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Die Kreatur · 1926-01-01 · Heft 3 · page 34

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Kreatur
Volume
1 (1926-1927)
Issue
Heft 3
Date
1926-01-01
Page
– (sequence 34)
Language
German
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apostolischen Worte urtextlich aber eben die Engelgeistbuchstaben, die Weltelementargeister, bezeichnen - entleert haben wird, der ausgeredete und ausgeschriebene Logos -, alles versinkend in den Gott der Schrift, auf daß ER all-ein sei: ,das Alles in Allem'. 3. Ist es recht, den Mund so weit aufzutun und von der Herrlichkeit der Verklärung zu posaunen bei Kommentierung eines Sonettchens Shakespeares? Ja! Denn dieser hat den Mund dazu erschlossen; dieser hat, indem er einen Buchstaben mehr schrieb, die Ewigkeit der Schrift - einer Zeile zwar nur - uranfänglich gelesen. Durch sein bescheidenes Schreiben in Schrifterkenntnis hat er, ohne sich diese Deute zu sagen, uns eine Deute von Schrift-Inspiration, von dem Ewig-Bestand (ewig heißt: für die Ewe der Zeit!) des Urbuchstabenwerks Gottes sagbar gemacht, die uns in den Stand setzt, der Verflüchtigung der Schrift, der morastigen Verweichlichung und Verseichtung des Geists, den Fels der Schrift so entgegenzusetzen, daß er nicht dürrer Fels ist, sondern der Wasser spendet. Er hat uns den wahrhaft kat-holischen Glauben belassen, daß heilige Gottesschrift noch nicht zu End ist, und hat dennoch dem Beharren auf der von vornherein festen und genügenden Grundlage des in besonderer Schrift sich vermerkenden und heraushebenden Plan-Worts nicht Abbruch getan, das zu sichern, und sei es in toten Buchstaben, das Lebensinteresse der orthodoxen Dogmatik, der rabbinischen wie protestantischen, gewesen. Er hat Schreiben und Lesen als Aufgabe gefaßt, und damit die Schrift der Passivität enthoben, in die sie nach jener Dogmatik sei es den Schreiber, sei es den Leser entmenschlicht. Das Heidnische, die irreligiöse Beruhigung halbwegs, hatte er verboten - sich, also uns -; das zurücksinken will unter den Zwang des Diktats. Das nämlich meint und will die mantische Ekstase des Schreibenden als willenlosen Griffels in der Geisthand des Gotts; und auf dieselbe Unwillens-Trägheit herausläuft dieser Ekstase ,reformatorisches6 Zerrbild von Inspiration-Lehre. Denn diesem enthusiastischen Wahnsinn auszog sogar noch den Rest eigenmenschlicher Teilnahme der mechanistische Unsinn der ihr Schriftprinzip gegen das Katholische der Tradition qualhaft verteidigen müssenden protestantischen Scholastik, dergemäß der liebe Gott persönüch die Schnitzer des Kauderwelsch-Griechischs der nur echoenden Apostel zum besten 280

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