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Die Kreatur · 1927-01-01 · Heft 1 · page 41

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Kreatur
Volume
2 (1927-1928)
Issue
Heft 1
Date
1927-01-01
Page
– (sequence 41)
Language
German
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auf sich zu nehmen; damals, als die halbe Einwohnerschaft des Römerreichs ins Wandern kam, flugsandähnlich, und aus Arbeitern Räuber, Bettler und Einsiedler wurden. Der ganze Wunderbau der alten Kultur stürzte ein! Nicht weniger Gefahr droht unserer Kultur! Darum peitschen wir uns selbst immer wieder zum Aibeitszwang auf - wir Oberschichtigen, die wir verantwortlich sind, daß die Menschheit nicht sinke! - und müssen uns als einen Frevel die Liebe verbieten, die uns die Peitsche aus der Hand nehmen will. Und können's nicht! Sie haben recht. Und ich habe die Spitze meiner Ungeiechtigkeit erreicht. Die ich darum erhob, damit von ihr aus auc h Sie mir recht gäben. - Wir können uns der Menschlichkeit nicht entbrechen, die Peitsche zu zerbrechen. Gleichviel an welchem Ende; wenn die Seele es so fühlt: an dem der Mechanisierung! Keine Konsequenz darf uns schrecken: wollen wir von unsrer Klugheit erlöst sein, dürfen wir den Trieb dazu nicht als unklug zurückhalten. Wir müssen zu Atem kommen lassen und kommen: Ruhe auf der Flucht der Arbeitshetze ist ein unabweisbares Gebot. Aber-dann müssen wir uns auch gebieten, die Seele, die sich abspannt, anzuspannen, ein Mittel zu finden, dem sie verfolgenden Feind zu entgehen. Ein Mittel gegen das Delirium, das den Trinker bedroht, dem man aus Liebe den Alkohol entzieht. Das kann nur ein eigenes Heilmittel der Seele sein, ein aus ihr strömender Kraftquell, dessen treibende Wucht innere Arbeit der Seele auch ins Äußere ausschüttet, auch in Bewältigung der Welt, Der also alle Mittel des Lebens beschafft, aber auch die äußerlichsten durchtränkt mit der Hingabe von Seele an dies Schaffen und Beschaffen. Dessen Arbeitsweise das Schöpferische des Künstlers und das Gütige der Liebe ohne das Aristokratisch-Prätentiöse des Ersteren und die Nachgiebigkeit der Letzteren vereint. Da all die Prätention der Künstler, mit der sie, zumal heute, sich der Welt als das Vorbild der Schöpferischen darstellen, doch nur auf eine Verheimlichung des Schadens herausläuft, daß ihr Schaffen auf die Arbeitswelt ohne Einfluß bleibt; es ist eben rein innerlich; das Äußere sind nur Zeichen, um andere Seelen es ebenfalls rein innerlich vernehmen zu lassen. Und da der Mangel der Liebe darin steckt, daß sie wohl Lasten abbürden und tragen helfen kann, aber Schöpferkräfte nicht fühlt, sich mit Neugeburten zu belasten. Schöpferisch-heiße, füllende Energie gerade auch ins Triviale des Lebens zu werfen, das muß die Kraft dieses U

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