Die Kreatur
- Journal
- Die Kreatur
- Volume
- 1 (1926-1927)
- Issue
- Heft 3
- Date
- 1926-01-01
- Page
- – (sequence 29)
- Language
- German
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gen die damalige Juden-Lehre von den Engeln des Gesetzes: daß sie den Christus jenen vergesetzlichenden kosmischen Elementargeistern, dem Buchstahengebot des Schicksal gewordenen offenbarten Gesetzes als den Träger der Freiheit auch für den Menschen gegensetzen und jene überhaupt der Vergänglichkeit weihn (Briefe an die Galater I\ , 3, 9; an die Kolosser 11,8,20; an die Hebräer V, 12; II. Petri II, 10. 12; Apostelgeschichte VII). Diese Polemik weiß sich wurzelhaft eins mit dem, was sie beficht, bloß weil es soll weiterw achsen - weiter-entw aehsen der heidnischen Beschlossenheit auch des Göttlichen im Menschen unter das Diktat der Unabänderlichkeit. Darum in der großen Programrnrede, die das Urchristentum seinem ersten Märtyrer, dem Stefanus, in den Mural legt (Apostelgeschichte VII), Israel erinnert wird, daß andernfalls, wie einst in dem Abfall von Gott in der Wüste, es sich Untertan mache .dem Heere der Himmel6. Aber also den,Geist4 den , Buchstaben* gegenwerfend, nämlich den Buchstaben-Geistern, warf das Christentum von sich alle Bedingtheit der Welt, alle Berechtigung eines Mittleren zwischen göttlich o " e t? und ungöttlich, alle äußere Gehaltenheit, alle schriftfeste Norm. Die Gnaden-Freiheit erlangend - denn mit dem Verhaft unter das Gesetz stürzt auch der unter das Werk, unter den Lohn nach den Werken, ausschließlich nach ihnen, und gewinnt sich das Bewußtsein der transmoralischen Tiefe der Seele in ihrem Glauben in Gott - eröffnet der Glaube, der das vergangene Handeln als Schicksal von dem Hals des verfallenen Menschen abstrickt, für sein fürderes Handeln doch keine Halm: .der Geist geistet wo er will4; wirft den Menschen ganz nur auf das innere Gebot, so daß für die äußere Welt das Gewissen keine Notwendigkeit ihres Bestandes mehr gibt, das sie wertet vielmehr nur noch bekämpfender weise. Wenn heutige Naturwissenschaft Naturgesetze nur denkökonomisch zu behaupten wagen kann, nicht als Glaubensartikel - wenn Philosophie und Ph\sik den Rücken einander kehren, kritisch jede darum haltlos wenn der heutigen Menschen Leben des Kosmischen entbehrt: - davon L rsach ist die christentüniliche Entseelung der Elementarbuchstabengeister. Diesen messianischen Riß zwischen Innen und Außen ohne Preisgabt' des unabtretbaren Glaubens-Fortschrittes zu überbrücken war das Anliegen der Geister, die zugleich sehnsüchtig und weltfest, in den Jahrhunderten vor Shakespeare auf Judenwie auf Christen-Seite. Die jüdische Ivabbala suchte christliche Pneumatik mit Kosrnik des Glaubens unter Beibehalt