Mannheim
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19261929
  1. 1926-01-01 · Heft 4 · page 75

    Dummheiten; wenn andere ernsthaft miteinander reden, albert er ins Gespräch hinein. Beim Zeichnen schmiert er im Heft herum, schließlich fängt er an, etwas Bestimmtes zu zeichnen: eine wagerechte Linie, die von einer Heftseite zur nächsten …

  2. 1926-01-01 · Heft 4 · page 76

    der Fläche, nur ein Geschehnis, noch nachträgüch hineingezeichnet und nur bei genauer Betrachtung sichtbar, durchbricht die stille schwere Ruhe: tin Matrose, der ins Wasser gefallen war, dem man einen Rettungsring zuwarf, wird gerettet. - J…

  3. 1926-01-01 · Heft 4 · page 77

    Spitze; alles ist lebendige, dramatisierte Handlung, einerlei ob er spielt, erzählt, zeichnet oder Aufsätze schreibt. Beim Zeichnen will er nur Lebendiges" malen; seine Bilder sind eigentlich Erzählungen, weshalb er auch Vorgänge schildert …

  4. 1926-01-01 · Heft 4 · page 78

    Diese Erklärungen sind nicht irgendwoher angelesen, sie kommen unmittelbar aus ihm selbst, sie sind immer neuartig und überraschend bei jedem Blatt; durch alle Mannigfaltigkeit zieht deutlich spürbar ein einheitlicher Grundzug. Auf dem Bild…

  5. 1926-01-01 · Heft 4 · page 79

    zärtlich und umfaßt in heißer, schmerzlicher Liebe den geliebten Menschen; er reißt ihn an sich und schmiegt und drückt sich in ihn hinein. ★ ★ ★ Otto haben alle Menschen gern, er ist immer fröhlich, freundlich, liebenswürdig, von entzücken…

  6. 1926-01-01 · Heft 4 · page 80

    Silber und Gold und mit ein klein wenig Sensation. So sind auch seine Bilder : zurückhaltend und heiter, ohne Leidenschaft, er ist spielerisch „dabei4' in allem was er macht. Er arbeitet an seinen Bildern bis er „raus hat" was er will; manc…

  7. 1926-01-01 · Heft 4 · page 81

    lineare Männchen in klar markierten Stellungen der Arme und Beine; Kopf, Hände und Füße sind farbig, die Farben ändern sich innerhalb eines jeden Buchstabens. Die Strichmännchenalphabete werden immer lebendiger, beweglicher, schließlich sin…

  8. 1926-01-01 · Heft 4 · page 82

    er jeden an, der ihm nahe kommt. Ebenso ist es auch in seinem täglichen Leben; er verliert sich in Einzelheiten und wütet gegen andere und sich selbst, wenn ihm nicht etwas Ganzes gelingt. Wulf findet es nicht richtig, daß sein Vater als Sc…

  9. 1926-01-01 · Heft 4 · page 83

    …eidern kindlich eitel, beschmutzt sich aber trotzdem. Nikolai liest ganz vertieft in Dostojewskis Werken, oder er liest Wilhelm Busch und birst fast vor Lachen. Er baut stundenlang selbsterdachte technische Konstruktionen und Maschinen mit seinem Mekano…

  10. 1926-01-01 · Heft 4 · page 84

    jetzt ein braver Junge zu sein. Dieser Wunsch ist stets in ihm und bricht aus ihm * bei den verschiedensten Gelegenheiten. Beim Anschauen eines Madonnenbildes äußert er spontan: „Ich will nicht katholisch sein, nicht Jude, nur gut - ich nic…

  11. 1926-01-01 · Heft 4 · page 85

    einzelnen Bewegungen und Intensitäten im Ablauf entsprechen. Erst sitzt er ganz still und erlebt, vertieft in sich selbst, die jeweilige Aufgabe; dann richtet er sich auf, seine Hand schreibt und sein Mund redet ohne Besinnung was er erlebt…

  12. 1926-01-01 · Heft 4 · page 86

    lieh einen Zacken macht; gegen diesen Zacken stoßen kurze Striche vor. Nikolai spricht dazu: „Gehe krummen Weg, tu was Böses, alle Menschen sagen Schuft, Schuft, (aus den kurzen Strichen treibt ein einziger kräftigerer Strich, wie als Zusam…

  13. 1926-01-01 · Heft 4 · page 87

    ein verhaltener Jubel und eine stille Freude: gegenwartsfroh, zweidimensional flächig, da gibt es nur Rhythmus und Melodie. Wenn Emma Menschen zeichnet, sehen sie immer anders aus, die Darstellungen sind nicht festgelegt durch Formschemata;…

  14. 1926-01-01 · Heft 4 · page 88

    …it mit freiem Blick, mit Verständnis und Kenntnis alles Menschlichen, gehört seit früher Zeit zum Freundeskreis von Dr. Rudolf Steiner. Beate neigt innerlich zum Vater, die äußere Verbindung zu den Eltern ist lose, Vater und Mutter haben beide viel Arbei…

  15. 1926-01-01 · Heft 4 · page 89

    sie scheu, abwartend, körperlich und geistig gehemmt, abhängig vom Wohl¬ oder Übelwollen der Menschen, sie ist sehr sensibel und erscheint phlegmatisch. Sie spricht nur selten, man muß alles aus ihr herauslocken: hat sie Vertrauen gefaßt, i…

  16. 1926-01-01 · Heft 4 · page 90

    leuchtet hell. Und wenn sie etwas Fernes denken, dann schwebt der Körper durch die Kraft des Gedankens zu dem Fernen hin und ist sogleich dort mit dem Fernen verbunden; so gibt es eigentlich keinen Raum für diese Wesen und auch keine Zeit, …

  17. 1926-01-01 · Heft 4 · page 91

    an den Körper gepreßt. Kinder mag sie nicht leiden, den Erwachsenen mißtraut sie, fürchtet, haßt, verachtet sie - sie möchte vertrauen und lieben und wünscht heiß, in quälender Sehnsucht, anerkannt und geliebt zu werden. Wo ihr aber Liebe e…

  18. 1926-01-01 · Heft 4 · page 92

    der: rote Rosen in einem Korb, die dunklen Rosen leuchten nur wenig aus dem schwarzen Hintergrund heraus. Jetzt aber will Sonja ein frohes Bild malen mit Rosen, die Farben stehen brennend auf schwarzem Grund. Sie sitzt vor dem fertigen Bild…

  19. 1926-01-01 · Heft 4 · page 93

    kommt und die Dunkelheit alles zudeckt. Die Berge in den Landschaftsbildern türmen sich hoch: karminrote Türme, davor ein ovaler See, zartrosa, dunkelgrüne Uferränder, umstanden von etlichen Bäumen. Nach Jahren treten diese Formen immer wie…

  20. 1926-01-01 · Heft 4 · page 94

    geistigen Haltung, dies ist deutlich zu ersehen aus den drei Traumbildern von Else. Die erste Traumgestalt ist aus der Froschperspektive gesehen: durch die Schwere des Erlebnisses ist der geistige Horizont zur Erde niedergedrückt, erst lang…