Die Kreatur
- Journal
- Die Kreatur
- Volume
- 2 (1927-1928)
- Issue
- Heft 1
- Date
- 1927-01-01
- Page
- – (sequence 45)
- Language
- German
- Belongs to
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umschuf: Seeleaarbeit ward das erste und zog Leibesarbeit uach sich; zu sich herauf. Die Energien der Ängste, Seligkeiten, Hoffnungen, Beruhigungen, umgesetzt in Staunen, Denken, Vergleichen, setzten weiter sich um in Erfindungen, Entdeckungen, Verbesserungen, die in Viehzucht, Ackerbau, Feuerwirtschaft hereinsetzten. Der Umleiter aber war nicht nur die allgemeine Erregung von Aufmerksamkeit, sondern die besondere Bestimmung der neuen Arbeit für Gott. Der Mensch des Gott-Erlebnisses war Gottes Diener geworden; Gottes Dienst weist seiner Seele neue Korperarbeit zu. Arbeit, die ihn Uber den, physischen, Egoismus erhebt und über die Ethik des, schon tierischen, Altruismus - der Liebe! - in die Metaphysik der Aufopferung. Denn als Opferer an der Altar-Stätte der Gott- Begegnung — animistisch gesehn: als Bestatter des Ahns, Wächter des Grabs und Ernährer des Gespensts - wird der Mensch Ansiedler, Acker-, Tempel-, Haus- und Stadt-Bauer. Und findet - ungesucht, wie er auch die Arbeit nicht gesucht hat - für seinen Gottesdienst den Segen der Ar- D CT beit, den Gotteslohn, die Kultur-Frucht des Kults; die ihm auch die tierischen Bedürfnisse befriedigt kraft geistiger, nicht mehr tierischer Arbeit. Aber die Arbeits-Menge geht damit über die Kraft. Da findet der Geist- O ö mensch sich aber auch die Macht, den Spieß der Geistkaechtschaft umzukehren und seines Gottes Herrschaft durch Menschen-Beherrschung sich auszugleichen; indem er die kultloseren, minder gottlich gernächtigten Menschen seiner eigenen Herrschaft als Knechte unterwirft und sich das Opfer an Gott mit Opferung von Menschen bezahlt: denen er die ungöttlicheren Arbeiten aufpackt, die unseelischeren der Befriedigung der tierleiblichen Bedürfnisse, ohne aber sie zu beteiligen an seiner gottgeistigen Beseelung. Bis der tierische Neid dieser zwischen Tier und Geistmensch Verzerrten so übermächtig anschwoll, daß, die weil auch der Herren Selbstübermächtigung abschwoll und der Glaube an der Götter Herrenrecht bei ihnen abklang, die Sklaven den Trotz wagten, sich zu empören, ja die wirksamere Niedrigkeit, ihre Pflicht zu verlachen, und nach dem Beispiel der Herren gegen die Götter, aufhörten, sich den Herren zu opfern, ihnen zu dienen, zu arbeiten; der Herren-Muße des Geists, als Nicht-Arbeit verkannt, begierig und unfähig. Womit jener Zusammenbruch der Antike eintrat. r>