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Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik · 1929-01-01 · 1 (1929) · p. Seite 132

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Journal
Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
Volume
1 (1929)
Date
1929-01-01
Page
Seite 132 (sequence 136)
Language
German
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132 tigt, und das von den Juden angebotene Geld werde der Staatskasse willkommen sein. Ihre Auseinandersetzungen wurden jedoch vorläufig nicht in Verhandlung gezogen, da das Elaborat der Prager Judenkommission noch nicht bekannt war, sondern es wurde den Statthaltern neuerdings aufgetragen, möglichst bald die Pläne der neuen Judenstadt vorzulegen; es sollte darin auch deutlich eingezeichnet werden, was die Kommission den Juden wegnehmen und was sie ihnen zum Ersatz dafür geben wollte. Gleichzeitig aber nahm gegen das Programm, die Ausdehnung der Judenstadt zu verringern, auch die böhmische Kammer Stellung und beauftragte ihre Vertreter in der Judenkommission, sich nicht mehr in verbindliche Verhandlungen einzulassen; inzwischen verlangte sie von der Hofkammer Weisungen für das weitere Vorgehen.43) Ihre abwartende Haltung brachte die böhmische Kammer auch den Statthaltern zur Kenntnis und beharrte darin auch dann, als sie von den Statthaltern zur Mitarbeit aufgefordert wurde.44) oo gerieten freilich die Verhandlungen der Judenkommission in eine Sackgasse, weil ihren Beschlüssen die Genehmigung der Vertreter der böhmischen Kammer fehlte. Obwohl die Statthalter bereits am 9. Jänner 1690 die Judenkommission aufgefordert hatten, ihr Elaborat einzusenden, und neuerdings am 31. Jänner urgiert hatten, so legte ihnen die Kommision doch erst Mitte Feber ihre Anträge samt zwei Plänen der Judenstadt45) vor, freilich ohne Genehmigung durch die Vertreter der böhmischen Kammer. Aus dem Kommissionsbericht erfahren wir genau, um was die Judenstadt bezw. ihre Bauarea verkleinert werden sollte. Durch Verbreiterung der Gassen und den Raum, der nach der grundsätzlichen Entscheidung des Reskripts vom 1. Oktober 1689 in der Breite von 20 Ellen zwischen der Judenmauer und den Christenhäusern frribleiben sollte, erlitt die Baufläche der Judenstadt eine Verringerung um rund 2.000 (genau 1.958) Quadratklafter. Eine noch durchgreifendere Verkleinerung brachte der projektierten neuen Judenstadt der Kommissionsantrag, eine ziemliche Anzahl jüdischer Häuser, die weit und „unangenehm" zwischen die Christenhäuser vorstießen, aus dem Bereich des neuen Ghettos auszuschließen; so fielen gegenüber dem bisherigen Stand noch weitere 3.800 (genau 3.796) Quadratklaftern ab. Die Judenkommission zog also der Judenstadt von ihrer bisherigen Baufläche insgesamt gegen 5.750 (5.754) Quadratklaftern ab, eine Fläche, die bis dahin nicht bloß fast durchgehends mit jüdischen Häusern verbaut, sondern auch jüdischer Besitz war. Dagegen wurde den Juden durch Abtretung einiger Christenhäuser innerhalb des Weichbildes der Judenstadt und durch Überlassung der leeren Baufläche an der Moldau (beim Judenbad) ein Ersatz von rund 2.600 (genau 2.624) Quadratklaftern geboten. Nach dem Endergebnis des Antrags sollte sich also die Aus-

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