Mannheim
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192919331938
  1. 1929-01-01 · 1 (1929) · p. Seite 57

    57 Privilegium keine sonderliche praktische Bedeutung, doch konnte nichtsdestoweniger binnen eines verhältnismäßig kurzen Zeitraumes im Wege einer Zwangsenteignung der gesamte Besitzstand an Liechtensteinhäusern wieder ins Eigentum der Chri…

  2. 1929-01-01 · 1 (1929) · p. Seite 58

    58 ist zu einem guten Teil die geradlinige Fortsetzung des vorweißenbergischen Antisemitismus und bedient sich ähnlicher Argumente und Methoden, wie sie im XVI. Jahrhundert aufgekommen und erprobt worden waren. Als Beweis dafür dient unter …

  3. 1929-01-01 · 1 (1929) · p. Seite 59

    59 zur Aufsicht über die genaue Einhaltung dieser Vorschriften sollten neben dem Altstädter Richter und dem Rektor des Jesuitenkollegiums auch noch andere geeignete Personen beigezogen werden. Den Juden wurde streng untersagt, während der P…

  4. 1929-01-01 · 1 (1929) · p. Seite 60

    60 Sabbats; es spiegelte sich darin eben das Selbstbewußtsein des Gegenreformationsgeistes, der jüngst über einen viel zahlreicheren Feind einen so glänzenden Triumph gefeiert hatte. Natürlich stieß dieser Plan der gegenreformatorisch gesti…

  5. 1929-01-01 · 1 (1929) · p. Seite 61

    61 düng geistlichen Gegenreformationszwanges, ja dieser befestigte in ihm noch mehr die Treue zum mosaischen Glauben und verhärtete die Bewohner noch mehr gegen die christliche Gesellschaft. In der kommenden Friedenszeit beschränkte sich di…

  6. 1929-01-01 · 1 (1929) · p. Seite 62

    62 der religiösen und überhaupt gesellschaftlichen und moralischen Begriffe und Weltanschauungen bei Christen und Juden erschwerte schon von vornherein bedeutend irgendwelchen religiösen Einfluß des Prager Ghettos auf die christliche Umgebu…

  7. 1929-01-01 · 1 (1929) · p. Seite 63

    63 verlassen.28) Diese Verfügung trugen die Juden freilieh schwer, und soweit es ihnen nur möglich war, entzogen sie sich ihrer Beobachtung. Die Sonntagsgeschäfte waren für die Juden sehr wichtig und einträglich, denn an diesen Tagen strömt…

  8. 1929-01-01 · 1 (1929) · p. Seite 64

    64 oder der andere unter uns ehrsamen Meistern von dem leichtsinnigen und unbesonnenen Judenpack umgebracht worden wäre, sodaß es für uns eine Lebensgefahr bedeutet, unsere Privilegien und Sr. kais. Maj. Befehl wahrzunehmen, denn es steht z…

  9. 1929-01-01 · 1 (1929) · p. Seite 65

    65 leute. Man komite nur ab und zu in ruhigeren Augenblicken gegen sie vorgehen, jedoch ohne dauernden Erfolg, weil die Juden bei der Hofkammer und bei der böhmischen Kammer wirksamen Schutz und Hilfe fanden. Als i. J. 1642 die Juden beim K…

  10. 1929-01-01 · 1 (1929) · p. Seite 66

    66 werklichen Unternehmung- — und damit befaßte sich das Prager Ghetto zum allergrößten Teile — war die verhältnismäßige Billigkeit, welche in Verbindung mit ihrer sonstigen Gewandtheit den Juden eine sehr ausgedehnte Klientel aus Christenk…

  11. 1929-01-01 · 1 (1929) · p. Seite 67

    67 Trotzdem sich aber das Prager Ghetto durch seine Elastizität und Unternehmungslust zum Nachteil der christlichen Geschäfts- und Handwerksleute neue Einnahmequellen zu erschließen verstand, so lasteten die Folgen der allgemeinen Verarmung…

  12. 1929-01-01 · 1 (1929) · p. Seite 68

    68 es wäre daher ungerecht, ihnen etwas, was den andern bewilligt worden war, zu entziehen.40) Als dann die Statthalter mit Erstattung ihres Berichtes nicht eilten und die Gläubiger den Juden hart zusetzten, indem sie ihnen mit der Exekutio…

  13. 1929-01-01 · 1 (1929) · p. Seite 69

    69 hältnissen nach der großen Pest v. J. 1680, über die weiter unten ausführlich die Rede sein wird, führt zum Schlüsse, daß nach der Pest i. J. 1639 im Ghetto kaum an 5.000 Menschen zurückblieben. Doch dieser bedeutende Populationsverlust …

  14. 1929-01-01 · 1 (1929) · p. Seite 70

    70 die Bestimmung enthielten, „es sollten fürderhin in der Stadt Leitmeritz, auf der Vorstadt, um die Stadt sowie auf ihren Gründen keine Juden mehr wohnen, und auch Ankömmlinge sollten solche in keinerlei erdenkbarer Weise bei sich haben u…

  15. 1929-01-01 · 1 (1929) · p. Seite 71

    71 wurzelt war; selbstverständlich fiel es dieser Richtung auch nicht im Traume ein, sich des jüdischen Geschäftstalents zum Besten der Allgemeinheit zu bedienen. Übrigens standen auch die Gründe für den Schutz, den die böhmische und die Ho…

  16. 1929-01-01 · 1 (1929) · p. Seite 72

    72 Theresias, wies das Prager Ghetto mit ziemlichem Erfolge unter sehr ausgiebiger Unterstützung der böhmischen und der Hofkammer die heftigen Angriffe ab, die gegen dasselbe unter den beiden Schlagworten: Reduktion und Extirpation unternom…

  17. 1929-01-01 · 1 (1929) · p. Seite 73

    73 Zweifellos ging der Anstoß zum judenfeindlichen böhmischen Landtagsschluß d. J. 1650 von der Wiener Regierung aus. Die Juden waren — wie dies die böhmischen Stände ausdrücklich zugaben — ein „Regale" und daher ausschließlich in den Macht…

  18. 1929-01-01 · 1 (1929) · p. Seite 74

    74 mische Hofkanzlei berichtet werden. Es ist nicht daran zu zweifeln, daß die Juden durch diese Bestimmung gewannen, wenn sie auch noch immer kein Beweis dafür ist, als wäre die Regierung in ihrer judenfeindlichen Politik wieder wankend ge…

  19. 1929-01-01 · 1 (1929) · p. Seite 75

    75 die Juden gerichtet sein, er traf eine nicht geringe Anzahl armer christlicher Bevölkerung, die in jüdischen Familien ihren bescheidenen Lebensunterhalt fand. Der Landtagsschluß nahm auf diese sozialen Auswirkungen des Verbots natürlich …

  20. 1929-01-01 · 1 (1929) · p. Seite 76

    76 sehen Dienst tritt, ist er streng mit Gefängnis zu bestrafen. Über der tatsächlichen Beobachtung der Sonntagsruhe im Ghetto sollte der Altstädter Richter mit den zu diesem Zwecke aus der Zahl der angesessenen .Bürger fürgewählten Persone…