Mannheim
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19261929
  1. 1927-01-01 · Heft 1 · page 15

    Baumeistergeheimnisse, z. B. wie man die Bauzeichnung einer Treppe herstellt, einer Kunst, nach der sich jeder tüchtige Zimmermann sehnt, die aber peinlichst vor seinen Augen verborgen wird. So lernten wir viel voneinander, bis wir zueinand…

  2. 1927-01-01 · Heft 1 · page 16

    das. zu Schreibende wie eine Gnade angeboten und wie eine Schau vor mich hingebreitet wurde, konnte ich doch erfahren, wie manche Dinge, die ich längst im Glauben und im Tun darstellte, sich mit aller List und Kraft wehrten gegen die Einlad…

  3. 1927-01-01 · Heft 1 · page 17

    Wie leichtfertig hatte ich hisher über das Bibelwort hinweggelesen: „Erfüllet die Erde und machet sie euch Untertan44! Es steht in diesem Worte, daß die Erde nicht als untertänig geschaffen worden ist, so wenig wie sie als erfüllte Erde ges…

  4. 1927-01-01 · Heft 1 · page 18

    der Weg von der Kirche bis zur Wohnung ist kurz." Die Studenten lachten, vielleicht auch ich. Wir meinten, er ist doch ein kurioser Geselle! Dieser Gruppe von Menschen, in der ich meinen Adam Krawutzcki als Ausnahme sehe, scheint eine ganze…

  5. 1927-01-01 · Heft 1 · page 19

    und das Mißlingen als Zufall an und das glatte Gelingen als die Regel, sondern umgekehrt. Selten stellt sich aber einer die Frage, warum denn alles so schwierig sein müsse, warum erst vielfaches Mißlingen und dann erst das Gelingen, warum u…

  6. 1927-01-01 · Heft 1 · page 20

    wundert, warum der Großvater sein Haus nicht an diesen Wiesenrand, sondern etwa hundert Meter feldein gebaut hat, obwohl von dort bis zum Wasser in der Wiese ein sehr langer Weg war, auf dem alles Wasser für die Haus- und Stallwirtschaft au…

  7. 1927-01-01 · Heft 1 · page 21

    des Rechtecks, das den Grundriß meines Hauses bilden sollte. Die Baumeister der ganzen Erde werden lachen, wenn sie dies hören, denn es ist mit die einfachste Sache von der Welt, ein Rechteck abzustecken. Aber der Abhang bog sich und krümmt…

  8. 1927-01-01 · Heft 1 · page 22

    erschweren; auch etwas Boshaftes, das die fertige Arbeit verunschönt und befleckt und dem Menschen wenigstens einen Teil seiner Freude verdirbt. Die Antike sah diese Erscheinungen in der Gestalt der Dämonen; die deutsche Vergangenheit in de…

  9. 1927-01-01 · Heft 1 · page 23

    Seele und des Körpers und daß entflüchte und davonweiche von dem Orte, in dem du angesprengt wirst, alle Irrschau und Schlechtigkeit und Verschlagenheit verführerischen Trugs und aller unreine Geist, beschworen bei dem, der kommen wird zu r…

  10. 1927-01-01 · Heft 1 · page 24

    ster hindern, dem unmittelbaren Wege auszuweichen. Erst wenn die machtvolle Ansprache an die Kreatur beendet ist, heißt es: „Oremus!", und es beginnt eine Oratio zu Gott; dann die Ansprache an die Kreatur des Wassers und eine zweite Oratio …

  11. 1927-01-01 · Heft 1 · page 25

    fürchte ich mich hier in Italien vor Menschen nicht.'' Darauf der Mann: „Woher wissen Sie, daß ich ein Mensch bin? Unter diesem Namen laufen viele Teufel umher. Mein Gott, ich weiß oft selbst nicht, ob ich ein Mensch bin! Und ist ein Mensch…

  12. 1927-01-01 · Heft 1 · page 26

    wie Paulus es getan hat. Und sonderbarerweise hat sieh trotz der unzähligen Doktordissertationen noch niemand die Aufgabe gestellt, diesen Widerstand in seiner ganzen Ausdehnung und seiner Konsequenz einmal wissenschaftlich zu behandeln. Ma…

  13. 1927-01-01 · Heft 1 · page 27

    verborgen sind, wie in dem langen Berichte, und ich habe mir immer glühend gewünscht, der Evangelist hätte lieber aus dem langen Bericht einen einzigen Satz und aus dem kurzen Satz einen langen Bericht gemacht, denn der kurze Satz enthält d…

  14. 1927-01-01 · Heft 1 · page 28

    Nachbarin grüßte ihn und bat ihn um irgendeine Hilfe. Dabei kam er in den Schuppen der Nachbarin und fand sogleich das zu seiner Arbeit notwendige Stück Holz. „Sie haben gute Augen", sagte ich ihm. „Ach nein," erwiderte er, „das Ding wartet…

  15. 1927-01-01 · Heft 1 · page 29

    bar gemachte Erde, die sehr gern in ihre Undienstbarkeit zurückfällt - sind Beistände, derer man niemals Herr werden kann, w eil sie ihrem Wesen nach nur Freunde sein können, z. B. das „zufällige"6 Vor überkommen eines Mannes, den man notwe…

  16. 1927-01-01 · Heft 1 · page 30

    unaussprechlichen Frieden bringen. Auch sie können die Gestalt eines liebenswürdigen Zufalls tragen, aber wen sie berührt haben, der weiß mehr von ihnen. Sie kommen selten; soweit ich weiß, nur am Anfang und am Ende eines schweren Werkes. U…

  17. 1927-01-01 · Heft 1 · page 31

    stände innerhalb Vier Kreatur. Sie zeigen Gestalten, unter denen jene Menschen die Beistände gesehen, vermutet oder erhofft haben. Selbst wenn es das Bild Gottes sein soll - Gott ist der Kreator, der Gottesbegriff und das Bild Gottes ist Kr…

  18. 1927-01-01 · Heft 1 · page 32

    kostbare, herrenlos gewordene Schnitzwerk in den Arm und trug es mit den jubelnden Frauen heim. Nun steht es, notdürftig ergänzt, in meiner Stube und w artet auf die Mußestunden, in denen ich es in seiner ursprünglichen Schönheit wiederhers…

  19. 1927-01-01 · Heft 1 · page 33

    Papiers. Ich hatte lange in das Figurenwerk hineingeschaut, in dem Stern und König fehlten; jetzt, da ich meine Augen wo anders hin wandte, sah ich überall Stern und König. Mitten in diesem träumerischen Sehen wurde ich gerufen, ich solle d…

  20. 1927-01-01 · Heft 1 · page 34

    FLORENS CHRISTIAN RANG GLAUBE, LIEBE UND ARBEITSAMKEIT Ein Brief an Walther Rathenau Koblenz, im Mai 1914 Sehr geehrter Herr. Unser neuliches Gespräch hat uns, wie wir uns werden gestehen müssen* den erwü…