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Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik · 1930-01-01 · 2 (1930) · page 30

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Journal
Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
Volume
2 (1930)
Date
1930-01-01
Page
– (sequence 30)
Language
German
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IRI
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27 Wladislaws I. Das ist nicht so aufzufassen, als ob Jacob regiert und der Herzog sich auf Repräsentation, Jagd und Ähnliches beschränkt hätte. Das ist keinem der Pfemysliden eingefallen. Sie führten ein ganz persönliches Regiment,30) die Entscheidung über Krieg und Frieden, die oberste Heeresgewalt, das oberste Richtertum, die oberste Verordnungsgewalt, die Einrichtung der Ämter, die Ein- und Absetzung der Amtsträger31) haben sie niemals aus der Hand gegeben. Was konnte dann der Vicedominus bedeuten? Nichts anderes, als daß er an der Spitze der gesamten Verwaltung stand,32) der Provinzial- und Hof Verwaltung, über den Grafen, welche in den einzelnen Bezirken vom Fürsten bestellt waren, und über den Inhabern der Hofämter, dem Truchsjeß, Marschall, Mundschenk usw. Wir haben unfter Wladislaw I. eine Zentralisierung der Verwaltung,33) eine einheitliche Leitung durch Jacob anzunehmen. Sie konnte dem Fürsten großen Vorteil bringen. Wenn die Geschäftsführung der Grafen und der Hofbeamten von einer übergeordneten Stelle kontrolliert wurde, konnten die Kosten der Verwaltung herabgedrückt, und andererseits die Einnahmen des Fürsten gesteigert werden. Sie flössen aus verschiedenen Quellen, aus den Erträgnissen der fürstlichen Domänen, den Zöllen, den eigentlichen Steuern, aus der Münzprägimg usw. Wieviel Gelegenheit gab es da, die Schraube anzuziehen und mehr herauszupressen! Ein eifriger Fürstendiener konnte die Geldtruhen des Herrn, vielleicht auch die eigenen füllen. Aber wie leicht konnte er zur Geißel des Volkes werden! Das ist auch wirklich so gewesen, Jacob als Vicedominus, so sagt Oosmas, war der böse Feind, das christliche Volk lebte wie in einem Chaos. Das Wort „christlich" ist hier betont, es soll den Gegensatz zwischen dem Volk und Jacob ausdrücken. Das Volk ist christlich, der Vicedominus ist es nicht, er ist Jude, so behauptet wenigstens Cosmas. Jacob Apella,34) Jacob den Beschnittenen, nennt er ihn gleich zu Beginn des Kapitels, und nach dem Satze, der vom Vicedominus Jacob handelt, lesen wir, „dieser selbe Mensch, nach der Taufe wieder abtrünnig, zerstörte eines Nachts den Altar usw." Nichts liegt näher als diese beiden Angaben (Jacob der Beschnittene, und nach der Taufe wieder abtrünnig) miteinander zu verbinden. Danach wäre Jacob ursprünglich Jude gewesen, dann

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