Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Journal
- Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Volume
- 2 (1930)
- Date
- 1930-01-01
- Page
- – (sequence 35)
- Language
- German
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32 Juden und selbst Jude, meint, daß Jacobs finanzielle Talente, auf die sein großer Reichtum zu schließen gestatte, ihm das Vertrauen des Herzogs erworben haben. „Vermutlich", sagt Aronius, „hat sich Jacob taufen lassen, um das Amt zu erlangen." Ihm hat sich Novotny56) insoweit angeschlossen, daß auch er in der finanziellen Macht Jacobs die Ursache seines großen Einflusses am Hofe Wladislaws sieht. Dazu ist zu bemerken: die Voraussetzung, daß Jacob großen Reichtum besessen, bevor er Vicedominus geworden war, ist ganz unsicher. Sie stützt sich nur auf den unten folgenden Satz bei Cosmas, daß nach der Verhaftimg Jacobs aus dem Hause dieses Betrügers sehr viel unrechtmäßiger Reichtum weggeführt worden sei. Diese Worte lassen ebenso gut den Schluß zu, daß Jacob durch seine Tätigkeit als Vicedominus sich bereichert habe. Wie leicht hätte Cosmas uns aufklären können! Aber Jacob war ihm so verhaßt, daß er nur Schmähungen für ihn hatte, und über die heikein Punkte, wie der jüdische Emporkömmling Vicedominus geworden ist, und wie er sich in dieser Stellung behaupten konnte, will Cosmas aus Furcht vor dem Herzog nicht reden. Die Vorgeschichte Jacobs ist also völlig im Dunkeln.57) Erst sein jäher Sturz mit den schweren Folgen für die Prager Judenschaft wird uns von Cosmas mit allen Einzelheiten geschildert. Das waren Ereignisse, die das Herz des Geschichtsschreibers mit Jubel erfüllten. Nach der Erzählung von Cosmas hätte Jacob sich selbst den Untergang bereitet, indem er ein schweres Verbrechen beging. „Er zerstörte in der Nacht den Altar, der in ihrer Synagoge errichtet und geweiht war, nahm die heiligen Reliquien und scheute sich nicht, sie in seine Kloake zu werfen." Ein Altar mit Reliquien in ihrer Synagoge, d. h. in der Synagoge der Juden von Prag, das war Häjek vollkommen unverständlich. Deshalb hat er in seiner rasch zugreifenden Art den Text von Cosmas gründlich korrigiert:58) aus der Synagoge der Juden, der jüdischen Gemeinde, machte er eine Privatsynagoge Jacobs, sie sei in eine Kapelle, geweiht der heiligen Maria Magdalena umgestaltet worden, als Jacob sich taufen ließ; und diese Kapelle, die am Aujezd stand (dort, wo später das Kloster zu St. Maria Magdalena errichtet wurde) enthielt den Altar. Von dieser Erzählung ist