Mannheim
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192919331938
  1. 1930-01-01 · 2 (1930) · page 28

    25 oder Lügner, sondern Leute, die die Wahrheit reden (veridici), haben oft den Teufel an der Seite Jacobs gesehen, dann kann nach der Ansicht von Cosmas an der Sache selbst kein Zweifel sein; und er ist auch der festen Uberzeugung, daß Jac…

  2. 1930-01-01 · 2 (1930) · page 29

    26 daß dieser fromme Herzog derjenige gewesen ist, der Jacob zum Vicedominus gemacht hat,24) das sagt Cosmas nicht, das wagte der alte furchtsame Mann nicht.25) Er hat aber doch in seiner anscheinend treuherzigen und absichtslosen Art anged…

  3. 1930-01-01 · 2 (1930) · page 30

    27 Wladislaws I. Das ist nicht so aufzufassen, als ob Jacob regiert und der Herzog sich auf Repräsentation, Jagd und Ähnliches beschränkt hätte. Das ist keinem der Pfemysliden eingefallen. Sie führten ein ganz persönliches Regiment,30) die …

  4. 1930-01-01 · 2 (1930) · page 31

    28 Christ geworden und schließlich auch vom Christentum abgefallen und wieder zur jüdischen Eeligion zurückgekehrt. Das wäre an sich vollkommen glaubwürdig. Es mag in Prag zur Zeit Jacobs unter den Juden, besonders unter den älteren, noch w…

  5. 1930-01-01 · 2 (1930) · page 32

    29 anderwärts von der Kirche durch Übernahme ins kanonische Recht zur Geltung gebracht."42) Von diesen maßgebenden Grundsätzen ist der wichtigste, daß Juden von allen höheren Staatsämtern und Würden ausgeschlossen sind. Es wäre ein Frevel, …

  6. 1930-01-01 · 2 (1930) · page 33

    30 als zwei Jahre später einzelne Juden aus Prag flüchteten, und andere Vorbereitungen trafen, ihr Vermögen heimlich nach Polen und Ungarn zu schaffen.48) Das wurde dem Herzog gemeldet, so erzählt Cosmas, er geriet darüber in Zorn und befah…

  7. 1930-01-01 · 2 (1930) · page 34

    31 geworden sein, sondern erst nach der Taufe, als Christ. Er kann auch nicht als Vicedominus den Glauben gewechselt, das Christentum mit dem Judentum vertauscht haben, er wäre in seinem Amt keinen Tag mehr geduldet worden. Die jüdische Her…

  8. 1930-01-01 · 2 (1930) · page 35

    32 Juden und selbst Jude, meint, daß Jacobs finanzielle Talente, auf die sein großer Reichtum zu schließen gestatte, ihm das Vertrauen des Herzogs erworben haben. „Vermutlich", sagt Aronius, „hat sich Jacob taufen lassen, um das Amt zu erla…

  9. 1930-01-01 · 2 (1930) · page 36

    33 nicht ein Wort glaubwürdig, aber die Erfindungen und Lügen Hajeks haben eine unverwüstliche Lebenskraft, noch in einer Schrift aus dem Anfange unseres Jahrhunderts ist die Privatsynagoge Jacobs auf dem Aujezd zu finden.59) Anders hat Lip…

  10. 1930-01-01 · 2 (1930) · page 37

    34 man annehmen, daß die Synagoge, die Cosmas meint, auch im Vysehrader Dorf gestanden hat67) Diese ehemalige Synagoge und spätere Kirche war der Schauplatz des Verbrechens, das Cosmas schildert: der Altar wurde eines Nachts zerstört und di…

  11. 1930-01-01 · 2 (1930) · page 38

    35 Dobner meint, so ist es doch sonderbar, daß Jacob das Verbrechen im Geheimen beging, daß er das Dunkel der Nacht benützte; von einem solchen Menschen, der auf seine Reichtümer, seine Macht und auf die Gunst des Herzogs pochte, könnte man…

  12. 1930-01-01 · 2 (1930) · page 39

    36 sich eine Schwierigkeit: wenn Jacob der Täter gewesen ist und beobachtet wurde, wie kam es, daß er ungestört die Tat ausführen und mit den geraubten Reliquien davon eilen konnte? Man sollte glauben, daß ihn, der früher Jude gewesen war, …

  13. 1930-01-01 · 2 (1930) · page 40

    37 gefunden werden? Wer konnte nur auf den Gedanken kommen, sie an einem solchen Orte zu suchen? Häjek und Dubravius74) erzählen von der Feindschaft zwischen Jacob und den „Herren". Die Ursache war, so sagt Häjek, der Hochmut Jacobs, weiter…

  14. 1930-01-01 · 2 (1930) · page 41

    38 lösen, die Reliquien sind von demjenigen gefunden worden, der selbst sie in die Kloake geworfen hatte. Das war nicht Jacob, sondern einer seiner Feinde. Es war ein Schurkenstreich, wie solche gegen Juden im Mittelalter oft verübt worden …

  15. 1930-01-01 · 2 (1930) · page 42

    39 das Verbrechen nicht begangen hatte, seine Schuldlosigkeit beteuert hat, vielleicht hat er sogar sie erwiesen.77) Trotzdem wurde er, der Günstling und Vertrauensmann des Herzogs, von diesem verurteilt. Was war die Ursache? War Wladislaw …

  16. 1930-01-01 · 2 (1930) · page 43

    40 retten wollten? Bretholz hat gegen diese Angabe die Einwendung erhoben, es bleibe unaufgeklärt, weshalb die Prager Judenschaft zu solchen Opfern für Jacob sich entschlossen habe, der nach Cosmas' eigener Erzählung sogar die Synagoge entw…

  17. 1930-01-01 · 2 (1930) · page 44

    41 sich dagegen verwahrt haben, sie mögen hundert Eide für ihre Schuldlosigkeit angeboten haben, es half nichts, sie mußten zahlen, weil sie Juden waren. Es war etwas ähnliches, wie im Jahre 1098. Damals hatte Herzog Bf etislav IL die Juden…

  18. 1930-01-01 · 2 (1930) · page 45

    42 haben, sich dem Herzog zu widersetzen und die Freilassung seiner Sklaven zu verweigern, wenn ihm namens des Herzogs etwa die Hälfte oder ein Viertel des verlangten Kaufpreises angeboten worden wäre? Aber solche Einzelverhandlungen werden…

  19. 1930-01-01 · 2 (1930) · page 46

    43 freier Wille und in der Regel ihr Vorteil. Aber die Geistlichkeit wollte davon nichts wissen. Sie fürchtete um das Seelenheil der Christen, die im Hause eines Juden lebten, und diese Befürchtung war nicht völlig grundlos. Aus dem frühere…

  20. 1930-01-01 · 2 (1930) · page 47

    44 3) Geschichte der Stadt Prag 1, 137, dejepis mesta Prahy l2, 128. 4) Geschichte Böhmens 1, 403, 408. 5) Geschichte Böhmens und Mährens bis zum Aussterben der Pfemysliden (München 1912), p. 202. 6) Ceske dejepisy lb, 552, 674. 7) Die Anga…