Mannheim
Compact Memory
4,230 pages · page 7Sort: oldest first · newest first
Pages per year (click a year to narrow down)
544
192919331938
  1. 1929-01-01 · 1 (1929) · p. Seite 118

    118 Bauplatz leiden könnten, da der Kaiser für die Judenstadt der Zukunft breite Gassen anordnete, wies der Neustädter Rat darauf hin, daß es auf der Neustadt viele wüste Baustellen gebe, deren Zahl durch den jüngsten Brand noch wesentlich …

  2. 1929-01-01 · 1 (1929) · p. Seite 119

    119 tiven Wirtschaftsfaktor darstellen, der zwar vielleicht ein Übel ist, dann aber ein unvermeidliches, und zwar nicht bloß für den Staat, sondern auch für die Stadt. Gegen eine Verpflanzung der Judenstadt aus dem Prager Weichbilde sprach …

  3. 1929-01-01 · 1 (1929) · p. Seite 120

    120 erleiden. Wenn der Kleinseitner Hauptmann des Gewinns gedachte, der den Altstädtern aus dem Aufenthalt der Juden erwuchs, so hoben begreiflicherweise diesen Umstand die Juden selbst umso nachdrücklicher hervor, als sie über Aufforderung…

  4. 1929-01-01 · 1 (1929) · p. Seite 121

    121 die Gefahr bestehen, die Juden würden ab und zu von christlichem Gesindel überfallen werden, sodaß sie eine kostspielige Wachmannschaft unterhalten müßten. Durch all dies würde natürlich die Zahlungsfähigkeit der Juden geschwächt werden…

  5. 1929-01-01 · 1 (1929) · p. Seite 122

    122 grundsätzliche, aber bislang ungelöste Frage einer Reduktion der Frager Judengemeinde. Es setzte fest, daß sich die Zahl der neuen Judenhäuser nach der Zahl der bewilligten Judenfamilien richten müsse. Diese sollte im Einvernehmen mit d…

  6. 1929-01-01 · 1 (1929) · p. Seite 123

    123 Helfer der böhmischen Kammer, die Fiskaldenunzianten, waren vom Ghetto allgemein gehaßt, jedoch keineswegs bloß aus materiellen Gründen, sondern vielmehr wegen Bruches der jüdischen Solidarität durch Verrat an die verhaßten Christen. So…

  7. 1929-01-01 · 1 (1929) · p. Seite 124

    124 böhmische Kammer, die sich im Einvernehmen mit der Hofkammer ernergisch hinter die jüdischen Belange stellte und zur Beschützerin der Juden gegenüber den politischen Behörden wurde. Dieses ihr Vorgehen war nicht bloß von der selbstverst…

  8. 1929-01-01 · 1 (1929) · p. Seite 125

    …diese Einrichtung diente der böhmischen Kammer die Unterbringung der Juden in andern böhmischen Städten, z. B. in Eger, Jungbunzlau und Schüttenhofen. Die Gesamteinwohnerzahl eines Judenhauses sollte sich nach der Vorstellung der Kammer zwischen 12—15…

  9. 1929-01-01 · 1 (1929) · p. Seite 126

    126 eignet waren, nicht bloß den äußern, baulichen Charakter der neuen Judenstadt umzugestalten, sondern auch die soziale Schichtung der jüdischen Bevölkerung. Doch im Verlauf der Verhandlungen ließ die böhmische Kammer gänzlich von diesem …

  10. 1929-01-01 · 1 (1929) · p. Seite 127

    127 christlichen Gesellschaft als Auswurf behandelt. Diese Erlaubnis der Statthalter brachte freilich eine Linderung bloß den reicheren Juden, die den beträchtlichen Mietzins, der wohl in der Regel im vorhinein entrichtet werden mußte, beza…

  11. 1929-01-01 · 1 (1929) · p. Seite 128

    128 daß sie das gemeine Volk zum Judentum zu verführen versuchten; er lehnte es darum ab, das Dekret nach dem Wunsche der Statthalter zu mildern; die Statthalter könnten ja übrigens den Christen untersagen, die Juden aus ihren Häusern zu ja…

  12. 1929-01-01 · 1 (1929) · p. Seite 129

    129 Die Ulinachgiebigkeit des Erzbischofs, die ihren Grund in den keineswegs vereinzelten Meinungsverschiedenheiten zwischen weltlicher und geistlicher Macht jener Zeit hatte, wozu noch persönliche Mißliebigkeit trat, führten dazu, daß sich…

  13. 1929-01-01 · 1 (1929) · p. Seite 130

    130 keit in der heiklen Judenfrage zu bereiten. Zwischen der böhmischen Kanzlei und dem Erzbischof wurde nach Erlassung des Dekrets noch eine ausführlichere Korrespondenz über die Bedingungen des Wohnens von Juden in Christenhäusern gewechs…

  14. 1929-01-01 · 1 (1929) · p. Seite 131

    131 neuen Judenstadt. Mit Reskript vom 2T. Dezember 1689, demzufolge die Aufenthaltsbewilligung der Juden in Christenhäusern bis 15. Mai 1690 erstreckt wurde, erlangten die Statthalter neuerlich eine sechswöchige Frist zur Vorlage des Plane…

  15. 1929-01-01 · 1 (1929) · p. Seite 132

    132 tigt, und das von den Juden angebotene Geld werde der Staatskasse willkommen sein. Ihre Auseinandersetzungen wurden jedoch vorläufig nicht in Verhandlung gezogen, da das Elaborat der Prager Judenkommission noch nicht bekannt war, sonder…

  16. 1929-01-01 · 1 (1929) · p. Seite 133

    133 dehnung der Judenstadt um 3.130 Quadratklaftern verringern. Der Grundriß der neuen Judenstadt sollte annähernd quadratisch sein mit einer Seitenlänge von beiläufig 167% Ellen. Diese Anträge der Judenkommission samt den beigeschlossenen …

  17. 1929-01-01 · 1 (1929) · p. Seite 134

    134 Juden- und Christenstadt, den die Prager Judenkommission auf 20 Ellen festgesetzt hatte, wurde auf 15 Ellen herabgesetzt (der Raum sollte hinreichen, daß zwei Wägen einander bequem ausweichen könnten); dieselbe Breite sollten auch die G…

  18. 1929-01-01 · 1 (1929) · p. Seite 135

    135 Häuser, mit deren Bau bereits begonnen worden war, einzureißen, namentlich das Bassevische Haus in einem Werte von 60.000 fl., dessen Mauern vom Feuer unversehrt geblieben waren. Zuguterletzt verwahrten sich die Juden natürlich aus mora…

  19. 1929-01-01 · 1 (1929) · p. Seite 136

    136 Wucht der jüdischen Kontribution zurück. Die beiden Reskripte kamen den Juden auch in anderer Weise entgegen. Sie machten vor allem den Statthaltern zur Pflicht, die Juden vor Schikanen in Schutz zu nehmen, die ihnen beim Baue angeblich…

  20. 1929-01-01 · 1 (1929) · p. Seite 137

    137 das entscheidende Motiv gewesen sei; viele der vonseiten der politischen Kreise gestellten Wiederaufbaubedingungen konnten gewiß den Juden und dem neuen Ghetto nur nützen. Doch die augenfälligen Bemühungen, das Unglück des Ghettos zu ei…