Mannheim
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486
19261929
  1. 1926-01-01 · Heft 1 · page 121

    kritischer Selb-Revolution vorhalten wird, nachdem mit Zerbruch der deutschen Reichsmacht das Feld des Neides frei geworden ist (doch auch andere Mächte haben sich imperatorisch geladen: England, Italien gar, und Rußland ist es geblieben!),…

  2. 1926-01-01 · Heft 1 · page 122

    Glaubens. Mit ihr aufrichtete sich in den Freiheits-Kriegen der preußische Staat. Mit ihr bestand er den Wettkampf gegen das laxe Staatband, das Österreich, d. i. der rest-kaiserliche Staat, im deutschen Bund dem deutschen Volk bieten konnt…

  3. 1926-01-01 · Heft 1 · page 123

    sprechend, dennoch sie tragen sollend - bürgerlich-partikulärer Kirche. Bürgerlich-partikulärer National-Staat schlug den Glauben in sieh, Reich aller Segnung zu sein. Aller sein sollenden Segnung; auch diesen Glauben wandte er angreiferisc…

  4. 1926-01-01 · Heft 1 · page 124

    FRANZ ROSENZWEIG DIE SCHRIFT UND DAS WORT Zur neuen Bibelübersetzung Alles Wort ist gesprochenes Wort. Das Buch steht ursprünglich nur i…

  5. 1926-01-01 · Heft 1 · page 125

    Rettung des Menschen. Ein Mund mag noch so erbarmungslos sein, er ist doch von Fleisch und nicht von Papier; so wird er müde und läßt darum meist doch den Wechsel von Tag und Nacht in Geltung, er muß auch essen und mindestens dann wird er a…

  6. 1926-01-01 · Heft 1 · page 126

    von der alle anderen Formen das, was sie an Legitimität besitzen, zu Lehn haben, an den Brief: um schon einzusehen, daß diese Legitimation der Schriftwerdung dem Wort von und an und vor Gott nie zuteil werden kann; Gott ist gegenwärtig, und…

  7. 1926-01-01 · Heft 1 · page 127

    Der Atem ist der Stoff der Rede; so ist das Atemschöpfen ihre natürliche Gliederung. Es steht unter seinem eigenen Gesetz: Mehr als zwanzig oder allenfalls dreißig Worte wird man kaum sprechen ohne ein tiefes, nicht bloß nachfüllendes Erneu…

  8. 1926-01-01 · Heft 1 · page 128

    …alische „Stellen64 des gelesenen Satzes, sein logisches Verständnis vorwegnimmt, oder wer auch etwa nur im Ohr hat, wie Hermann Cohen schwierige Piaton- oder Kantsätze schon im Lesen „stellte", der wird jenes Getragensein der logischen Bedeutung von dem…

  9. 1926-01-01 · Heft 1 · page 129

    und gar Konsonantenbestand des hebräischen Textes, der in einem für den heutigen, kritisch voreingenommenen Menschen überraschenden Maß seine so gut wie durchgängige Zuverlässigkeit, oder vorsichtiger ausgedrückt: Brauchbarkeit, weist. Dort…

  10. 1926-01-01 · Heft 1 · page 130

    …aßlos-übermäßiges Wort. Alle Poesie, die seither in ihrem Lichtkreis entstanden ist - ja die Poesie mehr als die Prosa: Jehuda Halevi mehr als Maimonides, Dante mehr als Thomas, Goethe mehr als Kant - ist von ihrem Geist der Prosa begeistet. Seither ist…

  11. 1926-01-01 · Heft 1 · page 131

    FLORENS Florens Christian Rang ist kaum mehr als sechzig Jahre alt geworden, aber es ist mir als sei seine Art die eines jüngeren, sein geistiges Gesicht das eines älteren gewesen. Er war von straffer Gestalt und lebhaft wie ein Militär; ic…

  12. 1926-01-01 · Heft 1 · page 132

    …ersitäten Lausanne, Leipzig, Berlin und Bonn. Mit 22 Jahren Doctor juris, verbrachte Rang seine Referendarzeit in Köln, Halberstadt und Kassel und ließ sich 1890 als Regierungsassessor nach Posen versetzen. Er wollte den Osten kennenlernen. Er erlebte…

  13. 1926-01-01 · Heft 1 · page 133

    …erschlug: Abrechnung mit Gott, Studium Shakespearescher Sonette. Auf einer Vortragsreise nach Wien und Graz besuchte er Hugo von Hofmannsthal in Rodaun; von da ab verband ihn mit dem Dichter eine Freundschaft die bis zum Tode dauerte. Auch Richard Dehmel und de…

  14. 1926-01-01 · Heft 1 · page 134

    Weltansicht des Welt-Tods statt Welt-Lebens, die sich in der deutschen Idealismus- Philosophie das Grauen mit dem Gedanken erleichtert, daß hinter den Wolken ja Sternhimmel sei - diese deutsche Geistes Grundrichtung ist zutiefst willenlos, …

  15. 1926-01-01 · Heft 2 · page 1

    HERMANN HERRIGEL VOM PRINZIPIELLEN DENKEN Magna prorsus inopia humanuni laborat elocniium AUGUSTIN Wenn wir heute an die Fragen denken, die uns früher beschäftigt haben, so bemerken wir zu unserer Überraschung immer wieder, wie weit wir uns…

  16. 1926-01-01 · Heft 2 · page 2

    Sehen und Denken Das Sehen liegt vor dem Denken. Das Denken flieht die Situation, aber es entflieht ihr nie ganz. Sein Anspruch auf Voraussetzungslosigkeit ist nicht realisierbar, es kann sich von dem Element der „Einstellung" nicht völlig …

  17. 1926-01-01 · Heft 2 · page 3

    …s letzte Ziel der Philosophie." Ohne daß er in einem gedanklichen Zusammenhang damit steht, fügt sich hier ein Satz von Franz Rosenzweig an: „Wahrheit hört auf, zu sein, was wahr ,ist% und wird das, was als wahr - bewährt werden will. Der Begriff der Bewäh…

  18. 1926-01-01 · Heft 2 · page 4

    …ine allzu scharfe Bestimmtheit erwarten dürfen; da alle unsere Worte heute der Gefahr eines prinzipiellen Mißverständl) Ernst Cassirer drückt dies in seinem Buche über die Relativitätstheorie so aus: ..Die Angelpunkte . . sind nicht in besonderen gegeben…

  19. 1926-01-01 · Heft 2 · page 5

    nisses ausgesetzt sind, ist es fast unmöglich, eine bloße Einstellung, die keinen theoretischen Charakter hat, sondern Hintergrund des Theoretischen ist, deutlich zu machen. Die Gefahr ist hier größer, daß zu viel, als daß zu wenig gesagt w…

  20. 1926-01-01 · Heft 2 · page 6

    der reinen Vernunft erschöpft; alles weitere handelt nur von den „reinen" Formen der Anschauung, des Verstandes, der Vernunft, „in denen nichts, was zur Empfindung gehört, angetroffen wird". Der Empfindung entspricht die Fähigkeit der sinnl…