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Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik · 1930-01-01 · 2 (1930) · page 36

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Journal
Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
Volume
2 (1930)
Date
1930-01-01
Page
– (sequence 36)
Language
German
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33 nicht ein Wort glaubwürdig, aber die Erfindungen und Lügen Hajeks haben eine unverwüstliche Lebenskraft, noch in einer Schrift aus dem Anfange unseres Jahrhunderts ist die Privatsynagoge Jacobs auf dem Aujezd zu finden.59) Anders hat Lipp er t60) den christlichen Altar in der jüdischen Synagoge erklären wollen. Er meint, es scheine nicht immöglich, daß dieser Altar, vielleicht in einer Art Kapelle andieSynagogezugebaut, für die vielen, den Juden dienenden und unter ihnen wohnenden Christen bestimmt war. Diese Erklärung ist vollständig abzulehnen, sie steht im Widerspruch mit dem Wortlaute unseres Berichtes, der von einem Altar in der Synagoge, nicht neben der Synagoge spricht; und sie ist auch sachlich unmöglich: niemals hätte die Geistlichkeit eine solche Verbindung von Kirche oder Kapelle mit einer Synagoge zugelassen. Noch ärger ist die Behauptimg von G e n g 1 e r:61) „Daß die uralte Prager Synagoge in den Jahren 1096 bis 1124 den hier kaum gesuchten Schatz eines christlichen Reliquienaltars in ihrem Schöße barg." Die uralte Prager Synagoge kann nichts anderes sein als die noch heute bestehende Alt-Neu-Synagoge. Selbst wenn dieser Bau schon vor dem Jahre 1096 errichtet worden wäre — was immerhin streitig ist —, kämen wir mit der Hypothese Genglers zu dem Ergebnis, daß das Gebäude zuerst eine Synagoge, dann (durch die Aufstellung des Altars mit Reliquien) eine Kirche, und schließlich wieder eine Synagoge geworden ist.62) Für die Umwandlung von Kirchen in Synagogen, in einer christlichen Stadt, gibt es kein Beispiel. Das Rätsel, das uns Cosmas aufgibt, ist längst gelöst. Cosmas, bemerkt Dobner,63) wollte nichts anderes sagen, als daß zur selben Zeit, als unter Bischof Cosmas durch die Gewalttätigkeit der Kreuzfahrer sehr viele Juden getauft wurden, auch ihre Synagoge in eine Kirche umgewandelt worden sei. Darnach wäre durch die Aufstellung des Altars mit Reliquien die Synagoge zu einer Kirche gemacht worden, und zwar im Jahre 1096, als die Kreuzfahrer die Juden von Prag bedrängten.64) Dieser Ansicht ist beizustimmen, es ist die beste Auslegung der Worte von Cosmas. Wo lag diese Synagoge? Die Frage ist nur mit Wahrscheinlichkeit zu beantworten. Da die älteste Ansiedlung der Juden in Prag im Vysehrader Dorf gewesen ist,65) da noch zu Ende des 11. Jahrhunderts die Juden dort als seßhaft genannt werden,66) kann

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