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197 dies interessanter und erhebender als alle die Pracht, womit das Christenthum hier prangt, welches in ganz Italien ein wahres Heidenthum ist. Es wird sich an mir das Sprichwort bewähren, „in Rom gewesen, und den Papst nicht gesehen". Es…
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198 Du die Journalfabrik hättest kennen lernen, wie ich, so würde Dir auch wenig daran liegen. — Mein Aufenthalt in Rom war nur kurz, aber reich an Eindrücken mancher Art. Ich verlasse diese Stadt morgen Abend, um Sonntag, den 29., mit dem …
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199 verdüstern. — Du, geliebte Schwester, hast wenigstens den Trost, unserer geliebten Mutter durch Deine Gegenwart und die Deiner Kinder manche heitere Stunde bereitet zu haben; ihr Alter fand oft in Euch eine Stütze und Pflege; ich aber, …
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200 später vielleicht noch hundert Thater mehr. Hingegen aber bin ich mit der Bibliothek fortwährend im Kriege, indem meine Vorgesetzten ihren Versprechungen nicht Nachkommen, und ich, nachdem ich wichtige Dienste geleistet habe, noch immer…
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201 stunden, die ich zu den nöthigsten Arbeiten benutze, sowie zur Korrespondenz, die ich so viel als möglich einschränken muß. . . . Ich muß Geduld haben und auf die Güte der Vorsehung hoffen. .... 40. An den Neffen Dr. S. Meyer. Paris, de…
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202 42. An die Schwester. Paris, den 4. Dezember 1858 (Abends). Theuerste Schwester! Ich habe gestern Abend gegen 5 Uhr meine Ernennung zum Mitgliede der Akademie, welche eben erfolgt war, sogleich durch den Telegraphen nach Breslau bericht…
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…nst gemeint, und wie würdig gehalten sie auch sein mögen. Dir wird jener Vortrag gewiß sehr gefallen, er ist betitelt: „Salomon Munk, Professor am College de France, Vortrag von Dr. Adolf Jellinek. Wien, Verlag von Herzfeld & Bauer." — Ich habe nur ein…
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m Novelle von; Utfräitimv. „Wie theier is Ihre Gerste?" „Am Jontef hob' ich ka Geschäft." „Gott wie nobel." „Psst — Psft —" der Tempeldiener suchte das Gespräch zu dämpfen. Der Frager, ein rothhaariger, junger Mann mit Hellem Schnurrbart im…
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205 diener zugewinkt. Dieser nahm hierauf eine mit Weißen Blättern besteckte Tafel herab, die er hoch in der Hand gehalten hatte. Ein Theil der Blätter war mit hebräischen Worten beschrieben, ein anderer mit Ziffern. Es war ein stilles Biet…
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206 Die .Nachbarin nickte. Im nächsten Augenblick hatte sie ihrer Freundin zur Linken zugewispert: „Zwischen dem rochen Singer und Rothhausers geht was vor!" „Roth-Singer kriegt Färb' zu," lächelte die Andere schlau. „Ja," kam es zurück, „i…
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207 Jacob Singer hatte bemerkt, welches Aufsehen seine Berufung zur Thora erregte. Es summte in der Synagoge wie in einem Bienenstock, er jedoch heuchelte Gleichgültigkeit und ging sicheren Schrittes hinauf zum Almemor*), wo er leise den er…
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208 lag über die Thora gebeugt und hielt ein Tuch vor dem Gesichte. Von der Frauengallerie herunter klangen im wirren Chor gebrochene Worte, die hebräischen Formeln des Maskir, der Todtenfeier. Ein jeder gedachte seiner todten Lieben mit Na…
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…astig werden des Paradieses! Amen!" „Vorerst kommt Oesterreich daran. Hörst Du die Liste? In mehr als dreißig Orten, in Villach und Budweis, in Znaim und Trebitsch, in Krems und Salzburg, überall wurden sie hingeschlachtet, weil sie Hostien geschä…
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210 als ihren Stolz, genau so wie den Johann Maria Farina. Der Geruch des gesengten Fleisches ist längst in Eau de Cologne ertränkt."- „Die alte Frau Rahel, welche ertränkt wurde; Frau Ogia, welche ertränkt wurde; der Bräutigam R. Samuel, d…
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211 geschlachtet hatte; das junge Mädchen Matrona und ihre Schwester Rahel, die sich ins Feuer stürzten; der Knabe Josef; Hanna, die Heldin in Blois, mit dem Kinde, das sie im Feuer geboren-" „Hörst Du, Eduard, im Feuer geboren-! Was sagen …
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212 ausgenommen habe. Darauf wurden beide zum Feuertode verurtheilt. Der ältere aber vorerst an den Schweif eines Rosses gebunden, mit den Füßen nach oben, mit dem Kopf nach unten, und so von dem gehetzten Thiere durch die Stadt geschleift,…
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213 Höhe, zur Frauengallerie, dorthin, wo Martha Ehrenstein stand. Sie nickte stagend. „Bleiben Sie?" hieß das Nicken. „Ja." „Oh!" Sie verzog schmollend ihre vollen Lippen. „Aber Eduard geht doch" deutete ein anderer Blick. Er zuckte die Ac…
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214 Er blickte starr, mit großen Augen in eine unsichtbare Ferne. Die Worte des Kantors schlugen kaum an sein Ohr, und wie er sie hie und da hörte, zogen sie ihn wieder . fort in verwehte Zeiten, in die düstere Vergangenheit. „Warum mir die…
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… Wort gestorben, aber selten hat (Nner für die Anderen gelebt. „Die Nachkommen des Rabbi Loria aus Galizien und die des Rabbi Löw aus Prag." Die alten Rabbiner, sie stritten miteinander über die Form, in der die Gotteslehre zu verbreiten sei. Die Pr…
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216 Schluchzen hörbar geworden, da war es auch schon von einem Winseln übertönt, von einem Klagelaut, der nichts Menschliches hatte. „Der große Gaon, Rabbi Salomon Jehuda, der Gerechte, unser Lehrer, das Haupt unserer heiligen Gemeinde-—“ B…