Mannheim
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19261929
  1. 1927-01-01 · Heft 1 · page 35

    einflößt, die Seele nicht füllt, nur Verhältniswerte, nicht ein Absolutes aufbringt. Aber gemeinsame Negation wäre nicht viel. Fördersamer scheint mir, daß ich Ihnen zustimmen kann in dem was Sie über das zur Besserung zu Tuende sagen. Dari…

  2. 1927-01-01 · Heft 1 · page 36

    Auf diesem Weg, unter diesem Schub, entrang sich da Ihnen eine jener Wahrheiten zu neuem Wort, die, uralt wie sie sind, von Zeit zu Zeit, um zu wirken, neuwerden müssen. Entrang sich Ihnen ein Wort vom Mysterium der Liebe, das mit der neuen…

  3. 1927-01-01 · Heft 1 · page 37

    Zwecken, adelt diese Erniedrigung der Lohnarbeit zwar mit dem Bewußtsein, für Frau und Kinder zu arbeiten; aber die Art seiner Arbeit adelt er damit nicht9Glauben an siefindet er durch diese Liebe nicht. Und ihm gleich, in dieser Art, mit d…

  4. 1927-01-01 · Heft 1 · page 38

    der Vermehrten., schaffen muß. Der Fremdmenschen, die ihn jetzt nicht mehr bedrängen durch ihren falsch-gerichteten bösen Willen, sondern durch die einfache Tatsache, daß sie da sind. Und essen wollen und müssen. Nicht nur nicht wird der Ar…

  5. 1927-01-01 · Heft 1 · page 39

    Kraft gewinnen wird, uns dem Arbeitsdämon zu entreißen; verknechtet er uns zu höllentoter Arbeit - sei's! denn ohne den Dämon sind wir ein Dreck I Macht - von der falschen Art, die der Alkoholrausch gibt. Das Gegenteil der, die z. B. die Li…

  6. 1927-01-01 · Heft 1 · page 40

    war Dur ihre Folge; aber als der ursprüngliche Sinn der Arbeit erlosch, -wurde die in sich sinnlose auf Erzielung dieses Folgezustandes abgezweckt: sie füllt unsre Lebens-Leere mit Wind. Welch erbitterter Leben-Wille muß dahinterstehen! Den…

  7. 1927-01-01 · Heft 1 · page 41

    auf sich zu nehmen; damals, als die halbe Einwohnerschaft des Römerreichs ins Wandern kam, flugsandähnlich, und aus Arbeitern Räuber, Bettler und Einsiedler wurden. Der ganze Wunderbau der alten Kultur stürzte ein! Nicht weniger Gefahr droh…

  8. 1927-01-01 · Heft 1 · page 42

    neuen Quells sein, wenn er unserer Arbeit aufhelfen soll. Dann füllt er sie mit Glauben. Mit Glauben an ihren Wert. Aber diesen Glauben suchen zu wollen wäre wertlos. Er ist ja nur abgeleitet. Dieser Glaube an Arbeit, wenn die Seele ihn suc…

  9. 1927-01-01 · Heft 1 · page 43

    ben der früheren Geschlechter und sagen ihre Wahrheit nur, indem sie auf ihre Wurzeln zurückgehen. So haben Sie es in Ihrem Buch gehalten, da sie den Schichtungen unseres Volkes nachgingen. Doch ist das Bedürfnis historischer Vertiefung auc…

  10. 1927-01-01 · Heft 1 · page 44

    der Menschenseele so Gewalt angetan, daß sie sich herausschleuderte über den menschtierischen Zustand und das Menschliche und Menschheitliche aus sich gebar, - fand meine Frage mir insofern gleich Antwort, als ich auch dies der Religion zus…

  11. 1927-01-01 · Heft 1 · page 45

    umschuf: Seeleaarbeit ward das erste und zog Leibesarbeit uach sich; zu sich herauf. Die Energien der Ängste, Seligkeiten, Hoffnungen, Beruhigungen, umgesetzt in Staunen, Denken, Vergleichen, setzten weiter sich um in Erfindungen, Entdeckun…

  12. 1927-01-01 · Heft 1 · page 46

    Das christliche Mittelalter - die Zäsur ist schon recht; nur Religion scheidet Zeiten! - hat nochmals religiöse Bindung der Arbeit erreicht. Das Feld war frei: die Arbeitsflucht hatte aufgeräumt mit der Bevölkerungsmenge; das Quantum der Ar…

  13. 1927-01-01 · Heft 1 · page 47

    auch, die Strafe des Todes zu tragen; nur so anerkennt ihn der Christ als lebendig, der selber leben will göttlich und herrlich: den Gott, der der göttlichen Herrlichkeit sich entäußert, und sie wiedergewinnt nur indem er sie dem Menschen g…

  14. 1927-01-01 · Heft 1 · page 48

    weiter gehe, und umbaut den Raubbau der Liebe zu einem Zweckbau: es erweitert das Arbeitsfeld der Liebe so sehr, daß nur anhaltender Fleiß es bewältigen kann; „schaffet daß ihr habet zu geben dem Dürftigen!" - „lasset uns an jedermann Gutes…

  15. 1927-01-01 · Heft 1 · page 49

    licher Egoismus; zerbricht all ihr Arbeitsschwung; alle Arbeit wird egoisiert. Wenn nein, zerbricht der Glaube; ist er mit dieser Liebe nicht fast schon angelangt dahin, wovor er einst floh? vor der Aufopferung für Gott?! da er das Reich su…

  16. 1927-01-01 · Heft 1 · page 50

    und äußeren Daseins. Der Polytheismus längst pantheisiert, die Einzelkulte überflössen von vagem Mono-Deismus, findet gottesdienerische Arbeit keinen festen Bezug mehr: für den Capitolinus kann man kämpfen, nicht für die „Gottheit46. Der Ch…

  17. 1927-01-01 · Heft 1 · page 51

    Ruck, ohne abzuwarten, wer schließlich als nicht ganz zu Tod Geschwächter übrigbliebe. Was auch schwer zu sagen wäre: die Christenverfolgungen leerten zwar die Kirche bedenklich und je mehr, je mehr sie vorher von faulen Staatsüberläufern a…

  18. 1927-01-01 · Heft 1 · page 52

    Verwaltungsgeschäft, die Weltarbeit wird des Glaubens enthoben, zu einer Bedienung von Gottheit zu geschehn. Arbeit erhält nur noch ein menschliches Ziel. Der Staat behält von seinem Glauben praktisch nur den Mono-Deismus, das kahle Bewußts…

  19. 1927-01-01 · Heft 1 · page 53

    licht war er rohe Zwangsmacht geworden. Und zwang seine Einwohner in Arbeit und in die Kirche. Besiedelte polizeilich die verlassenen Ländereien mit Hörigen, die er an die Scholle festband; besetzte ähnlich mit Zwangsarbeitern alle Wirtscha…

  20. 1927-01-01 · Heft 1 · page 54

    Mit diesem Glaubensrückzug und dieser Umwechselung des Glaubenscharakters ihrer Anhänger zerbrach die Kirche aber die Arbeitsamkeit, die sie aus der Fülle ihres alten Glaubens abgeleitet: die Begeisterung für den Aufbau einer Menschheit Got…