Mannheim
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19261929
  1. 1926-01-01 · Heft 4 · page 55

    Damit ist aber eine zwiefache statt einer einfachen Not in der zeitlichen Ordnung der Menschheit aufgedeckt. Gegen das Übel der Ämter und Pfründen der alten Gewalten räsoniert jeder revolutionäre Spießer. Man möchte heut beinahe Mitleid mit…

  2. 1926-01-01 · Heft 4 · page 56

    öffentliches Leben vergiften, sind Abstraktionen, die für das Genus „Jugend64, das Genus Publikum", das Genus „Laien46, kurz für eine unbestimmte Flut von unverantwortlichen Hörern zubereitet worden sind. Daß die Kirche alt, die Erwachsenen…

  3. 1926-01-01 · Heft 4 · page 57

    Deshalb ist z. B. der Fascismus, so wie ihn der Justizminister Mussolinis in einer von diesem gebilligten Rede bestimmt hat, unfähig, durchzustoßen bis ins Herz des einzelnen Volksgliedes, weil er die unbestimmte Gruppe, die geräuschvolle G…

  4. 1926-01-01 · Heft 4 · page 58

    bestimmt-treulosen Mehrzahl der Jugend oder der allzu bestimmten, wandellosen Ämter gier des Alters, vom Glanz der Fülle und vom Glanz der Macht. Ist der einzelne Jüngling berufen, so weiß man es doch noch nicht. Man sieht nur seine Zugehör…

  5. 1926-01-01 · Heft 4 · page 59

    eignet, aus sich heraus den „Nächsten"im Menschen unsichtbar zu machen. Beide sind ohne Seele. Denn beide spiegeln nur ein Fragment des Menschen, buchstäblich ein Fragment, einen Bruchteil seiner Gezeiten, noch ohne Anweisung, wie über die …

  6. 1926-01-01 · Heft 4 · page 60

    ERNST MICHEL ÜBER EINE LEHRSTÄTTE FÜR DIE ARBEITERSCHAFT Eine Auseinandersetzung Am 1. Mai 1921 war, angeregt von Arbeitervertretern und arbeiterfreundliehen Akademikern, die Akademie der Arbeit in der Universität Frankfurt a. M. ins Leben …

  7. 1926-01-01 · Heft 4 · page 61

    für die Praxis ergaben, überbelastet war. Die äußeren und inneren Kämpfe führten am Ende des ersten Lehrgangs zum Weggang Eugen Rosenstocks. Wir andern, die wir an der Akademie verblieben, nahmen die ursprüngliche Idee auf und führten den K…

  8. 1926-01-01 · Heft 4 · page 62

    Bildung manifest: sie versagte vor ihren sozialen Nöten, denn sie war ja in einer anderen Zeit geboren. Sie widerlegte sich im Lebensgefühle des Arbeiters, wo dieses originär durchbrach. Es wurde der Arbeiterschaft zum Verhängnis, daß das V…

  9. 1926-01-01 · Heft 4 · page 63

    Erfahrungsgemäß ist nun aber in dem tätigen Erwachsenen nicht Wissen und wissenschaftliche Bildung der zentrale Trieb, sondern die theoretische Frage und der Wille zur geistigen Besinnung entspringen beim Menschen des „politischen" Lebens a…

  10. 1926-01-01 · Heft 4 · page 64

    geteilt, die von den hauptamtlichen Dozenten in parallel laufenden Kursen durch den Lehrgang geführt werden. Aufgabe dieser Gruppenarbeit ist es, von den Tatsachengebieten eigener Lebenserfahrung und eigenen Lebensschicksals auszugehen und …

  11. 1926-01-01 · Heft 4 · page 65

    werdung zu führen. Was ist aber das geistige Ziel des Mannes? Verantwortlicher Mitarbeiter zu werden. „Mitarbeiter46 - dies ist der Bildungsgrad, den die Hochschule der Arbeit als Haus der Arbeitsgemeinschaft \ du Erwachsenen zu verleihen h…

  12. 1926-01-01 · Heft 4 · page 66

    liehe Bildungsstätte für das arbeitende Volk sein, wichtig ist, daß die Mitarbeiter die ganze Mannigfaltigkeit der Berufe, Anschauungen, Strebungen usw. im Volke repräsentieren, so ist es für sie notwendig, daß auch in der geistigen Führung…

  13. 1926-01-01 · Heft 4 · page 67

    telpunkt gedrängt und ermöglicht heute ihre Antwort: die Zeitberufenheit der Bildungsaufgabe und Bildungsidee der Akademie der Arbeit ist fraglos, aber war sie nicht für die Gegenwart von vornherein zum Fehlschlag verurteilt, weil sie sich …

  14. 1926-01-01 · Heft 4 · page 68

    vorauszusetzende gläubige Erschütterung aber wurde nur „erhofft". Diese Vorwegnahme der Wirkform des Glaubens bedeutete von vornherein die Säkularisierung der Institution und ihrer Bildungsaufgabe. Die Bildungsidee Rosenstocks mußte durch V…

  15. 1926-01-01 · Heft 4 · page 69

    werden könnten. Scheitern muß die ursprüngliche Idee an der Schwierigkeit der Fundamentierung. Es geht ja im Kern gar nicht um das von uns anerkannte Bildungsziel und um die Lehrmethode. Es geht nicht um die Herausarbeitung der „Lehre" aus …

  16. 1926-01-01 · Heft 4 · page 70

    Verantwortung auch eine echte Erschütterung bei diesem oder jenem Schüler. Dies ist dann wohl das eigentlich Wertvolle und Fruchtbare, aber es geschieht eben nur an der Akademie und nicht durch sie, so wie es auch sonst an den Schulen alter…

  17. 1926-01-01 · Heft 4 · page 71

    gen Haltungen oder Verhältnisse, sondern um eine Revolution der Existenzsphären, um eine kopernikanisehe Wendung schlechthin. Von hier aus müssen Sie meine Skepsis verstehen, die sich aus den Erfahrungen dieser Jahre im Hinblick auf die ins…

  18. 1926-01-01 · Heft 4 · page 72

    HEINRICH SACHS VOM LEBEN UND BILDEN EINIGER KINDER Berichte eines Lehrers Unsere Schule liegt am oberen Ende eines stillen Tales im Odenwald; hier sind Männer und Frauen als Lehrer und Erzieher mit den Kindern in enger Lebens- und Arbeitsge…

  19. 1926-01-01 · Heft 4 · page 73

    mal hineingeboren in diese Welt und gegenübergestellt zu sein der Welt mit all ihrem Reichtum. Durch das Zeichnen und Bildentasten sie sich hinein in die Dinge und orientieren sich in der Wirklichkeit, sie müssen erst Worte suchen und Zeich…

  20. 1926-01-01 · Heft 4 · page 74

    nen Blumen. Für die Puppen und ihre Brüder malt sie einzelne Dinge: Blümchen, Häuschen, Sterne, Äpfelchen usw. auf kleine Zettel, säuberlich mitten hinein, symmetrisch im Gleichgewicht - auf einem großen Blatt Papier würden sich die Dinge v…