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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1899-01-01 · 2 (1899) · p. Seite 222

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
2 (1899)
Article
Maskir
Date
1899-01-01
Page
Seite 222 (sequence 19)
Language
German
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222 keine Nahrung. „I g'hör' neam'd mehr zua, i geh' nach Amerika!" Da war Reb Joine vorgetreten und in seiner heftigen, heißen Weise hatte er gerufen: „Warum nach Amerika, warum nicht in die „Heimath"? Die anderen Leute suchten den hageren Talmudisten wegzuziehen, aber er ließ sein Opfer nicht los. „Wir sind aus Palästina, aus Palästina, aus Palästina. Sind wir von dort oder sind wir nicht von dort, von dort?" rief er herausfordernd. Da man seine stxe Idee kannte, wagte Niemand, ihm zu widersprechen. Robert blickte erstaunt auf Reb Joine, der einst sein Talmudlehrer gewesen war, ihm stieg es wie ein Lächeln auf über sich selbst. Er erinnerte sich der Zeit, da er dem Talmudlehrer entlaufen war. Sie hatten erst einen Tractat zu lernen begonnen, der einige interessante Rechtsfragen behandelt, so z. B. über das Recht auf ein gemeinschaftlich gefundenes Kleid, auf die Früchte eines Baumes, der zwischen zwei Gärten wächst und dergleichen. Eines Tages gefiel es dem Talmudschüler des Rabbi, denn das war Reb Joine, der ihn lehrte, einen Tractat zu wählen, der von den Maaßen handelte, von den Maaßen des salomonischen Tempels, von den Maaßen der alten Altäre. 32 Ellen lang und 32 breit, 5 Ellen hoch wurden die Wände gegossen. Damals verstand er es nicht, wie man Mauern gießen könne. Am Palatin in Rom hatte er es später gelernt. — Doch zurück zum Altar: man rückte dann 1 Elle hinein und baute 3 Ellen hoch, so fort bis zukurz er hätte können einen echten Altar aufbauen, wie er je in Palästina geraucht hat. Dann kam die Casuistik des Opferthieres. — Das Sühneopfer wird dem Priester gestiftet, der es essen darf, ein Ganzopfer aber muß verbrannt werden. Wenn ihm eine Frau ihr Reinigungsopfer brachte — er zählte damals 13 Jahre und hatte keinen Begriff von der Herkunft dieses Opfers — so bestand dies aus zwei Taubeneine als Sühnopfer, eine als. Ganzopfer. Sollten die Tauben, nachdem ihre Bestimmung feststand, verwechselt werden: was hatte zu geschehen? Mußte der Priester, um dem Sacrileg zu entgehen, ein als Ganzopfer bestimmtes

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