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Die Kreatur · 1927-01-01 · Heft 1 · page 37

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Kreatur
Volume
2 (1927-1928)
Issue
Heft 1
Date
1927-01-01
Page
– (sequence 37)
Language
German
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Zwecken, adelt diese Erniedrigung der Lohnarbeit zwar mit dem Bewußtsein, für Frau und Kinder zu arbeiten; aber die Art seiner Arbeit adelt er damit nicht9Glauben an siefindet er durch diese Liebe nicht. Und ihm gleich, in dieser Art, mit diesem Unglauben, arbeiten fast alle, hoch oder gering. Auch alle höhere Liebe gibt keinen Glauben an die Arbeit, der die Seele sich nicht zuwendet als zu ihrem eigensten Werk; weder die humanitäre Liebe noch die liebende Enthaltung von Anlässen zu sinnloser Arbeit, von der Sie sprachen. Nicht Liebe ist's, die Arbeit lieben lehrt; sie drängt vielmehr zu einer Arbeit, zu der unsere Seele nicht drängt; Liebe bleibt für Arbeit ein Motiv. Genauer: Liebe fügt Motive zu und nimmt andere weg. Nimmt im höchsten Fall weg (erwachsend aus der Einsicht der Seele, sich frei halten zu müssen vom Ballast unnötiger Dinge und fortwachsend in das Bewußtsein, so von dem Zwang frei geworden, daß einer seelenlos gegen den anderen arbeite, frei einer Gemeinsamkeit zustreben zu können; ich hoffe, ich wiedergebe Sie recht!) - auch in diesem Höchstfall nimmt Liebe weg nur das Motiv der kapitalistischen Produktionsweise und des mechanistischen Lebenszuschnitts. Aber ersetzt dies Motiv entweder durch ein schlimmeres, oder, was noch schlimmer, ersetzt es nicht: wird Quietiv, das die Wurzel der Arbeitsamkeit angreift, im wohlwollenden Bemühn, die Arbeitsbürde zu erleichtern. Denn entweder verringert Liebe das Arbeitsquantum oder vermehrt den Druck der Seelenlosigkeit, den das unverringerteQuantum ausübt. Dies muß ich bitten, ausführlicher darlegen zu dürfen und dabei eine einstweilige Ungerechtigkeit gegen Sie nicht scheuen zu müssen; ich denke sie gut zu machen. Die Abkehr von der kapitalistischen Produktionsweise durch Zukehr der Seele nur auf wirkliche Güter, d. h. Dinge, deren Konsumtion der Seele gut tut, von Nahrungsmitteln bis zu Kunstwerken, macht Platz frei entweder für Muße der einzelnen Arbeiter (also jedermanns) oder für weitere Vermehrung der Menschenmasse. Im letzteren Fall tauscht sich dem Einzelarbeiter nur das Motiv um, das ihn an dasselbe Quantum Arbeit herandrängt, aus einem Sollen in ein Müssen: statt des Imperativs des Willens, der heute Kapitalisierung und Mechanisierung befiehlt, treibt ihn dann die naturgegebene Notwendigkeit. Jeder schafft dann ja nur noch für natürliche Bedürfnisse, wie er schaffen müßte für den eigenen Hunger; nur daß er jetzt für fremden Hunger (Leibes und der Seele) der Vielen, 37

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