitheit," das war ihr Spruch und demgemäß sagte sie: „Ich kann da nicht viel reden, aber ich glaube, das hilft nicht viel. Er widerspricht nicht, oder doch so, daß kein Streit entstehen kann, geh…
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242 „Herr Doktor wollen zu meinem Mann? Er sitzt drin und lernt." Sie wies auf die Nebenthüre, hinter der das Recitiren ertönte. Robert öffnete vorsichtig. Reb Joine saß über den Tifch gebeugt, der Kopf wackelte auf und ab wie ein Perpendik…
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243 wehrte die dargebotene Hand Roberts ab. „Die Mutter nimmt ihr eigen Kind, ihr Schlomele, ihr Fleisch und Blut, und schneidet ihm die Kehle durch. Hörst Du, eine jüdische Mutter schlachtet ihren eigenen Sohn, ihren Kadisch, den Sohn des …
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244 -mein Sohn, mein herziger Reb Rübengefährlich! Und wenn sie Gott leben läßt, die Kinder, dann verleugnen sie ihren Vater, sie werden schlecht-schlecht werden sie hier alle-schlecht. Alle-- alle! Du nicht; Reb Rüben, Du bist ein großer M…
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245 wenn das alle Memorbuch vorgelesen wird, nehm' ich mer's über Nacht und begeh' nochmal Maskir für mich allein — allein. — Das giebt mir Kraft, damit ich meinen Schwur nicht vergeh'." Robert war bewegt, und so sehr er es versuchte, dies …
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246 ein"; Bringe meine Söhne aus der Ferne und meine Töchter vom Ende der Welt." „Gott wird mir helfen, daß seine Verheißung mir und seinen unwürdigen Kindern erfüllt werde. Ja, er wird helfen — er wird helfen." Mit Inbrunst stieß er diese …
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247 mir davongelaufen, aber merf Dir nur: Du kommst mir nach. Du bist mir sicher. — Ja, und Altäre werden wir bauen. Du wirst schon sehen, Reb Rüben — weißt Du noch? 32 Ellen lang, 32 breit, 19 hoch, 19 breit, dann eine Elle Hineinrücken. U…
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248 langen, schmalen Hofes tastete, küßte drin der alte Talmudjünger zum ersten Male im Leben ein Weib. Robert ging seine Straße, ohne zu wissen, daß er sich fortbewege. Als er vor dem Elternhause stand, erwachte er aus feinen Träumen. Der …
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249 empfangen: die ihre, die sie sich in dieser Arbeit erlösen müßte, und die seine mit all' seinem Herzen, seiner Kraft und seinem Wollen. — So trat er ruhig und gefestigt in die Stube. Dort war alles Bewegung und Unrast. Frau Ehrenstein h…
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— 250 — Jammer der Anderen läßt mich nicht ruhen, er ist mir zu eigenem Leide erwachsen." Eduard war inzwischen ins Zimmer gekommen, so daß er die letzten Worte gehört hatte. „Ja, mein Gott, wir alle kennen ja das große Elend in der Welt, d…
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251 alle Kraft der Empfindung, Weihe und Zerknirschung in die Gesichter der Männer, aber auch Rührung und Liebe, denn er malte den Augenblick des Maskir, der Seelenfeier. Der Kantor las die Namen der Verstorbenen und auf dem Pergament stand…
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Von .oerveicherg. 'u schwarz Kiwke. dem Osterberg unter einem Schlehdorn lagen zwei kleine Jungen und spähten eifrig den Weg nach Borgeln hinab. „Die Mame tommt nich, Rüben", sagte betrübt der kleinere, ein Bürschchen von etwa drei bis vier…
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253 Lexe, jeden Tag hüten wir's in Wessels Tweete, und dann nehmen wir'n großen Korb mit. Da is ganz langes Gras, so lang," und er zeigte die volle Länge seines Aermchens, „das holen wir. Un dann bauen wir n Stall hinter unserm Haus un ne S…
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254 ob die Mutter bald zurückkäme. Fürsorglich hatten sie schon Gras geholt und in das kleine Kämmerchen gestreut, das zur Wohnung des Zickleins bestimmt war. Aber der Tag war so lang, und das Hiselamm wollte noch immer nicht kommen. Da hat…
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255 „Kinders, wie kommt ihr denn hierher? Weiß der Papa davon?" „Nein, Mama," versicherte Rüben stolz, „wir haben den Weg ganz allein gefunden. Wo is denn das Hiselamm?" und er lugte forschend in den Korb, den sie am Arme trug. „So ihr Nixn…
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…a ging sie denn kurz entschlossen selber auf den Handel. Den Henkelkorb am Arme zog sie tagtäglich von Dorf zu Dorf, um allerhand Kleinkram: Garn, Band, Zwirn, Nadeln und dergleichen zu verkaufen oder Knochen, Lumpen und Felle dafür einzutauschen. D…